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Xi Chuan  [ China ]

Biographie

Xi Chuan Portrait
© privat

Gast des ilb 2004, 2008.

Bibliographie

Dayi ru ci
Literature & Art Press
Hunan, 1997

Die Diskurse des Adlers
Projekt-Verlag
Bochum, Freiburg, 2004
[Ü: Brigitte Höhenrieder, Peter Hoffman]

Übersetzung: Gao Hong, Wolfgang Kubin, Brigitte Höhenrieder, Peter Hoffman

Xi Chuan (eigentlich Liu Jun) wurde 1963 in Xuzhou, in der Provinz Jiangsu, Volksrepublik China, geboren. Von 1981 bis 1985 studierte er Englisch an der Universität in Peking. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Redakteur für das Magazin »Huangqiu« (Globus). 2002 war er Visiting Scholar der University of Iowa und 2007 Visiting Adjunct Professor for Fine Arts an der New York University. Derzeit unterrichtet er Klassische Chinesische Literatur an der Zentralakademie der Schönen Künste in Peking.

Schon zu Studienzeiten hatte Xi Chuan einen Namen in der literarischen Szene. 1988 gründete er mit Freunden das Lyrikmagazin »Qingxiang« (Tendenz), das jedoch nach nur drei Ausgaben verboten wurde. Von 1990 bis 1995 war er einer der Herausgeber des inoffiziellen Magazins »Modern Han Poetry«.

Xi Chuan ist insbesondere für seine langen Prosa-Dichtungen bekannt. Zu seinen wichtigsten Texten zählen »Zhijing« (1992; Ü: Gruß) und »Ying de Huayu« (1999; dt. »Die Diskurse des Adlers«, 2004), in denen er sich im Bruch mit der klassizistischen Kunstauffassung dem Absurden der Existenz zuwendet. Bisher veröffentlichte Xi Chuan vier Lyrikbände, darunter »Dayi ru ci« (1997; Ü: Das ist gemeint) und „Geren Haowu“ (2008; Ü: Private Vorlieben), ein Theaterstück und drei Essaybände. Außerdem ist er in zahlreichen in- und ausländischen Anthologien vertreten. 1997 gab er die gesammelten Werke des mit ihm befreundeten Dichters Hai Zi heraus, der sich 1989 das Leben genommen hatte. Xi Chuan ist auch als Übersetzer, vor allem von Gedichten, tätig. Neben afrikanischer und englischer Lyrik übertrug er Werke von Ezra Pound, Jorge Luis Borges und Czesław Miłosz ins Chinesische.

Xi Chuan wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Modern Chinese Poetry Prize (1994) sowie mit dem nationalen Lu-Xun-Preis (2001). Mehrere Stipendien ermöglichten ihm längere Aufenthalte im Ausland, etwa in Indien, den USA und im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf in Deutschland. Im Rahmen des Programms »Beijing Case« setzte er sich 2005/06 mit dem chinesischen Bauboom und der Zerstörung gewachsener urbaner Strukturen sowie religiöser Orte in der Großstadt auseinander. Xi Chuan lebt in Peking.

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