10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Mario Vargas Llosa  [ Peru ]

Biographie

Mario Vargas Llosa Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2007, 2011.

Bibliographie

Die Stadt und die Hunde
Rowohlt
Reinbek, 1965
[Ü: Wolfgang A. Luchting]

Gespräch in der »Kathedrale«
Suhrkamp
Frankfurt a. M., 1984
[Ü: Wolfgang A. Luchting]

Tante Julia und der Kunstschreiber
Suhrkamp
Frankfurt a. M., 1985
[Ü: Heidrun Adler]

Die Welt des Juan Carols Onetti
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2009
[Ü: Angelica Ammar]

Der Traum des Kelten
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2011
[Ü: Angelica Ammar]

Mario Vargas Llosa wurde 1936 im peruanischen Arequipa geboren und wuchs in Bolivien, Nordperu und Lima auf. Dort studierte er Literaturwissenschaften sowie Jura und promovierte in Madrid. Er war früh journalistisch und schriftstellerisch tätig und gilt mit García Márquez, Cortázar und Fuentes als Quartett des Booms der lateinamerikanischen Literatur. Seine ersten drei Romane – als Meisterwerk gilt insbesondere »Conversación en La Catedral« (1969; dt. »Gespräch in der ›Kathedrale‹«, 1984) – schrieb er in Europa, wo er in Paris, London und Barcelona lebte. 1975 kehrte er nach Peru zurück und engagierte sich zunehmend politisch. Als Kandidat für die peruanischen Präsidentschaftswahlen unterlag er 1990 Alberto Fujimori. Mit seinem Eintreten für Demokratie und individuelle Freiheit gilt er als moralische Instanz. Zuletzt wandte sich der dezidierte Unterstützer Israels mit einer differenzierten Kritik gegen die aktuelle Politik des Landes gegenüber den Palästinensern. Er lehrte an amerikanischen und europäischen Universitäten (Washington, Puerto Rico, London, Cambridge, Harvard, Princeton u. a.). Seit 1993 ist er spanischer Staatsbürger.
Llosas frühes Romanwerk zeichnet sich durch avancierteste literarische Formen und eine präzise polyfone Struktur aus. Im Bemühen um den »totalen Roman« wird ein Kaleidoskop der peruanischen Gesellschaft aus Splittern geschichtlicher und geografischer Beschreibungen, verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen quer durch alle Gesellschaftsschichten entworfen. Wirklichkeit scheint als artifiziell-fiktionales Konstrukt auf. Eine wichtige Inspirationsquelle bildete stets die eigene Biografie: Im Romandebüt »La ciudad y los perros« (1962; dt. »Die Stadt und die Hunde«, 1965) wird die traumatische Erfahrung des Lebens in einer Kadettenanstalt aufgegriffen. »La tía Julia y el escribidor« (1977; dt. »Tante Julia und der Lohnschreiber«, 1977) verarbeitet die erste, früh geschlossene Ehe des Autors mit seiner 14 Jahre älteren Tante. Während sich satirischer Ton und erotische Schilderungen auch im späteren Werk hielten, reduzierte Vargas Llosa zunehmend die erzählerische Komplexität seines Werks, das auch literaturtheoretische und politische Essays, Vorträge und Memoiren umfasst. In Vargas Llosas neuestem Roman »El sueño del celta« (2010; dt: »Der Traum des Kelten«, 2011) reflektiert die Hauptfigur die Schrecken des Kolonialismus. Der Roman vereint journalistischen Stil, Elemente des historischen Romans und die Motive der erzählerischen Welt des Autors.
Vargas Llosa war Präsident des internationalen PEN und ist Mitglied der Reál Academía Española sowie mehrfacher Ehrendoktor (u. a. der Humboldt-Universität zu Berlin). »Für seine Kartografie von Machtstrukturen und seine energischen Bilder des individuellen Widerstands, der Rebellion und Niederlage« wurde Mario Vargas Llosa 2010 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Zu seinen weiteren Auszeichnungen gehören der Premio Cervantes, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, der National Book Critics Circle Award, der Premio Ortega y Gasset und der PEN/Nabokov Award. Der Autor lebt in London, Paris, Madrid und Lima.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.mvargasllosa.com]

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