10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Abdo Khal  [ Saudi-Arabien ]

Biographie

Abduh Khal Portrait
© privat

Gast des ilb 2009, 2012.

Bibliographie

Tarmi bi Sharar
Al-Jamal Publications
Bagdad/Beirut, 2007

Throwing Sparks
Bloomsbury Qatar Foundation Publishing
Doha, 2012
[Ü: Maia Tabet u. Michael K. Scott]

Abdo Khal wurde 1962 in al-Majanah im Süden von Saudi-Arabien geboren. In jungen Jahren verließ er mit seiner Familie seinen Heimatort und zog in die Hafenstadt Dschidda, wo er bis heute lebt und aus der er Inspirationen für viele seiner Werke zieht. Er studierte an der King Abdel Al Aziz University in Dschidda Politikwissenschaften und arbeitete in seiner Jugend für kurze Zeit als Prediger.

Bereits in jungen Jahren war Khal an Literatur interessiert und schrieb seinen ersten Roman mit siebzehn. Bis heute hat er mehr als ein Dutzend Romane und Erzählsammlungen, die teilweise in europäische Sprachen übersetzt wurden, und ein Theaterstück veröffentlicht. Zu seinen Arbeiten gehören Titel wie »A Dialogue at the Gates of the Earth«, »There’s Nothing to be Happy About« und »Cities that Eat Grass«. Viele seiner Bücher, in denen er sich kritisch zur saudischen Gesellschaft äußert, sind in seiner Heimat nicht zugänglich. Arabische Kritiker werfen Khal vor, sein Roman diffamiere die moralischen Werte der Gesellschaft. Nach Khals eigenen Worten liegen die Gründe darin, dass er »das unantastbare Tabu-Trio der arabischen Welt: Sex, Politik und Religion«, thematisiert.

2010 wurde Khal der International Prize for Arabic Fiction für seinen Roman »Tarmi bi Sharar« (2007; Ü: Funken sprühen so groß wie Schlösser) verliehen. Darin untersucht Khal die korrumpierenden Auswirkungen von extremem Reichtum auf die saudische Gesellschaft. Der Roman spielt in Dschidda, wo ein luxuriöses Schloss an der Küste direkt neben einem von Armut geplagten Viertel errichtet wird. Die Bewohner träumen davon, dadurch einen Job zu finden und sich ein besseres Leben aufzubauen. Doch diejenigen, die es schaffen, müssen feststellen, dass es dort sehr viel grausamer und finsterer zugeht, als sie es sich je hätten vorstellen können. Abdo Khal sieht sich selbst als Sprachrohr der Entrechteten: »Die Ausgegrenzten sind für meine Begriffe alle Menschen in einer Gesellschaft, die nicht in der Lage sind, sich Gehör zu verschaffen. Mein Roman ist eine Auseinandersetzung zwischen zwei Welten: der des dekadenten Reichtums und der der bitteren Armut – er beschreibt diese Welten mit all ihren Facetten. Und jeder kann in diesem Roman lesen, was er möchte: die literarische Schönheit oder die skandalösen Teilaspekte.«

Abdo Khal ist Chefredakteur der Zeitung »Ukaz« in Dschidda, für die er regelmäßig eine Kolumne verfasst, und Mitglied des Verwaltungsrats des literarischen Clubs von Dschidda, der Veranstaltungen organisiert und literarische Aktivitäten in der Stadt fördert.

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