10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Helon Habila  [ Großbritannien, Nigeria ]

Biographie

Helon Habila
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2008, 2013, 2015.

Bibliographie

Prison Stories

Epik Books

Lagos, 2000

Waiting for an Angel

Hamish Hamilton

London, 2002

Measuring Time

W. W. Norton

London, 2006

Öl auf Wasser

Wunderhorn

Heidelberg, 2012

[Ü: Thomas Brückner]

The Granta Book of the African Short Story

Granta

London, 2012

www.helonhabila.com

Helon Habila wurde 1967 in Nigeria geboren. Er studierte an der University of Jos Anglistik. 1999 ging er nach Lagos, wo er für das Magazin »Hints« schrieb und dann Literaturredakteur der Tageszeitung »Vanguard« wurde. Habila gewann einige wichtige Schreibwettbewerbe für Kurzgeschichten und Gedichte, darunter den nationalen Lyrikpreis MUSON für das Gedicht »Another Age«.

2000 erschien sein erster Kurzgeschichtenband »Prison Stories« (Ü: Gefängnisgeschichten). Für die in der Sammlung enthaltene Geschichte »Love Poems« erhielt Habila 2001 den renommierten Caine Prize for African Literature und erregte international Aufmerksamkeit. Erzählt wird von einem Journalisten, der im Nigeria der Militärdiktatur Sani Abachas willkürlich verhaftet und gefangen gehalten wird. In der Zelle schreibt er Gedichte, die der Oberaufseher zunächst konfisziert, aber später als seine eigenen ausgibt, um damit seine Geliebte zu umwerben. Diese Episode bildet auch den Ausgangspunkt für Habilas ersten Roman »Waiting for an Angel« (2003; Ü: Warten auf einen Engel). In kunstvoll miteinander verwobenen Geschichten schildert Habila aus unterschiedlichen Perspektiven die politischen und sozialen Strukturen Nigerias in der Zeit der Diktatur. Das Werk wurde mit dem Commonwealth Writers’ Prize Best First Book (Africa Region) ausgezeichnet. Habilas zweiter Roman, »Measuring Time« (2006; Ü: Die Zeit messen), richtet den Blick auf das ländliche Nigeria und umspannt hundert Jahre der Geschichte dieses Landes. Die Protagonisten sind Zwillingsbrüder, von denen einer als Biograf und Historiker des Dorfvorstehers in seinem Geburtsort bleibt, während der andere Soldat in Liberia wird. 2011 erschien »Oil on Water« (dt. »Öl auf Wasser«, 2012), eine Mischung aus Umweltkrimi und Politthriller, und wurde zu einem internationalen Bestseller. In Deutschland belegte die Geschichte über die Entführung einer Britin in Nigeria Platz zwei in der Kategorie Internationaler Krimi beim Deutschen Krimi-Preis. Die Ehefrau des Mitarbeiters einer Ölgesellschaft wird von einer Rebellengruppe, die gegen die Ölgesellschaft kämpft, ins Niger-Delta verschleppt. Zwei Journalisten begeben sich auf die Suche nach ihr und dringen ein in eine Welt voller Gewalt und Zerstörung, in der vor allem die lokale Bevölkerung unter dem erbitterten, völlig entmenschlichten Kampf zu leiden hat. Sein neuestes Buchprojekt »Goodbye, Lagos« erzählt mit einem Auge fürs Detail, wie seine Erfahrungen in Lagos seine literarische Laufbahn beeinflussten.

Habila ist Mitherausgeber der »Virginia Quarterly Review« und gab auch mehrere Bücher heraus, zuletzt 2011 »The Granta Book of the African Short Story« (Ü: Das Granta Buch afrikanischer Kurzgeschichte). Er erhielt 2015 den Windham-Campbell-Literaturpreis und engagiert sich von der Gründung an im »African Writer Trust«. Mit seiner Familie lebt er in Fairfax, Virgina.

[http://www.helonhabila.com/]

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