10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Stian Hole  [ Norwegen ]

Biographie

Stian Hole Portrait
© Jo Michael

Gast des ilb 2008.

Bibliographie

Den gamle mannen og hvalen
Cappelen
Oslo, 2005

Garmanns sommer
Cappelen
Oslo, 2006

Garmanns gate
CappelenDamm
Oslo, 2008

Übersetzung: Ina Kronenberger

Der Grafiker und Designer Stian Hole wurde 1969 im ostnorwegischen Hokksund  geboren und gehört zu den innovativsten Bilderbuchkünstlern Skandinaviens. Nach dem Studium der Visuellen Kommunikation an der Staatlichen Kunstgewerbe-Schule in Oslo gründete er mit Kollegen die Agentur »Blæst Design«, die auf Buchgestaltung und Typografie spezialisiert ist. Als Grafiker kreiert er u.a. Coverillustrationen für Romane renommierter Autoren wie Saabye Christensen, Gaarder und Guillou.

2005 legte Stian Hole sein viel beachtetes Debüt als Kinderbuchautor und -illustrator vor. »Den gamle mannen og hvalen« (Ü: Der alte Mann und der Wal) ist ein Bilderbuch über den alten Cornelius, der mit seiner Katze Trass an der Fjordküste im hohen Norden lebt, nicht weit entfernt von seinem Bruder Halvor, mit dem er seit Jahren kein Wort gewechselt hat. Als Cornelius eines Tages einen gestrandeten Wal findet und es ihm alleine nicht gelingt, das große Säugetier zurück ins Meer zu befördern, muss er Halvor um Hilfe bitten. Angelehnt an Hemingways Erzählung »Der alte Mann und das Meer« zeigt Stian Hole die nordische Natur in den verschiedenen Jahreszeiten, erzählt vom beschaulichen Alltag eines alten Mannes, von Verbitterung, Beharrlichkeit und den Wechselfällen des Lebens. In digitalen, dreidimensional wirkenden Montagen – naturalistisch und surrealistisch zugleich – fügt er Fotografien, ausgeschnittene Bildteile, Ornamente, Texturen und photorealistische Zeichnungen zu einer kraftvoll-poetischen Komposition zusammen. Jede Doppelseite besticht als Gesamtkunstwerk mit unzähligen Schmuckelementen wie Muscheln, Orden, Quietsche-Entchen, Tatoo-Motiven oder prähistorisch anmutenden Wal-Zeichnungen.

Mit seinem zweiten computergrafischen Kunstwerk »Garmanns sommer« (Ü: Garmanns Sommer) präsentierte Stian Hole 2006 erneut »ein opulentes Meisterwerk« (»Aftenposten«), das u.a. mit dem Brageprisen (2006) ausgezeichnet wurde: Feinfühlig schildert er den letzten unbeschwerten Sommer des kleinen Garmann, der nach den Ferien in die Schule kommt. Während der Sechsjährige sehnlich darauf wartet, dass sein erster Zahn ausfällt, philosophiert er mit seinen alten Tanten über Angst und Mut, über Gebisse, Pudelmützen und Skateboards. Brillant konfrontiert der Künstler sprachliche mit visuellen Bildern und lässt eine traumhaft-melancholische Welt entstehen. Für die Grübeleien Garmanns findet er eine neuartige Bildsprache, die durch außergewöhnlichen Farbeinsatz, Portraits mit ausgeprägten Gesichtszügen und überraschende Elemente wie Röntgenblätter beeindruckt. Dabei greift Stian Hole die deutsche Avantgarde der Nachkriegszeit ebenso auf wie italienische Stilexperimente, bezieht sich auf die Meister des Surrealismus, das experimentelle Kino sowie die Design-Ära der 1930er Jahre. Die Jury des Bologna Ragazzi Award (2007) konstatierte: »Die wahrhaft innovative Meisterschaft, mit der dieses Buch gestaltet ist, zeigt die große Begabung, jenseits betretener Pfade zu wandeln.« Im Mai 2008 erschien der Nachfolgeband »Garmanns gate« (Ü: Garmanns Straße). Stian Hole lebt mit seiner Familie in Oslo.

© internationales literaturfestival berlin

Stian Hole
© Ali Ghandtschi

Stian Hole
© Ali Ghandtschi

Berlin View

Stian Holes "Kommabild"

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