10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Kevin Brooks  [ Großbritannien ]

Biographie

Kevin Brooks Portrait
© Penguin

Gast des ilb 2007.

Bibliographie

Bloodline
Barrington Stoke
Edinburgh, 2004

I See You, Baby...
Barrington Stoke
Edinburgh, 2005

Martyn Pig
dtv
München, 2005
[Ü: Uwe-Michael Gutzschhahn]

Lucas
dtv
München, 2005
[Ü: Uwe-Michael Gutzschhahn]

Candy
dtv
München, 2006
[Ü: Uwe-Michael Gutzschhahn]

Johnny Delgado
Barrington Stoke
Edinburgh, 2006

The Road of the Dead
The Chicken House
Somerset, 2006

Kissing the Rain
dtv
München, 2007
[Ü: Uwe-Michael Gutzschhahn]

Being
Puffin Books
London, 2007

Black Rabbit Summer
Puffin Books
London, 2008

Übersetzer: Uwe-Michael Gutzschhahn

Kevin Brooks, eine neue Stimme unter den britischen Jugendbuchautoren, wurde 1959 bei Exeter in der Grafschaft Devon geboren und studierte in Birmingham und London Psychologie, Philosophie und Kulturwissenschaften. Er war Punkmusiker, Maler, Tankwart, Postbote und Verkäufer im Londoner Zoo, bis im Jahr 2002 mit dem radikal-finsteren Krimi »Martyn Pig« (dt. »Martyn Pig«, 2004) sein erster Jugendroman publiziert und sogleich für die Carnegie Medal (2002) nominiert wurde.

Danach gefragt, warum er für junge Erwachsene schreibe, erklärte Brooks: »Die meisten Leute hören auf, sich bestimmte Fragen zu stellen, wenn sie erwachsen werden […]. Ich dagegen fühle mich immer noch, wie ich mich mit 14 gefühlt habe: verwirrt. Ein bisschen eingeschüchtert. Ohne eine richtige Ahnung, was eigentlich läuft. Deshalb ist es für mich ganz natürlich, darüber zu schreiben.« Seine atmosphärisch dichten Romane geben sich verstörend, düster und spannend. Authentisch-zupackend und in kraftvoll-poetischer Sprache schildert der Autor, wie der Alltag seiner jungen Protagonisten durch die Konfrontation mit Gewalt und Willkür auseinanderbricht. In fesselnden Szenen lässt Brooks sie zu Jägern und Gejagten werden und »hetzt sie in unbekanntes Terrain« (»Die Zeit«). Immer wieder lotet er die fließenden Grenzen von Schicksal und Zufall, Schuld und Unschuld aus. In stillen Momenten halten seine Ich-Erzähler inne, um die oftmals schmerzlichen Erfahrungen von Liebe, Einsamkeit und Abschied zu reflektieren. So entstehen sensible Porträts der komplexen Lebensrealität heutiger Jugendlicher im Stile Salingers und Chandlers. 2003 erschien Kevin Brooks’ hoch gelobter Roman »Lucas« (dt. »Lucas«, 2005): Auf einer kleinen Insel vor der englischen Küste taucht aus dem Nichts ein Fremder auf – Lucas. Die 15-jährige Ich-Erzählerin Cait ist auf Anhieb fasziniert und steht bedingungslos zu ihm, während die anderen Inselbewohner dem rätselhaften Jungen mit Ablehnung und blankem Hass begegnen. In der klaustrophobischen Enge der Insel spitzt sich die Lage bald unbegreiflich zu und endet in einer Hetzjagd auf Leben und Tod. »Es ist die Art Buch, die einen, auf der letzten Seite angekommen, in Stille verharren lässt«, bemerkte die »Sunday Times«. Mit »Kissing the Rain« (2004; dt. »Kissing the Rain«, 2007) legt der Autor erneut einen aufwühlenden Thriller um Wahrheit und Lüge vor: Atemlos und ungeschliffen, in einem mit Slang durchsetzten Redeschwall, dessen Eindringlichkeit grafisch mit Großbuchstaben betont wird, berichtet Moo voller Wut und Angst, wie er als einziger Zeuge eines Verbrechens zwischen die Fronten gerät. »Es ist nicht leicht, Moo zu mögen; doch wegzuhören, wenn er spricht, ist undenkbar. […] Seine Geschichte wird bleiben«, resümierte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«.

Kevin Brooks, dessen Werke in Amerika und Europa verlegt sind, hat eine Vielzahl internationaler Auszeichnungen erhalten. Für »Lucas« wurde er mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis (2006) geehrt. »Road of the Dead« (2006; Ü: Straße der Toten) kam auf die Auswahlliste des Edgar Allan Poe Awards (2007) und der Carnegie Medal (2007). Darüber hinaus war der Schriftsteller dreimal für den Guardian Children’s Fiction Award nominiert. Brooks ist verheiratet und lebt in Richmond, North Yorkshire.

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