10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Piet Grobler  [ Südafrika ]

Biographie

Piet Grobler Portrait
© privat

Gast des ilb 2008.

Bibliographie

Karneval der Tiere
[Text: Phillip DeVos]
Middelhauve
München, 2001
[Ü: Ernst Jandl]

Dokter Me Di Cin
[Text: Roberto Piumini]
Front Street
Pennsylvania, 2002

Eén slokje, Kikker!
Lemniscaat
Rotterdam, 2002

Makwelane En Die Krokodil
[Text: Maria Hendriks]
Human & Rousseau
Cape Town, 2004

Muisje mijn Meisje
[Text: Lida Dijkstra]
Lemniscaat
Rotterdam, 2004

Das Vogel-ABC
Boje
Köln, 2006
[Ü: Uli Blume]

Sky Blue Accident / Accidente Celeste
[Text: Jorge Elias Luján]
Groundwood
Toronto, 2007

Fussy Freya
[Text: Katharine Quarmby]
Frances Lincoln Children’s Books
London, 2008

Übersetzung: Ernst Jandl, Uli Blume, Uwe-Michael Gutzschhan

Piet Grobler, 1959 in Nystroom geboren, wuchs in der Provinz Limpopo auf und ist einer der bedeutendsten Bilderbuchkünstler Südafrikas. Nach dem Theologiestudium war er fünf Jahre als Pfarrer der Dutch Reformed Church tätig. Anfang der neunziger Jahre wandte er sich der Kunst zu, studierte Journalismus und Grafikdesign und begann als Illustrator zu arbeiten. Seither hat er mehr als siebzig Bücher gestaltet, die enthusiastische Kritiken erhielten und in viele Sprachen übersetzt wurden. Sein Werk, das durch die Symbiose europäischer Illustrationsstile und afrikanischer Volkskunst besticht, reicht von Editorial Design über Bilderbücher bis hin zu Installationen.

Piet Grobler schafft ein ästhetisches Universum, in dem Menschen, Tiere, Engel und Monster Platz finden. Die Welt, die er in seinen farbenfrohen Illustrationen entwirft, ist eine betörend heitere ohne Grenzen und Vorurteile. Dabei werden Bezüge zu Geschichten der Bibel, zu klassischen Fabeln und afrikanischer Folklore sichtbar. Mit seiner spielerischen, humorvollen Herangehensweise hat sich Grobler einen unverwechselbaren visuellen Idiolekt erarbeitet – die »Pietness«, wie Kenner seiner Kunst sagen. Er nutzt Acryl, Gouache und Pastell, aber auch Aquarellfarben und Tusche auf handgeschöpftem Papier oder in Kombination mit Collagen. Zu seinen Meisterwerken gehört das von Saint-Saëns’ Komposition inspirierte Bilderbuch »Carnival of the Animals« (1998; Text: Philip de Vos; dt. »Karneval der Tiere«, 2001). Groblers Illustrationen greifen den ironischen Grundton der Musik in ihrem karikierenden Strich auf und tragen zugleich eine eigene Melodie. »Die aufgeregt-flattrigen Verschnörkelungen und die berauschende Kühnheit von Groblers Radierungen, ausgefüllt mit einer Farbpalette aus Braun, Gold und Blau, erinnern an das Werk von Paul Klee«, feierte Booklist die Vignetten. Das Bilderbuch wurde u.a. mit dem Prix Octogones de Chêne (1999) ausgezeichnet. Mit »Please Frog, Just One Sip!« (2002; Ü: He, Frosch, nur ein Schluck!) präsentierte der Illustrator 2002 ein entwaffnendes Werk über friedliche Konfliktlösung. Mit liebenswerten Tricks versuchen die Tiere der Savanne einem selbstsüchtigen Frosch, der alle Wasservorräte ausgetrunken hat, das Lebenselixier wieder zu entlocken. Elemente der Zulu-Kultur greift Grobler in seiner farbimposanten Collage, der Rotkäppchen-Variation »Makwelane and the Crocodile« (2004; Text: Maria Hendriks; Ü: Makwelane und das Krokodil), auf. »Little Bird’s ABC« (2005; dt. »Das Vogel-ABC«, 2006) ist Piet Groblers lautmalerisch-elegante Interpretation des Alphabets mit der Lieblingsgestalt des Zeichners, dem Vogel.

Für seine künstlerische Wandlungsfähigkeit wurde Grobler u.a. mit der Silbermedaille des Noma Concours (1997, 2003) und dem MER Prize (2006) geehrt. 2008 war er Südafrikas Kandidat für den Hans-Christian-Andersen-Award. Kunstsammlungen auf der ganzen Welt erwarben seine Werke. Grobler ist Universitätsdozent für Illustration, gibt Workshops für Kinder und ist Inhaber der Galerie »Hoi Hannelore!«. Mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter lebt er in Stellenbosch.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.pietgrobler.com/]

Berlin View

My most prominent visual or mental pictures of/about Berlin are: the wall, a bear and an angel (the Wim Wenders film "Ein Engel über Berlin"/"Wings of desire" is my all-time favourite). I fused all of that with half a story that I have somewhere in my head: There is this angel on the back of a bear. They are strolling through the debris. Then he sees the flower...


Meine stärksten visuellen oder mentalen Bilder von Berlin sind die Mauer, ein Bär und ein Engel (der Film von Wim Wenders “Ein Engel über Berlin” gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen). Das alles habe ich verschmolzen mit Teilen einer Geschichte, die in meinem Kopf herumschwirrten: Ein Engel sitzt auf dem Rücken eines Bären. Sie spazieren durch den Schutt. Da sieht er die Blume…

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