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Gabriela Adameşteanu  [ Rumänien ]

Biographie

Gabriela Adameşteanu Portrait
© Catherine Helie

Gast des ilb 2006.

Bibliographie

Drumul egal al fiecărei zile
Cartea Româneasca
Bukarest, 1978

Vară – primavară
Cartea Româneasca
Bukarest, 1989

Dimineaţa Pierdută
Editura Albatros
Bukarest, 1991

Obsesia politicii
Editura Clavis
Bukarest, 1995

Cele două Românii
Inst. European
Iaşi, 2000

Daruieşte-ti o zi de vacanţă
Editura Paralela 45
Pitesti, 2000

Întâlnirea
Editura Polirom
Bukarest, 2003

Une matinée perdue
Gallimard
Paris, 2005
[Ü: Alain Paruit]

Gabriela Adameşteanu wurde 1942 im rumänischen Târgu Ocna geboren. Sie studierte Rumänische Sprache und Literatur an der Universität von Bukarest und war anschließend als Redakteurin in Literatur- und Lexikonverlagen tätig. In den späten achtziger Jahren arbeitete sie, unterstützt von Radio Free Europe, eng mit Dissidenten zusammen. 1990 wurde sie Mitglied der Gruppe für Sozialen Dialog (G.D.S.), der ersten rumänischen Nichtregierungsorganisation. In Berlin, Wien und Brüssel zur Journalistin ausgebildet, leitete sie von 1998 bis 2001 das von G.D.S. herausgegebene Wochenmagazin »22« mit politischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Themen. Als Mitglied von »Women's Edition« (1998-2001), einem vom Population Reference Bureau organisierten internationalen Zusammenschluss von Herausgebern, setzte sie sich für die Rechte der Frauen ein. Für ihr Engagement wurde sie 2002 mit dem Hellman-Hammett-Stipendium der Human Rights Watch ausgezeichnet. Als Präsidentin des rumänischen PEN war sie je zweimal als Writer in residence in die USA (Iowa City, 1990; Leding House, 2004) und nach Frankreich (Arles, 2000; Saint-Nazaire, 2004) eingeladen. 2005 war sie Gast des französischen Festivals »Belles Etrangères«. Derzeit leitet sie die Kulturbeilage »Bucureştiul Cultural«.

Adameşteanus literarische Werke wurden mit nationalen Preisen ausgezeichnet und vielfach neu aufgelegt. Ihr Romandebüt »Drumul egal al fiecărei zile« (1975; Ü: Der immergleiche Weg eines jeden Tages) beschreibt das typische Leben der sechziger Jahre und wechselt zwischen dem Motiv der »éducation sentimentale« eines jungen Mädchens und den Themen Erfolg und Misserfolg. Einige der Kurzgeschichten aus »Dăruieşte-ti o zi de vacanţă« (1979; Ü: Schenk dir einen Ferientag) und »Vară-primavară« (1989; Ü: Sommer – Frühling) erzählen von der Hoffnungslosigkeit der späten Jahre unter Ceauşescus Herrschaft und wurden auch in russischen, deutschen, österreichischen, ungarischen und estnischen Anthologien veröffentlicht. Ihr bekanntestes Werk »Dimineaţa Pierdută« (1984; Ü: Ein verlorener Vormittag) bildete die Vorlage für eines der erfolgreichsten Theaterstücke Rumäniens und wurde 1986 am Bukarester Teatrul Bulandra von Catalina Buzoianu inszeniert. Mit feinem Gespür für die Redeweisen und Perspektiven der verschiedenen Gesellschaftsschichten und Persönlichkeiten stellt Adameşteanu individuelle Schicksale und kollektive Tragödien nebeneinander und schafft ein vielstimmiges Porträt ihres Landes im zwanzigsten Jahrhundert. Der Roman wurde auch in Estland und Bulgarien veröffentlicht und erschien in Auszügen in den Magazinen »Words Without Borders« und »Wespennest«. Die französische Ausgabe von 2005 wurde für den Prix Union Latine nominiert. Ihr jüngster Roman, »Întâlnirea« (2003; Ü: Die Begegnung), ist ein modernes Echo auf Homers »Odyssee«. Das lyrische und dramatische Werk thematisiert die problematische Kommunikation zwischen einem Einwanderer und seinem – in langen Jahren der Diktatur von der Welt isolierten – Heimatland.

Neben ihrer literarischen Produktion übersetzte Adameşteanu aus dem Französischen (Maupassant, Bianciotti). Journalistische Arbeiten von ihr erschienen in den beiden Bänden »Obsesia politicii« (1995; Ü: Die Leidenschaft der Politik) und »Cele două Românii« (2001; Ü: Die zwei Rumänien).

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