10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Jane Urquhart  [ Kanada ]

Biographie

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© Berlin Verlag

Gast des ilb 2007.

Bibliographie

False shuffles
Porcépic
Victoria, 1982
[Ill. Tony Urquhart]

The Little Flowers of Madame de Montespan
Porcupine's Quill
Erin, Ontario, 1983

Changing heaven 
McClelland & Stewart
Toronto, 1990

Fort
Berlin Verlag
Berlin, 1995
[Ü: Werner Richter]

Übermalungen
Berlin Verlag
Berlin, 1997
[Ü: Peter Knecht]

Some other garden
McClelland & Stewart
Toronto, 2000

Die Ballonfahrerin
Goldmann
München, 2001
[Ü: Berthold Radke]

Im Strudel
btb
Berlin, 2002
[Ü: Monika Schmalz]

Die Bildhauer
Berlin Verlag
Berlin, 2002
[Ü: Barbara Schaden]

Die gläserne Karte
Berlin Verlag
Berlin, 2006
[Ü: Werner Löcher-Lawrence]

Übersetzer: Peter Knecht, Werner Löcher-Lawrence, Berthold Radke, Werner Richter, Barbara Schaden, Monika Schmalz

Jane Urquhart wurde 1949 in der nordkanadischen Bergbausiedlung Little Long Lac geboren und wuchs in Cramahe, Northumberland County, und in Toronto auf. Sie studierte Anglistik und Kunstgeschichte an der University of Guelph und veröffentlichte zunächst drei Gedichtbände, in denen Visualität bereits als grundlegende Dimension ihres Schreibens angelegt ist. »Die Fähigkeit zu sehen und das visuelle Gedächtnis sind sehr wichtig, so auch die Fähigkeit, eine Landschaft zusammenzusetzen und dabei wegzulassen, was nicht hingehört und das Nötige einzusetzen. Jedes Bild besteht aus Erinnerungen, Phantasie und Wirklichkeit, nur in unterschiedlichen Graden. Und dasselbe gilt für das Schreiben.« Der Band »The Little Flowers of Madame de Montespan« (1984; Ü: Die kleinen Blumen der Madame de Montespan), aus der Perspektive der zweiten Geliebten Ludwigs XIV. geschriebene Gedichte, spielt beispielsweise mit dem Kontrast zwischen französischer Gartengestaltung und kanadischer Wildnis. Ihre inzwischen sieben Romane machten Urquhart über die Landesgrenzen hinaus zu einer der bekanntesten kanadischen Schriftstellerinnen.
Zentrale Themen ihres Werkes sind Landschaft und Liebe, die anhand von Familienchroniken und Einwandererschicksalen entfaltet werden. Die Zeitgeschichte vor allem des ausgehenden 19. Jahrhunderts bildet den Hintergrund für die atmosphärischen Texte. Ihr Romandebüt »The Whirlpool« (1986; dt. »Im Strudel«, 2002) verbindet das Schicksal der Witwe eines Bestattungsunternehmers (tatsächlich handelt es sich um eine Großmutter von Urquharts Mann) mit dem Sterben des Poeten Robert Browning. »Changing Heaven« (1990; dt. »Die Ballonfahrerin«, 2001) verknüpft die Geschichten einer zeitgenössischen Brontë-Forscherin und einer Ballonfahrerin des 19. Jahrhunderts. Der jahrelang in den kanadischen Bestsellerlisten stehende Titel »Away« (1993; dt. »Fort«, 1995) porträtiert eine irische Einwandererfamilie mit besonderem Blick auf deren ungewöhnliche, starke Frauen. »The Stone Carvers« (2001; dt. »Die Bildhauer«, 2002) – in dessen Mittelpunkt ein riesiges kanadisches Mahnmal für den Ersten Weltkrieg steht – folgt den Schicksalen deutscher Einwanderer und der Entwicklung der ländlichen Umgebung von Ontario, wo diese sich im 19. Jahrhundert ansiedelten. Zuletzt veröffentlichte Urquhart mit »A Map of Glass« (2005; dt. »Die gläserne Karte«, 2006) den Roman über eine Familie, die vom Holztransport auf dem Sankt-Lorenz-Strom lebte – wie viele ihrer Werke eine Hommage an die Landschaft ihrer Heimat Ontario.
Urquhart war Writer in Residence an der University of Ottawa, an der University of Guelph und an der Memorial University of Newfoundland. An der University of Toronto hatte sie die Presidential Writer-in-Residence Fellowship inne. Sie ist Chevalier des Ordre des Arts et des Lettres sowie Officer of the Order of Canada. Zu ihren Preisen gehören der Prix du Meilleur Livre Etranger, der Marian Engel Award für ihr Gesamtwerk, der Trillium Award, der Harbourfront International Festival Prize, der Governor General's Award for Fiction sowie Nominierungen für den Giller Prize, den Orange Prize, den International IMPAC Dublin Literary Prize und den Man Booker Prize. Urquhart lebt mit ihrem Mann, dem bildenden Künstler Tony Urquhart, in einer Kleinstadt im Südosten Ontarios und gelegentlich in einem Landhaus im Südwesten Irlands.

© internationales literaturfestival berlin

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The places I work  when I am lucky enough to be in Ireland.     I sometimes run away there in order to work.

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