10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Vagelis Iliopoulos  [ Griechenland ]

Biographie

Vagelis Iliopoulos Portrait
© privat

Gast des ilb 2007.

Bibliographie

O Fokos vomise oti itan arrostos
Patakis
Athen, 2002
[Ill: Elli Kelemendri]

Apo: Mikele, Pros: Foti
[mit Luciano Comida]
Patakis
Athen, 2005

Etimos apo kero
Patakis
Athen, 2005

O vivliopontikas
Patakis
Athen, 2005
[Ill: Chiara Fedele]

O Trigonopsaroulis ston kosmo ton paraxenon psarion
Patakis
Athen, 2006
[Ill: Lida Varvaroussi]

Kafe aidiastiko balaki
Patakis
Athen, 2007

O Trigonopsaroulis
Patakis
Athen, 2007
[Ill: Lida Varvaroussi]

Ta jenethlia tou Trigonopsarouli i Pos i agapi nikise ton polemo
Patakis
Athen, 2007
[Ill: Lida Varvaroussi]

Übersetzer: Doris Wille

Vagelis Iliopoulos wurde 1964 in Athen geboren, wo er Pädagogik und Theologie studierte und heute als Grundschullehrer tätig ist. Seit seinem Debüt 1995 sind über dreißig Bilder- und Erstlesebücher, Romane und mythologische Erzählungen erschienen, die in Korea und anderen Ländern verlegt wurden. Seinen Status als einer der populärsten Vertreter zeitgenössischer Kinderliteratur in Griechenland festigte er mit der preisgekrönten Kinderbuch-Serie »O Trigonopsaroulis« (1997ff; Ü: Der kleine Dreiecksfisch), in der er von den Abenteuern eines kleinen Meeresbewohners erzählt, der anders als alle anderen ist. Voller Tatendrang, Optimismus und Erfindungsreichtum meistert der kleine Dreiecksfisch ungeahnte Situationen: Er kämpft gegen einen großen Hai, entkommt vertrackten Fischernetzen, rettet ein Seepferdchen und hilft exotischen Fischen, nicht in die Gefangenschaft eines Aquariums zu geraten. Während klassische Märchen wie Andersens »Die kleine Meerjungfrau« ihre Spannung aus dem ontologischen Gegensatz von Humanem und Animalischem beziehen, agieren Iliopoulos’ Helden in einer Miniatur-Ausgabe der menschlichen Gesellschaft »unter Wasser«. Exzellent gelingt es dem Autor, den Alltag des gelben Fischkindes in den Weiten des Ozeans mit gesellschaftlich relevanten Themen wie Ausgrenzung, Krieg und Umweltbedrohung zu verknüpfen und ein Plädoyer für Respekt, Gleichberechtigung und Toleranz zu formulieren. In schlichter Eleganz zeigt Iliopoulos den kleinen Dreiecksfisch, der zu den beliebtesten literarischen Helden griechischer Kinder zählt, als eigenständige Persönlichkeit, Verfechter humaner Werte und Pionier im Kampf um eine ökologische Nutzung der Meere. »O Trigonopsaroulis« wurde 1998 in die IBBY-Liste »Best Books for Young People with Disabilities« aufgenommen. Zudem war die Kinderbuchreihe Teil eines Unicef-Schulprogramms in Griechenland und hat Zeichentrickfilme, (Puppen-)Theater- und Musikproduktionen inspiriert.

Neben Büchern für kleine Kinder hat Vagelis Iliopoulos ebenso anspruchsvolle Romane für Jugendliche vorgelegt. Zusammmen mit dem italienischen Autor Luciano Comida präsentierte er 2004 ein ambitioniertes Buchprojekt, »Apo: Mikele, Pros: Foti« (Ü: Von: Michele, An: Fotis), das zeitgleich in Griechenland und Italien publiziert wurde. In einem literarischen Ping-Pong erzählen die Autoren von Michele aus Triest und Fotis aus Athen, die sich über ein Brieffreundschafts-Programm kennenlernen. In Briefen, E-mails und SMS tauschen sich die 13-jährigen über Fußball, Mädchen, Familie und Schulalltag aus und vertrauen sich ihre Geheimnisse an. So unterschiedlich beide Charaktere zu Beginn erscheinen, umso überzeugender schälen die Autoren durch ihre authentischen Erzählstimmen die Gemeinsamkeiten beider Jungen heraus, die nach Antworten auf die brennenden Fragen des Heranwachsens suchen.

Vagelis Iliopoulos hat sich auch als Journalist, Übersetzer, TV-Moderator und Dozent einen Namen gemacht. Sechs Jahre war er Generalsekretär der griechischen IBBY-Sektion, dessen Vizepräsident er heute ist. Für sein facettenreiches Werk erhielt der Autor u.a. den Preis der Women’s Literature Society. Sein viel gelobtes Kinderbuch »Kafe aidiastiko balaki« (2003; Ü: Der kleine hässliche braune Ball), das von einem albanischen Flüchtlingskind in Griechenland erzählt, wurde 2004 vom Literaturmagazin »Diavazo« prämiert. Der Schriftsteller lebt mit seiner Familie in Athen.

© internationales literaturfestival berlin

Berlin View

Ich schreibe nur, wenn ich im Märchenland bin.
Dort kommen mir meine Einfälle.
Vielleicht fragst du dich, wo das Märchenland liegt...
In der Nacht, wenn alle schlafen, ist es in meinem Arbeitszimmer.
Und wenn ich verreise, ist das Märchenland im Flugzeug.
Es liegt auch direkt am Meer, jeden Sommer.
Ich genieße es, einer seiner Bewohner zu sein.
Das Märchenland ist in mir!

[Aus dem Griechischen von Doris Wille]

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