10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Wole Soyinka  [ Nigeria, USA ]

Biographie

Wole Soyinka
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2007, 2015.

Bibliographie

A Dance of the Forests
Oxford University Press
London u.a., 1963

Idanre and Other Poems
Methuen
London, 1967

Kongi’s Harvest
Oxford University Press
London u.a., 1967

The Trials of Brother Jero
Oxford University Press
Nairobi u.a., 1969

Poems from Prison
Collings
London, 1969

Madmen and Specialists
Methuen
London, 1971

A Shuttle in the Crypt
Methuen
London, 1972

Der Löwe und die Perle
Volk und Welt
Berlin, 1973
[Ü: Helmut Heinrich]

Death and the King’s Horseman
Methuen
London, 1975

Ogun Abibiman
Collings
London, 1976

Myth, Literature and the African World
Cambridge University Press
Cambridge, 1976

Die Plage der tollwütigen Hunde
Walter
Olten, 1979
[Ü: Wolfgang Strauss]

Die Ausleger
Walter
Olten, 1983
[Ü: Inge Uffelmann]

A Play of Giants
Methuen
London, 1984

Requiem for a Futurologist
Collings
London, 1985

Aké
Ammann
Zürich, 1986
[Ü: Inge Uffelmann]

Der Mann ist tot. Aufzeichnungen aus dem Gefängnis
Ammann
Zürich, 1987
[Ü: Ulrich Enzensberger, Melanie Walz]

Stücke
Henschel
Berlin, 1987
[Ü: Joachim Fiebach]

Art, Dialoge and Outrage. Essays on Literature and Culture
New Horn Press
Ibadan, 1988

Die Strasse
Fischer
Frankfurt/Main, 1988
[Ü: Olga und Erich Fetter]

Diese Vergangenheit muss sich ihrer Gegenwart stellen. Eine Rede
Ammann
Zürich, 1988
[Ü: Inge Uffelmann]

Mandela’s Earth and Other Poems
Methuen
London, 1989

From Zia, With Love
Methuen
London, 1992

Orisha Liberates the Mind: Wole Soyinka in Conversation with Ulli Beier on Yoruba Religion
Iwalewa
Bayreuth, 1992

Ìsarà. Eine Reise rund um den Vater
Ammann
Zürich, 1994
[Ü: Inge Uffelmann]

The Beatification of Area Boy: A Lagosian Kaleidoscope
Methuen
London, 1995

The Open Sore of a Continent: A Personal Narrative of the Nigerian Crisis
Oxford University Press
New York u.a., 1996

Ibadan. Streunerjahre
Ammann
Zürich, 1998
[Ü: Irmgard Hölscher, Gerd Meuer, Ilse Strasmann]

Early Poems
Oxford University Press
Oxford/New York, 1998

Die Last des Erinnerns. Was Europa Afrika schuldet
Patmos
Düsseldorf, 2001
[Ü: Gerd Meuer]

King Baabu
Methuen
London, 2002

Samarkand und andere Märkte
Ammann
Zürich, 2004
[Ü: Klaus Laabs]

Klima der Angst. Politische Essays
Ammann
Zürich, 2005
[Ü: Gerd Meuer]

You Must Set Forth at Dawn. A Memoir
Random House
New York, 2006

Übersetzung: Ulrich Enzensberger, Olga Fetter, Erich Fetter, Joachim Fiebach, Helmut Heinrich, Irmgard Hölscher, Klaus Laabs, Gerd Meuer, Ilse Strasmann, Wolfgang Strauss, Inge Uffelmann, Melanie Walz

Wole Soyinka wurde 1934 im westnigerianischen Abeokuta geboren. Nach Literatur- und Theaterwissenschaftsstudien in Nigeria (Ibadan) und England (Leeds) arbeitete er im Londoner Royal Court Theatre als Dramaturg und Schauspieler und schrieb seine ersten Dramen. 1960 kehrte er nach Nigeria zurück, wo er weitere Theaterstudien betrieb, zwei Schauspielgruppen gründete, zwei Literaturzeitschriften leitete und an verschiedenen Universitäten unterrichtete. 1967 wurde er der Unterstützung der Biafra-Unabhängigkeitsbewegung angeklagt und ohne Urteil inhaftiert. Die folgende Zeit thematisieren der Lyrikband »Poems from Prison« (1969; Ü: Gedichte aus dem Gefängnis) und sein erstes autobiografisches Werk »The Man Died« (1972; dt. »Der Mann ist tot«, 1979). Erst zwei Jahre und vier Monate später kam er frei, u.a. aufgrund internationaler Proteste. Seitdem lebte er zweimal für lange Perioden im Exil in Europa, den USA sowie in Ghana und war als Gastprofessor an verschiedenen Universitäten tätig. Er war Präsident am Internationalen Theaterinstitut in Paris und Woodruff-Professor an der Emory University in Atlanta. In dieser Zeit wurde er in Abwesenheit wegen Hochverrats verurteilt.
Seit seinen frühen Dramen begleitet Soyinka die Entwicklung des modernen Afrika und gestaltet gleichzeitig ein Bild der conditio humana. Dabei stellt er sich gegen eine unkritische und verklärende Rückbesinnung auf vorkoloniale Werte und tritt für eine selbstbewusste und kreative Weiterentwicklung afrikanischer Traditionen ein. Mit leidenschaftlichem und forderndem Duktus setzt er sich in seinem oft satirischen und ironischen Werk für Pluralismus, Demokratie und die soziale und politische Gleichberechtigung Afrikas ein. Er verbindet metaphernreich und poetisch Mythen der Yoruba mit denen Europas, vereint Idiome der Yoruba mit europäischen sowie Literatur mit politischer Ideengeschichte.
1986 wurde Soyinka als erster schwarzer und afrikanischer Schriftsteller mit dem Nobel pr eis für Literatur ausgezeichnet. In seinen späteren Werken – darunter Essays und mehrere autobiografische Romane – thematisiert Soyinka auch globale Probleme. In der Vortragsreihe »Climate of Fear« (2004; dt. »Klima der Angst«, 2005) bekräftigt er die politische Verantwortlichkeit des Bürgers weltweit und verurteilt die großen Weltreligionen als die gefährlichste Macht des 21. Jahrhunderts.
Soyinka wurde in seinem Heimatland und international vielfach ausgezeichnet. Er ist Ehrendoktor mehrerer Universitäten – darunter Leeds, Emory, Yale, Harvard, Montpellier, Toronto und Bayreuth –, Mitglied von britischen, afrikanischen, französischen und deutschen Literaturvereinigungen, Kommandeur des Verdienstordens der italienischen Republik und Ehrenbürger von New Orleans, Houston und Montpellier. Kürzlich wandte er sich in einem Artikel im »Guardian« gegen die manipulierten nigerianischen Wahlen im April 2007. Der Autor lebt in Nigeria und den USA, wo er derzeit als Senior Fellow am Black Mountain Institute der University of Nevada sowie als Non-Resident Fellow am DuBois Institute der Harvard University arbeitet. Darüber hinaus ist er Professor emeritus an der Obafemi Awolowo University in Ile-Ife, Nigeria, wo er die Professur für Vergleichende Literaturwissenschaft innehatte.

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