10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Patricia de Souza  [ Peru, Frankreich ]

Biographie

Patricia de Souza Portrait
© Doris Poklekowski, www.foto-poklekowski.de

Gast des ilb 2006.

Bibliographie

Cuando llegue la noche
J. Campodónico
Lima, 1994

La Mentira de un fauno
Ediciones El Santo Oficio
Lima, 1998

Stabat mater
Editorial Debate
Madrid, 2001

Der letzte Körper von Ursula
Lateinamerika Verlag
Solothurn, 2005
[Ü: Peter Tremp]

Electra en la ciudad
Alfaguara
Madrid, 2006

Patricia de Souza wurde 1964 in Cora Cora in der südperuanischen Region Ayacucho geboren und wuchs in Chaclacayo, einem Vorort von Lima, auf. Schon früh entdeckte sie die suggestive Kraft der Sprache und begann zu schreiben. Sie studierte Journalismus, Philosophie und Literatur in Lima und verbrachte längere Zeit in Kalifornien, wo sie ihren ersten Roman, »Cuando llegue la noche« (1994; Ü: Wenn die Nacht kommt), verfasste. Später ließ sie sich in Frankreich nieder und vertiefte ihre Studien der Literaturwissenschaft und Philosophie in Toulouse und Paris. Sie arbeitet als freie Schriftstellerin sowie als Journalistin und veröffentlicht regelmäßig in der großen peruanischen Tageszeitung »El Comercio« sowie in der spanischen Zeitung »La razón«. In ihrem eigenen Weblog »Palincestos« schreibt sie häufig über kulturelle Themen wie Ausstellungen, Filme und Literatur, aber auch über Politik und persönliche Erlebnisse, insbesondere über ihre häufigen Reisen. Zudem übersetzte sie Gedichte von Michel Leiris und Prosa von Jean Echenoz.

De Souza gehört zu den bemerkenswerten jüngeren Stimmen der peruanischen Literatur. Angst, Einsamkeit und ein Gefühl des Ungenügens sind ebenso wie Gewalt die dominierenden Motive ihres Werkes. In ihrem zweiten Roman, »La Mentira de un fauno« (1998; Ü: Die Lüge eines Fauns), führt eine Erbschaft die junge Protagonistin in die unwirtliche Landschaft Pucallpa, wo sich das dunkle Geheimnis ihrer Identität löst. In dem folgenden Buch »El último cuerpo de Úrsula« (2000; dt. »Der letzte Körper von Ursula«, 2005) wird mit einer bekenntnishaften, monologischen Suada eine düstere Atmosphäre von Verzweiflung und Gewalt evoziert. Die Erfahrung der Lähmung ihres Körpers nach einem Unfall versetzt die Protagonistin in einen Rausch aus Hass und Bitterkeit, in dem sich ihre Rache für allen entgangenen Genuss nicht zuletzt gegen den eigenen Körper wendet. Die Erzählung einer aus Ohnmacht geborenen Revolte, die gleichzeitig die kulturelle Konstruiertheit der weiblichen Körperlichkeit thematisiert, wurde inzwischen auch ins Deutsche übersetzt.

In ihrem zuletzt veröffentlichten Werk »Electra en la ciudad« (2006; Ü: Elektra in der Stadt) führt de Souza ihre Beschreibung typischer Formen moderner Unzufriedenheit fort. Einige untereinander befreundete junge Menschen versuchen darin, auf ihren jeweiligen Gebieten der Kunst, Politik, Esoterik und Wirtschaft Erfüllung zu finden, und doch werden die jungen Erwachsenen in ihrer Konzentration auf sich selbst und das eigene Glück immer wieder auf die eigene Unzulänglichkeit zurückgeworfen.
2004 wurde de Souzas Erzählung »Desierto« (Ü: Wüste) ins Französische übersetzt und erschien in dem Literaturmagazin »Nouvelle revue française«. Die Autorin lebt in Paris und in Tarbes, der in den Pyrenäen gelegenen Stadt Lautréamonts, über den de Souza ihre Abschlussarbeit schrieb.

© internationales literaturfestival berlin

Berlin View

Cuando escribo, deseo mantenerme frente al lector, no como un cuerpo de mujer, si no como un rostro.

Mientras más avanzo en la vida, he empezado a apreciar, más que la perfección de un texto, sus defectos, su lado humano.

Escribir es una forma de trascendencia de la condición de mujer...

No concibo la escritura sino como una forma de oposición, de resistencia a cualquier tipo de sometimiento.

Wenn ich schreibe, möchte ich mich dem Leser gegenüber aufhalten; nicht wie der Körper einer Frau, sondern wie ein Gesicht.

Je weiter ich in meinem Leben fortschreite, desto mehr lerne ich mehr noch als die Perfektion eines Textes seine Fehler, seine menschliche Seite zu schätzen.

Schreiben ist eine Form, die Lage der Frau deutlich zu machen...

Ich verstehe das Schreiben ausschließlich als eine Form des Einspruchs, des Widerstands gegen jede Art der Unterwerfung.