10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Isabel Allende  [ Chile, USA ]

Biographie

Isabel Allende Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2006, 2007, 2012.

Bibliographie

Das Geisterhaus
Suhrkamp Verlag
Frankfurt a. M., 1984
[Ü: Anneliese Botond]

Paula
Suhrkamp Verlag
Frankfurt a. M., 1995
[Ü: Lieselotte Kolanoske]

Das Siegel der Tage
Suhrkamp Verlag
Frankfurt a. M., 2009
[Ü: Svenja Becker]

Die Insel unter dem Meer
Suhrkamp Verlag
Berlin, 2010
[Ü: Svenja Becker]

Mayas Tagebuch
Suhrkamp Verlag
Berlin, 2012
[Ü: Svenja Becker]

Isabel Allende wurde 1942 im peruanischen Lima als Kind einer Diplomatenfamilie geboren und wuchs in Santiago de Chile, La Paz und Beirut auf. Seit 1959 arbeitete sie als Journalistin und Moderatorin in Santiago, für einige Zeit auch in Genf und Brüssel. Sie engagierte sich in der Feminismusbewegung, war Mitbegründerin der Zeitschrift »Paula« und für das chilenische Fernsehen wie auch für zahlreiche Print-Medien tätig. Unterdessen schrieb sie zudem Kinderbücher und Theaterstücke. Als Nichte zweiten Grades des damaligen Präsidenten Chiles Salvador Allende ging sie nach Pinochets Putsch am 11. September 1973 ins Exil nach Venezuela.

Ihr erster Roman »La casa de los espíritus« (1982; dt. »Das Geisterhaus«, 1984) entwickelte sich schnell zu einem Welterfolg und wurde 1993 mit Staraufgebot verfilmt. Die Familiensaga behandelt über vier Generationen hinweg die sozialen und ideologischen Gegensätze in der chilenischen Gesellschaft bis hin zur Diktatur. Knapp zwanzig Jahre später vervollständigte Allende ihr Debüt mit der Vorgeschichte der Saga in den Bänden »Hija de la Fortuna« (1999; dt. »Fortunas Tochter«, 1999) und »Retrato en Sepia« (2000; dt. »Portrait in Sepia«, 2001) zu einer Trilogie. Nachdem ihre Tochter aufgrund einer Stoffwechselkrankheit ins Koma gefallen war, begann sie das in Briefform verfasste Erinnerungsbuch »Paula« (1994; dt. 1995) zu schreiben, in dem sie sich mit ihrer Familiengeschichte, der Historie Chiles sowie Tod und Verlust auseinandersetzt. 1996 gründete sie die Isabel Allende Foundation, die sich vor allem für die Interessen benachteiligter Frauen einsetzt. Nach einer Jugendbuchtrilogie, der autobiografischen Erzählung »Mi país inventado« (2003; dt. »Mein erfundenes Land«, 2006), ihrer Bearbeitung des Zorro-Mythos und dem historischen Roman »Inés del alma mía« (2006; dt. »Inés meines Herzens«, 2007) legte sie mit »La suma de los días« (2007; dt. »Die Siegel der Tage«, 2008) ihre persönlichen, aber nichtsdestoweniger romanesk ausgeführten Memoiren vor. In »La Isla Bajo el Mar« (2009; dt. »Die Insel unter dem Meer«, 2010) nahm Allende sich abermals eines historischen Themas an und zeichnete die Lebensgeschichte einer Sklavin in der karibischen Kolonie Saint-Domingue nach. Jüngst erschien »El Cuaderno de Maya« (2011; »Mayas Tagebuch«, 2012), dessen junge Protagonistin auf eine Insel im Süden Chiles flüchtet, wo sie ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen versucht.

Zuletzt wurde Allende 2010 mit dem nationalen chilenischen Literaturpreis sowie 2012 mit dem renommierten dänischen Hans-Christian-Andersen-Literaturpreis ausgezeichnet. Außerdem wurden ihr von über einem Dutzend Universitäten Ehrendoktorwürden zugesprochen. Sie ist Mitglied der Academia de la Lengua in Chile, seit 1994 Chevalier dans l’Ordre des Arts et des Lettres und wurde 2004 in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen. Allende lebt in San Rafael in Kalifornien.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.isabelallende.com]

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