10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Lilian Brøgger  [ Dänemark ]

Biographie

Lilian Brøgger Portrait
© Michel Van Stenwijk

Gast des ilb 2006.

Bibliographie

Alice i Eventyrland
[Text: Lewis Carrol]
Mallings
Kopenhagen, 1982

Ole Lukøje
[Text: H. C. Andersen]
Gyldendal
Kopenhagen, 1985

Grisens Hus
[Text: Thorstein Thomsen]
Mallings
Kopenhagen, 1990

Filmkatten
Gyldendal
Kopenhagen, 1999

Den fattige dreng fra Odense – en bog om H. C. Andersen
[Text: Hjørdis Varmer]
Forum
Kopenhagen, 2001

Popcorn und Rüffel
[Text: Ulf Nilsson]
Sauerländer
Düsseldorf, 2003
[Ü: Gabriele Haefs]

Hundrede meget firkantede historier
[Text: Louis Jensen]
Gyldendal
Kopenhagen, 2005

Moren som hersede sig ihjel
[Text: Barbara Voors]
Høst & Søn
Kopenhagen, 2006

Max og Mira
[Text: Kirsten Mejlhede]
Alrune
Glamsbjerg, 2006

En historie om vokseværk
[Text: Kim Fupz Aakeson]
Gyldendal
Kopenhagen, 2006

Hundrede helt & aldeles firkantede historier
[Text: Louis Jensen]
Gyldendal
Kopenhagen, 2007

[Text: Synne Garff]
Bibelselskabet
Kopenhagen, 2007

Lilian Brøgger, 1950 auf der Insel Fanø geboren und in Kopenhagen aufgewachsen, ist die bedeutendste dänische Bilderbuchkünstlerin der Illustratoren-Generation nach Ib Spang Olsen und Svend Otto S. Mit mehr als 100 illustrierten Büchern hat sie Trends gesetzt und großen Einfluss auf die visuelle Sprache von Kindern und Eltern in ganz Skandinavien genommen. Sie studierte an der Kunsthåndværkerskolen in Kopenhagen und erlangte dort als erste Absolventin einen Abschluss in Illustration. 1975 debütierte sie mit »Der hvor Linda bor« (Text: Bodil Bredsdorff; Ü: Wo Linda wohnt).

Mit Lilian Brøgger hat die dänische Illustratorenszene neue Eigenständigkeit gewonnen. Ihr Einfluss ist jedoch nicht der einer »Schule«. Im Gegensatz zu anderen Illustratoren hat sie keinen sofort erkennbaren Stil, sondern entwickelt mit jedem Projekt neue Ausdrucksformen und Techniken. Die Stärke ihres künstlerischen Schaffens liegt in der erfrischenden Widersprüchlichkeit zwischen großer Ernsthaftigkeit und spielerischer Leichtigkeit. In den siebziger Jahren war die Künstlerin einem realistischen Illustrationsstil verpflichtet, der in den achtziger Jahren einer märchenhaften Symbolik wich. »Alice i Eventyrland« (1982; Text: Lewis Carroll; Ü: Alice im Wunderland) ist ihr frühes lyrisches Meisterwerk. Kurz darauf legte sie eine brillante Interpretation von Andersens »Ole Lukøje« (1985; Ü: Der Sandmann) vor. Das letzte Jahrzehnt schließlich sah Brøgger als postmoderne Illustratorin zahlreicher Kinderbücher, in denen sie sich immer mehr dem Reglement um Motive, Proportionen und Darstellungsweisen verweigerte.

In ihrer Unkonventionalität meisterhaft sind Lilian Brøggers Illustrationen zu Louis Jensens »Hundrede Historier«-Buchserie (1992ff; Ü: Hundert Geschichten). Jeder Band enthält 100 philosophisch-skurrile Kurzmärchen über traurige Drachen, Zigarre rauchende Gummistiefel oder verliebte Croissants. Mal zeigt sie hauchdünne Gebilde in schwarz-weißer Federzeichnung, mal unterlegt sie eine monochrome Radierung mit zartem Blau. Der fünfte, vielfarbige Band, »Hundrede meget firkantede historier« (2005; Ü: Hundert sehr quadratische Geschichten) wurde auf der Illustratorenschau in Bratislava preisgekrönt.
Lilian Brøgger besitzt eine unverstellte Herangehensweise an Phantasiegebilde und Tiere, an Gegenstände, Zustände und Verhaltensweisen aller Art wie Nacktheit, Rauchen und Designmöbel. Nichts ist zu hübsch, nichts zu hässlich, um nicht in ihren Zeichnungen aufzutauchen. »Vor Lilian Brøgger gab es nicht annähernd so viele lange Nasen und große Hüte in Kinderbüchern, so viele schräge Formen und überraschende Perspektiven«, bemerkte der Kritiker Steffen Larsen. Dabei verliert sie nie das Kindgerechte aus den Augen. Brøgger ist nie nur Epigonin des Texts. »Auch wenn ich mich stets bemühe, dass sich die Bilder verantwortungsvoll mit der Geschichte verbinden, ist das Wichtigste für mich, meinen eigenen Bildkosmos im Text zu finden.« Als Dozentin an der Kolding School of Design setzt sich Lilian Brøgger für die künstlerische Gleichstellung von Illustratoren und Autoren ein. Sie gehörte u.a. der Jury der Illustrationsausstellung in Bologna an und war 2006 Finalistin des Hans Christian Andersen Award. Im gleichen Jahr gewann sie den alle drei Jahre in Talinn stattfindenden Wettbewerb für Kinderbuchilllustratoren "Die Macht der Bilder". Zuletzt illustrierte sie zusammen mit Cato Thau-Jensen 50 Geschichten aus der Bibel, die in Synne Garffs »De Mindstes Bibel« zusammengestellt sind. Brøgger lebt in Kopenhagen.
 
© internationales literaturfestival berlin

Berlin View

The red shoes are from a time before I was in this world. They have been with me in all my different ateliers, standing so I can see them from my drawing table. Honestly, I have no clue what the red shoes symbolise; they just belong where I work.