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Szilárd Borbély  [ Ungarn ]

Biographie

Szilárd Borbély Portrait
© Barna Burger

Gast des ilb 2007.

Bibliographie

Adatok
KLTE
Debrecen, 1988

A bábu arca / Történet
Széphalom
Budapest, 1992

Hosszú nap el
Jelenkor, Müvészeti
Pécs, 1993

A Vanitatum vanitas szövegvilágáról
Kölcsey Társaság
1995

Mint. minden. Alkalom
Balassi
Budapest, 1995

Ami helyet
Jelenkor
Pécs, 1999

Berlin/Hamlet
Jelenkor
Pécs, 2003

Halotti pompa
Kalligram
Pozsony, 2004

Árkádiában:~történetek az irodalom történetébö
Csokonai K.
Debrecen,~2006

Pompa funebris: sekvence
Opus
Zblov, 2006

Übersetzer: Heike Flemming

Szilárd Borbély wurde 1964 im ungarischen Fehérgyarmat geboren. Er studierte nach dem Wehrdienst Ungarische Sprache und Literatur an der Lajos-Kossuth-Universität im nahen Debrecen und spezialisierte sich auf die Zeit des Barock und des frühen 19. Jahrhunderts. Noch während seiner Studentenzeit wurde sein erster Gedichtband, »Adatok« (1988; Ü: Daten), veröffentlicht. Seit 1989 ist Borbély am Lehrstuhl für Alte Ungarische Literatur als Assistent und Dozent tätig. In seiner Studie »A Vanitatum vanitas szövegvilágáról« (1995) untersuchte er die »Textur« von Kölcseys Gedicht »Vanitatum Vanitas«. 1998 promovierte er im Fach Literaturwissenschaft.

Borbélys lyrisches Werk ist von seiner akademischen Beschäftigung mit textuellen Formen einerseits und in zunehmendem Maß von religiösen Motiven und Traditionen andererseits geprägt. Schon als Kind, erinnert er sich, »beschäftigte ich mich nur mit metaphysischen Fragen. Die physische Welt interessierte mich nicht. Was mich interessierte waren Engel, der Tod, Gott, das Jüngste Gericht und verschiedene Arten der Belohnung. Zum Beispiel Schokolade und andere Süßigkeiten.«

Franz Kafka und János Pilinszky zählt Borbély ebenso zu seinen Gewährsleuten wie die zeitgenössischen Autoren Miklós Mészöly, Péter Nádas und Péter Esterházy. In Werken wie dem Langgedicht »Hosszú nap el« (1993; Ü: Ein langer Tag, fernab) oder »Mint. minden. Alkalom« (1995 Ü: Wie. alles. Gelegenheit) dominiert das Spiel mit Stilfiguren die ebenfalls vorhandene existentialistische Dimension. Über den Lyrikband »Ami helyet« (1999; Ü: Der Ort wovon) bemerkte Gábor Schein: »Um sich diesen Texten zu nähern, muss man akzeptieren, dass ein Gedicht eine raumhafte Entität ist, die von s pr achlichen Elementen oder – genauer gesagt – von materiell übermittelten Äußerungen gebildet wird sowie (und das ist noch wichtiger) von deren Beziehungen. So werden die Texte buchstäblich zu Texturen, Geweben, denen gleichzeitig eine re pr äsentative Kraft innewohnt.« In »Halotti pompa« (2004; Ü: Leichen pr unk) verarbeitet Borbély literarisch einen Einbruch in das Haus seiner Eltern, bei dem seine Mutter ermordet und sein Vater schwer verletzt wurde. Dafür greift er auf barocke Stilfiguren und auf Motive der »ars moriendi« zurück und flicht zahlreiche Verweise auf die Apokryphen sowie auf die jüdische Aufklärung und Mystik, den Chassidismus, ein. »Da es scheint, dass wir das Ende der Ära des Rationalismus erreichen, mag sich ein Blick zurück auf die Bewegung des jüdischen Pietismus lohnen«, glaubt Borbély.

Der Autor trat auch als Übersetzer aus dem Deutschen und Englischen hervor, u.a. von den Autoren Rumjana Zacharieva, Monika Rinck, Hendrik Jackson, Robert Gernhardt und Durs Grünbein. Er wurde mit den namhaftesten ungarischen Preisen, dem Tibor-Déry-Preis, dem József-Attila-Preis und dem Füst-Milán-Preis, ausgezeichnet. Borbély lebt in Debrecen.

© internationales literaturfestival berlin

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