10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Malorie Blackman  [ Großbritannien ]

Biographie

Malorie Blackman Portrait
© Boje Verlag

Gast des ilb 2008.

Bibliographie

A.N.T.I.D.O.T.E.
Corgi Children’s
London, 2004

Pig-Heart Boy
Corgi Children’s
London, 2004

Cloud Busting
Corgi Yearling
London, 2005

Nur ein Spiel
Random House
München, 2005
[Ü: Cornelia Krutz-Arnold]

Checkmate
Corgi Children’s
London, 2006

The Big Book of Betsey Biggalow
Barn Owl Books
London, 2007

Jessica Strange
Hodder Children's
London, 2008
[Ill: Mark Hearld]

Himmel und Hölle
Boje
Köln, 2008
[Ü: Christa Prummer-Lehmair, Sonja Schuhmacher]

Übersetzung: Christa Prummer-Lehmair, Sonja Schuhmacher, Cornelia Krutz-Arnold

Malorie Blackman wurde 1962 als Tochter karibischer Einwanderer in London geboren und ist die erste schwarze Schriftstellerin, die in Großbritannien mehr als eine Million Bücher verkaufte. Sie arbeitete als Programmiererin, Empfangsdame sowie Verkäuferin und debütierte 1990 mit »Not so Stupid!« (Ü: Gar nicht so dumm!). Ihr Repertoire umfasst Erstlesebücher, Horrorgeschichten, Drehbücher, Theaterstücke, Thriller und Romane für junge Erwachsene. Zu ihren populärsten Werken gehört das Tagebuch des dreizehnjährigen Cameron, der eine Herztransplantation benötigt. Weil menschliche Spenderorgane rar sind, müssen sich Cameron und seine verzweifelte Familie für ein genetisch verändertes Schweineherz entscheiden. »Pig-Heart Boy« (1997; Ü: Der Junge mit dem Tierherz) war für die Carnegie Medal nominiert, die TV-Adaption wurde mit dem BAFTA-Award (2000) prämiert. Blackman entwickelt ihre Geschichten mit kompromissloser Direktheit. So gelingt es ihr, die Helden ihrer Texte – normale Menschen in außergewöhnlichen Situationen – mit großer Authentizität zum Leben zu erwecken. »Ich möchte zeigen, wie es sich anfühlt, in der Haut eines anderen zu stecken«, beschrieb sie ihre Motivation. Nach 49 Werken, die ihre stilistische und thematische Bandbreite dokumentieren, entschloss sich Malorie Blackman, über die anhaltenden Folgen der historischen Sklaverei zu schreiben – und wählte dafür einen ganz neuen Ansatz. Mit »Noughts and Crosses« (2001; dt. »Himmel und Hölle, 2008), das von den Times-Lesern zu den »100 beliebtesten Büchern des Landes aus allen Zeiten« gewählt wurde, demaskiert sie den Alltag ethnischer Diskriminierung. In einer epischen Tour de Force seziert sie rassistische Mechanismen, indem sie Stereotype auf den Kopf stellt: Callum ist ein weißhäutiger »Zero«, ein Bürger zweiter Klasse, der in einem Land lebt, in dem die schwarzen »Alphas« das Sagen haben. Sephy ist eine Alpha und Tochter eines mächtigen Politikers. Aus ihrer Freundschaft ist eine tiefe Liebe geworden, die beide in Gefahr bringt, denn die Welt versinkt in Gewalt und Terror. Nicht minder beeindruckend sind Blackmans Romane »Knife Edge« (2004; Ü: Auf Messers Schneide) und »Checkmate« (2005; Ü: Schachmatt), mit denen die Autorin den Weg Sephys weiterverfolgt und die als Trilogie eine Parabel über Liebe, Hass und Hoffnung bilden. Die Romanreihe wurde in Großbritannien als literarische Sensation gefeiert. »Sie besitzt die Dramatik von ›Romeo und Julia‹ und die politische Zeitkritik eines George Orwell in ›1984‹«, schrieb »The Times«. Die Royal Shakespeare Company führte »Noughts and Crosses« als Theaterstück auf, und im November 2008 erscheint der vierte Band, »Double Cross« (Ü: Doppel-Alpha).

Anlässlich des 200. Jahrestages der Abschaffung des Sklavenhandels in Großbritannien gab Blackman 2007 mit »Unheard Voices« (Ü: Ungehörte Stimmen) eine vielbeachtete Anthologie heraus. Die Autorin wurde u.a. mit dem Sheffield Children’s Book Award (2002), dem Nestlé Smarties Book Prize (2004) und dem Eleanor Farjeon Award (2005) ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter im englischen Kent.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.malorieblackman.co.uk/]

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