10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Stefano Benni  [ Italien ]

Biographie

Stefano Benni Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2006, 2002.

Bibliographie

Bar Sport
Mondadori
Mailand, 1976

La tribù di Moro seduto
Mondadori
Mailand, 1977

Non siamo stati noi
Savelli
Rom, 1978

Il Benni furioso
Il manifesto
Rom, 1979

Spettacoloso
Mondadori
Mailand, 1981

Il meravigliosi animali di Stranalandia
Feltrinelli
Mailand, 1984

Il ritorno del Benni furioso
Il Manifesto
Rom, 1986

Prima o poi l'amore arriva
Feltrinelli
Mailand, 1988

Komische Krieger
Piper
München, Zürich, 1988
Übersetzung: Pieke Biermann

Terra!
Piper
München, 1991
Übersetzung: Pieke Biermann

Baol
Piper
München, 1992
Übersetzung: Jochen Koch

Die Bar auf dem Meeresgrund
Piper
München, 1994
Übersetzung: Pieke Biermann

La compagnia dei Celestini
Feltrinelli
Mailand, 1994

Ballate
Feltrinelli
Mailand, 1995

Elianto
Feltrinelli
Mailand, 1996

Bar Sport Duemila
Feltrinelli
Mailand, 1997

Blues in sedici
Feltrinelli
Mailand, 1998

Teatro
Feltrinelli
Mailand, 1999

Wie der Hund und der Mensch Freunde wurden
Wagenbach
Berlin, 1999
Ill: Axel Scheffler

Die letzte Träne
Beck und Glückler
Freiburg, 1996
Übersetzung: Hinrich Schmidt-Henkel

Geister
Wagenbach
Berlin, 2001
Übersetzung: Hinrich Schmidt-Henkel

Dottor Niù
Feltrinelli
Mailand, 2001

Teatro 2
Feltrinelli
Mailand, 2003

Der Zeitenspringer
Wagenbach
Berlin, 2004
Übersetzung: Moshe Kahn

Margherita Dolcevita
Feltrinelli
Mailand, 2005

Der schnellfüßige Achilles
Wagenbach
Berlin, 2006
Übersetzung: Moshe Kahn

La grammatica di Dio
Feltrinelli
Mailand, 2007

Übersetzer: Pieke Biermann, Moshe Kahn, Jürgen Koch, Hinrich Schmidt-Henkel, Axel Scheffler

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Stefano Benni, einer der bekanntesten italienischen Autoren auf dem Gebiet der politischen Satire, wurde 1947 in Bologna geboren. Er ist nicht nur Romancier, Dramatiker und Lyriker, sondern auch Journalist und Regisseur. Seit seinem literarischen Durchbruch mit dem Science-Fiction-Roman »Terra!« (dt. »Terra«, 1985) im Jahr 1983 zählt er zu den auflagenstärksten Autoren Italiens. Seine rund zwanzig Bücher – vom Politthriller über Märchen bis hin zur Groteske – überschreiten mutwillig die Grenzen der verschiedenen Genres und sind besonders bei jungen Lesern sehr beliebt. Trotz ihrer makaber-phantastischen und überzogenen Art kommen sie der Realität sehr nahe.

Sein literarisches Werk umfasst Romane, Erzählbände und Gedichtsammlungen, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Die Mediensatire »Baol« (1990; dt. »Baol oder die magischen Abenteuer einer fieberhaften Samstagnacht«, 1992) spielt deutlich auf George Orwells »1984« an: So ist das »Ministerium der Wahrheit« bei Benni ein TV-Archiv, das mit gefälschten Aufnahmen die Massen kontrolliert. Mit schwarzem Humor entfaltet sich in seinen Romanen eine Medien- und Politsatire, die die triste Welt der Großstadt, den gierigen Neoliberalismus sowie die Folgen der Globalisierung spöttisch überzeichnet. Dieser moralische Anspruch, der unter der grellen Oberfläche seiner Romane ein ernstes und bisweilen melancholisches Bild vermittelt, unterscheidet Benni von den Autoren der Popliteratur.

In seiner beißenden Politsatire des Lebens im 21. Jahrhundert, dem Roman »Spiriti« (2000; dt. »Geister«, 2001), verknüpft der Autor die Schicksale von siebzig verschiedenen Charakteren in unzähligen Handlungssträngen und Schauplätzen zu einer Mischung aus Märchen, Utopie und Comic. Die Einheitssprache von Politik und Medien wird gnadenlos mit ihren Versatzstücken karikiert: »Also, was halten Sie von der Location? Übernehmen wir die Sache live? Stellen wir das Ganze ins Netz? Das ist ein Zwanzig-Milliarden-Geschäft, eine davon spenden wir für eine gute Sache, den Rest verknuspern wir selbst«, rasselt der »König für Show-Biz und Propaganda« seine üblichen Phrasen herunter, als er das letzte Stückchen Erde dem Ausverkauf preisgibt. Bennis Welt des Jahres 2010 droht aufgrund von globalisiertem Ultra-Kapitalismus, Umweltzerstörung, Krieg und Korruption in einer Apokalypse zu enden und kann nur noch von Geistern gerettet werden. Der Autor selbst sagt von sich: »Ich bin weder Optimist noch Pessimist. Ich bin klarsichtig.«

Bennis Roman »Achille piè veloce« (2003; dt. »Der schnellfüßige Achilles«, 2006) erzählt von der spannungsvollen Freundschaft zwischen einem frustrierten Verlagslektor und einem phantasiebegabten Schwerstbehinderten. Voller unerwarteter Wendungen und gespickt mit zahlreichen Anspielungen auf Literatur und Politik wird mit abgründigem Humor und bisweilen derber Sprache eine anrührende Geschichte erzählt.

Neben seinen literarischen Werken schreibt der Autor auch Kolumnen, u.a. für »Panorama« und »Il Manifesto«. Außerdem führte er 1989 bei dem Film »Musica per vecchi animali« (1989; Ü: Musik für alte Tiere) Regie und nahm an verschiedenen Theaterproduktionen teil, u.a. von »Il bar sotto il mare« (dt. »Die Bar auf dem Meeresgrund«). Benni lebt heute in seiner Geburtsstadt Bologna.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.stefanobenni.it/]