10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2009 / Andrés Neuman

Andrés Neuman  [ Spanien, Argentinien ]

Biographie

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Métodos de la noche,
Hiperión
Madrid, 1998

Bariloche
Anagrama
Barcelona, 1999

La vida en las ventanas
Espasa
Madrid, 2002

Una vez Argentina
Anagrama
Barcelona, 2003

Década (poesía 1997-2007)
Acantilado
Barcelona, 2008

El viajero del siglo
Alfaguara
Madrid, 2009

Andrés Neuman, geboren 1977 in Buenos Aires, lebt seit seinem 14. Lebensjahr im andalusischen Granada. An der dortigen Universität studierte er spanische Philologie und lehrte lateinamerikanische Literatur. Als Autor von Romanen, Essays und Kurzgeschichten, der sich in verschiedenen literarischen Genres zu Hause fühlt, veröffentlichte er zunächst den preisgekrönten Gedichtband »Métodos de la noche« (1998; Ü: Methoden der Nacht), bevor 1999 sein viel beachtetes Romandebüt »Bariloche« erschien. Erzählt wird die Geschichte von Demetrio, einem Müllmann in Buenos Aires, der mithilfe seines nächtlichen Puzzlespiels der tristen Alltagsroutine zu entkommen sucht. Der virtuose Gebrauch von unterschiedlichen sprachlichen Varietäten des Spanischen unterstreicht den polyphonen Charakter des Werkes. »Bariloche« war Finalist des Premio Herralde und wurde von der spanischen Tageszeitung »El Mundo« zu den zehn besten Romanen des Jahres gezählt.
Auf den E-Mail-Roman »La vida en las ventanas« (2002; Ü: Das Leben in den Fenstern) folgte 2003 der von autobiografischen Elementen geprägte Roman »Una vez Argentina« (Ü: Einmal Argentinien), ebenfalls Finalist des Premio Herralde. Vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Ereignisse im Argentinien des 20. Jahrhunderts entfaltet der junge Erzähler Andrés die wechselvolle Geschichte seiner Vorfahren, die aus verschiedenen Teilen der Welt nach Argentinien emigrierten.
Zuletzt veröffentlichte Neuman den Roman »El viajero del siglo« (2009; Ü: Der Jahrhundertreisende), der mit dem renommierten Premio Alfaguara ausgezeichnet wurde. Im Mittelpunkt steht mit dem 19.Jahrhundert die postnapoleonische Epoche europäischer Historie, die mit sprachlicher Brillanz und präzisem Blick zum Leben erweckt wird und mit welcher Neuman die große Romantradition jenes Jahrhunderts in einem sehr zeitgenössischen Stil fortführt. Somit entsteht ein literarischer und historischer Dialog, der eine Brücke schlägt zwischen der Jahrhundertwende um 1800 und dem Beginn des 21. Jahrhunderts. Schauplatz des Romans ist der fiktive Ort Wandernburgo im Nordosten Deutschlands. Der Protagonist, eigentlich auf der Durchreise, wird von dem Ort und seinen Einwohnern in einen mysteriösen Bann gezogen und verlängert seinen Aufenthalt auf unbestimmte Zeit. Vom Hay Festival wurde Neuman in die »Bogotá-39-Liste« aufgenommen und somit als einer der 39 bedeutendsten lateinamerikanischen Autoren unter 39 Jahren ausgewählt.
Der chilenische Schriftsteller Roberto Bolaño schrieb: »Die Literatur des 21. Jahrhunderts wird Neuman und einigen wenigen seiner Blutsbrüder gehören. «Derzeit schreibt Neuman als Kolumnist für die Literaturbeilagen der Tageszeitungen »Abc« in Spanien und »Clarín« in Argentinien. Er lebt in Granada.

© internationales literaturfestival berlin

abgelegt unter: