10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Susan Kiguli  [ Uganda ]

Biographie

Susan Kiguli Portrait
© Ali Gandtschi

Gast des ilb 2008.

Bibliographie

The African Saga
Femrite
Kampala, 1998

Antilopenmond
[Hg. Peter Ripken, Véronique Tadjo]
Peter Hammer
Wuppertal, 2002
[Ill: Juliane Steinbach]
[Ü: Thomas Brückner, Sigrid Groß, Inés Koebel]

Eye of the Storm
[ mit David Pluth, Pierre-François Didek, Nicolas Michel]
Camerapix
Nairobi, 2002

Oral poetry and popular song in post-apartheid South Africa and post-civil war Uganda
University of Leeds
Leeds, 2004

I dare to say [Hg.]
[ mit Violet Barungi]
Femrite
Kampala, 2007

Übersetzung: Thomas Brückner, Sigrid Groß, Inés Koebel, Barbara Jung

Susan Kiguli wurde 1969 im ugandischen Luweero District nördlich der Hauptstadt Kampala geboren. Sie studierte an der dortigen Makerere University Pädagogik sowie Literaturwissenschaft, später an der University of Strathclyde im schottischen Glasgow. 1998 wurde ihr erster Gedichtband, »The African Saga«, vom Verband ugandischer Schriftstellerinnen »Femrite«, der wenige Jahre zuvor als Reaktion auf die unterrepräsentierten weiblichen Stimmen in der lokalen Literatur gegründet worden war, herausgegeben. Der Band erlebte schon nach wenigen Monaten eine zweite Auflage und wurde 1999 mit dem Poesiepreis des National Book Trust of Uganda ausgezeichnet. Seitdem gilt Kiguli als eine der interessantesten jungen Lyrikerinnen Afrikas, die ihre Gedichte in der Tradition der mündlichen Erzählkultur verfassen.

Die mit »Poems of Protest« (Protestgedichte), »Relational Poems« (Beziehungsgedichte), »Poems of Nature« (Naturgedichte) und »Existential Poems« (Existentielle Gedichte) überschriebenen vier Teile von »African Saga« markieren treffend Kigulis Themenspektrum. Die verheerenden sozialen Auswirkungen von Kolonialisierung und postkolonialer Diktatur sind fast allgegenwärtig – so wenn zornige feministische Zeilen die gewalttätige Unterdrückung von Frauen anklagen oder wenn in den vielfältigen Formen der Liebe wie auch in Naturerlebnissen starke Kontrapunkte zu Elend und Leid gefunden werden. In der prägnanten, rhythmischen Sprache unter häufiger Verwendung von Reimen und in starken, oft religiösen Bildern herrscht ein positiver Grundton vor. Kritiker wie Austin Bukenya urteilten, die »subtile Fähigkeit, eine eigensinnige realistische Sicht auf die Schrecken der Situation Afrikas mit einem unerschütterlichen Optimismus zu vereinen, ist eine der größten Stärken von Kigulis Kunst«.

Ihre Gedichte wurden in zahlreiche Anthologien aufgenommen. »Have You Watched a Tree Smile« (Hast du einen Baum lächeln sehen) erschien 2001 in der »Berliner Anthologie« und ein Jahr später in »Antilopenmond« in deutscher Übersetzung. Im Fotoband »Eye of the Storm« (2002; Ü: Auge des Sturms) von David Pluth und Pierre-François Didek wird Uganda auch mit Kigulis Gedichten vorgestellt.

Die Autorin war 1999 Mitglied im Auswahlko mit ee des Commonwealth Writers’ Prize. Mit »Oral poetry and popular song in post-apartheid South Africa and post-civil war Uganda. A study of contemporary performance« (Ü: Orale Dichtung und populäres Liedgut im Südafrika der Post-Apartheid-Ära und im Uganda der Nach-Bürgerkrieg-Zeit. Über zeitgenössische Performance) veröffentlichte sie 2004 ihre Doktorarbeit, die sie an der Universität von Leeds verfasst hatte. 2005 bis 2007 war sie Präsidentin der Schriftstellerinnenvereinigung »Femrite«. Zuletzt veröffentlichte sie mit »I dare to say« (2007; Ü: Ich wage es zu sagen) eine Sammlung von Zeuginnenberichten über das Leben mit AIDS heraus. Derzeit lehrt Kiguli an der Makerere University.

© internationales literaturfestival berlin

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