10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Liliana Bodoc  [ Argentinien ]

Biographie

Liliana Bodoc Portrait
© Michel Marcú

Gast des ilb 2007.

Bibliographie

Diciembre Súper Álbum
Alfaguara
Buenos Aires, 2006
[Ill: Eugenia Nobati]

Sucedió en colores
Norma
Buenos Aires, 2007
[Ill: Matías Trillo]

La saga de los Confines:
Los días del Venado
Norma
Buenos Aires, 2007

La saga de los Confines:
Los días de la Sombra
Norma
Buenos Aires, 2007

La saga de los Confines:
Los días del Fuego
Norma
Buenos Aires, 2007

La mejor luna
Norma
Buenos Aires, 2007

Reyes y pájaros
Norma
Buenos Aires, 2007
[Ill: Matías Trillo]

Memorias impuras: Los padres
Planeta
Buenos Aires, 2007

Übersetzer: Matthias Strobel

Liliana Bodoc wurde 1958 in Santa Fe, Argentinien, geboren und wuchs in Mendoza auf. Sie studierte Moderne Literatur an der Universidad Nacional von Cuyo. Seit ihrem viel beachteten Debüt mit »La saga de los Confines. Los días del Venado« (2000; Ü: Die Grenzländersaga. Die Tage des Hirschs), dem ersten Teil einer Trilogie, gehört sie zu den bedeutendsten neuen Stimmen fantastischer Literatur im spanischen Sprachraum. Allein in Argentinien verkaufte sich der erste Band 70.000 Mal. Er wird demnächst in mehreren europäischen Ländern erscheinen, darunter auch in Deutschland. Neben fantastischer Epik veröffentlichte Bodoc auch Theaterstücke, Erstlesetexte, Erzählungen und Romane für Kinder und Jugendliche.

In berückend dunklen Bildern erzählt »La saga de los Confines« von einer mythischen Schlacht in einer fernen Vergangenheit: Als fremde Schiffe in unbestimmter Absicht in See stechen, schließen sich die Bruderschaft der freien Luft und die Kreaturen der Fruchtbaren Länder zum Hirschbund zusammen. In ihm kämpfen auch der Husihuilke-Krieger Dulkancellin und Cucub von den Zitzahay. Unterstützt vom Erdenzauberer Kupuka, ziehen sie in den Krieg gegen Misáianes, den Sohn des Ewigen Hasses, und seine Armee der Alten Länder.

Historische mit fantastischen Erzählelementen verwebend, entspinnt die Autorin vor dem Hintergrund der Kulturen von Azteken, Maya und Mapuche ihr mitreißendes Epos über einen Kampf um Unterwerfung, Überleben und Freiheit, in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse fließend sind und an dessen Ende der Untergang einer ganzen Epoche steht. Auf den Vergleich mit J.R.R. Tolkien angesprochen, erwidert die Autorin: »Tolkiens Epos ist in einer entgegengesetzten Realität verankert, es ist ein europäischer Epos, eurozentrisch und monarchistisch. Sein Werk und meines verkörpern zwei unterschiedliche Weltbilder: Tolkien schreibt aus der Sicht der Mächtigen, ich vom Standpunkt der ›abandonados‹ (Verlassenen)«. Bodoc beeindruckt als eindringliche Erzählerin, der es meisterhaft gelingt, kollektive Erfahrungen wie Unterdrückung und Krieg mit dem Intimen und Privaten ihrer Protagonisten zu verbinden. Indem die Autorin deren Ängste und Zweifel in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit rückt, entfernt sie sich bewusst von den klassischen Archetypen fantastischer Epik und bricht mit den Mustern des Genres. Nicht zuletzt aus diesem Grund konstatierte das Magazin »Página/12«: »Ihre Romane sind wahrscheinlich die besten Bücher des Genres fantastische Epik, die je in spanischer Sprache geschrieben wurden.«

Zuletzt veröffentlichte Liliana Bodoc mit »Memorias impuras. Los padres« (2007; Ü: Unreine Erinnerungen. Die Eltern) den ersten Band eines zweiteiligen Romans. Für »Los días del Venado« erhielt sie u.a. den Premio Feria del Libro de Buenos Aires (2000) und wurde in die IBBY Honour List (2002) aufgenommen. Der erste Teil der »Confines«-Saga und die Fortsetzung »Los días de la Sombra« (2006; Ü: Die Tage des Schattens) wurden außerdem mit dem Premio Calidoscopio (2003) der Banco del Libro de Venezuela prämiert. Liliana Bodoc ist verheiratet und lebt in Buenos Aires.

© internationales literaturfestival berlin

Berlin View

Wenn ich einen Ort zum Schreiben wähle, wenn ich bestimme, dass es in der vertrauten Stille meines Zuhauses oder in einer vollen, lauten Kneipe sein soll, dann bin ich mir gewiss, dass dieser Ort, welcher immer es auch sei, meine Geschichte verändern wird. Der Einfallwinkel des Lichts, die Gespräche um mich herum, die Anwesenheiten und Abwesenheiten werden auf subtile, aber unverkennbare Weise in die Prosa einfließen. Denn die Welt schreibt zweifellos mit uns.

[Aus dem argentinischen Spanisch von Matthias Strobel ]

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