10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2009 / Coral Bracho

Coral Bracho  [ Mexiko ]

Biographie

Coral Bracho Portrait
© Crispin Hughes

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Huellas de luz
Ediciones Era
México, 1994

La voluntad del ámbar
Ediciones Era
México, 1998

Ese espacio, ese jardín
Ediciones Era
México, 2003

Cuarto de hotel
Ediciones Era
México, 2007

Firefly Under the Tongue:
Selected Poems
New Directions
New York, 2008
[Ü: Forrest Gander]

Übersetzer
Forrest Gander

Coral Bracho wurde 1951 in Mexiko-Stadt geboren. Brachos lyrisches Werk, das der argentinische Dichter Néstor Perlongher der »neobarocken Poesie Lateinamerikas« zuordnet, gilt als Meilenstein der mexikanischen Dichtung. Ihr charakteristischer Stil ist bereits in dem Debütband »Peces de piel fugaz« (1977; Ü: Fische mit flüchtiger Haut) ausgeprägt. Der Reichtum an Bildern aus dem Naturreich, an Allegorien, erotischen und Augenblicksempfindungen in einer verschlungenen Syntax verweist auch auf eine metaphysische Ebene. Der ekstatische Erzählfluss und das Netz von Assoziationen erzeugen geradezu einen Sprachstrudel, sie deuten eine umfassende, quasi mystische Einheit der Dinge und Geschehnisse an, eine Spiegelung des Kleinen im Großen und umgekehrt, und so auch ein neues Verständnis der Welt.

Für ihren zweiten Gedichtband »El ser que va a morir« (1982; Ü: Das Wesen, das sterben wird) wurde Bracho mit dem »Premio Nacional de Poesía de Aguascalientes« ausgezeichnet. Einer Auswahl aus ihren ersten drei Gedichtbänden unter dem Titel »Huellas de luz« (1994; Ü: Spuren aus Licht) folgte das hoch gelobte »La voluntad del ámbar« (1998; Ü: Der Willen des Bernsteins).

»Wenn Dichtung eine soziale Funktion hat, so besteht sie keinesfalls darin, Sicht-, Denk- oder Kommunikationsweisen durchzusetzen, sondern vielmehr Gefühls- und Kommunikationskanäle zu öffnen, Möglichkeiten der Artikulation des Denkens und Ausdrucksmuster für seelische Regungen zu finden und neue Perspektiven, um unser Dasein in der Welt neu zu entwerfen«, konstatierte Coral Bracho bei der Verleihung des »Premio Xavier Villaurrutia« für die Sammlung »Ese espacio, ese jardín« (2003; Ü: Dieser Raum, dieser Garten).

Anhand einer zentralen Allegorie beschäftigt sich auch der letzte Gedichtband »Cuarto de hotel« (2007; Ü: Hotelzimmer) mit einer Suche nach Sinn und Orientierung. Brachos Werke erschienen in Zeitungen und Anthologien, in Ländern Latein Amerikas und in Spanien, Frankreich, Italien, Finnland, Kanada, Japan und den USA. Die Autorin verfasste außerdem zwei Bände mit Gedichten für Kinder. Sie gehört der Kulturstiftung »Sistema Nacional de Creadores de Arte« an und war Stipendiatin der Guggenheim Foundation. Bracho lebt in Mexiko-Stadt.

© internationales literaturfestival berlin

abgelegt unter: