10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Cosmin Manolache  [ Rumänien ]

Biographie

Cosmin Manolache Portrait
© Marius Caraman

Gast des ilb 2007.

Bibliographie

Sărbători romăneşti
Ed. Ars Docendi
Bukarest, 2000

Arca lui Noe
Ed. Ars Docendi
Bukarest, 2002

Anii '80 şi bucureştenii
Editura Paideia
Bukarest, 2003

Ce faţă cumplită am
Polirom
Iaşi, 2004

Povestiri mici şi mijlocii
Curtea Veche
Bukarest, 2004

Cartea cu euri
Curtea Veche
Bukarest, 2005

Übersetzer: Georg Aescht

Cosmin Manolache wurde 1973 im walachischen Städtchen Mizil in Rumänien geboren. Während seines Studiums an der Bukarester Offiziersschule (Fachrichtung Grenzschutz) begann er zu schreiben. »Ich hatte so viel Zeit, dass ich nicht mehr wusste, was ich damit anfangen sollte. Als Kadett verbrachte ich unzählige Tage im Donau-Delta. Ich musste mich irgendwie vor den endlosen Weiten des Schwemmlands schützen.« Manolache begann, aus einem lyrisch-kreativen Zeitvertreib seine Beobachtungs pr osa zu entwickeln, die er in zahlreichen Zeitschriften publizierte und deren Erfolg seinem beruflichen Werdegang eine neue Richtung gab. 2004 absolvierte er einen Masters-Studiengang der Anthropologie an der Bukarester Universität. Anschließend machte er sich mit Beiträgen in wissenschaftlichen Publikationen und Sammelbänden einen Namen, darunter »Sărbători romăneşti« (2000; Ü: Rumänische Feiertage), »Frînturi de versuri ţărăneşti« (2001; Ü: Bauernverse), »Arca lui Noe« (2002; Ü: Die Arche Noah) und »Anii ’80 şi bucureştenii« (2003; Ü: Die Bukarester der achtziger Jahre).
2004 veröffentlichte er den Kurzgeschichtenband »Ce faţă cumplită am« (Ü: Ach, mein schreckliches Gesicht!), der die Aufmerksamkeit der Kritik vor allem durch seine »als Phlegmatiker exerzierte Kunst der Antiphrase« (Paul Cernat) erregte, die bald zu seinem stilistischen Markenzeichen wurde. Manolache thematisiert unter anderem Chaos und Gefühllosigkeit der Großstadt und die sozialen Beziehungen unter Freunden und Kollegen, die zum Familienersatz werden. In einer Geschichte lässt er seinen Ich-Erzähler von der Unmöglichkeit der Heimkehr in seine pr ovinzielle und keinesfalls als idyllisch empfundene Geburtsstadt s pr echen sowie von der immer tiefer werdenden Kluft, die ihn von seiner Familie trennt. Darin darf man durchaus den literarischen Niederschlag der Biografie Manolaches sehen, der als Mitglied eines aktiven Teams jüngerer Kuratoren im Bukarester Bauernmuseum innovative Projekte entwickelte, deren anthropologischer Ansatz das Bild des rumänischen Dorfs vor den kitschigen Verformungen durch die Kulturindustrie der letzten Jahrzehnte zu retten versucht.
In den Erzählungen des Bandes »Povestiri mici şi mijlocii« (2004; Ü: Kleine und mittelgroße Geschichten) entdeckte Manolache zusammen mit drei Autorenfreunden und Arbeitskollegen – ganz im Zeichen ihrer berufsbedingten soziologischen Neugier – eine glanzlose, groteske, doch letztlich sympathische Welt von Außenseitern, Ganoven und schillernden Pseudo-Yogis an der Peripherie der rumänischen Industriestädte. In dem zweiten Gemeinschaftsband, »Cartea cu euri« (2005; Ü: Das Buch mit vielen Ichs), experimentierten die Autoren mit der autobiografischen Prosa und stellten dabei die vom Kommunismus ge pr ägten siebziger und achtziger Jahre ihrer Jugend in den Vordergrund, ohne dabei ins Nostalgische oder Ideologiekritische abzugleiten. 2006 redigierte Manolache die Ausgabe »Chisinau« der Zeitschrift »Secolul 21« und war Mitautor des Drehbuchs für den Kurzfilm »Oglinzi« (2006, Ü: Spiegel) des Regisseurs Gabriel Achim. Der Autor lebt in Bukarest.

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