10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Eugenijus Ališanka  [ Litauen ]

Biographie

Eugenijus Ališanka Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2006.

Bibliographie

Miestelėnai
Taura
Vilnius, 1991

Lygiadienis
Vaga
Vilnius, 1992

Vaizdijantis žmogus: sacrum sklaida kultūroje
Lietuvos rašytojų sąjungos leidykla
Vilnius, 1998

Dievakaulis
Lietuvos rašytojų sąjungos leidykla
Vilnius, 1999

City of Ash
[OT: Peleno miestas]
North Western University Press
Evanston, Ill., 2000
[Ü: Harvey L. Hix]

aus ungeschriebenen geschichten
DuMont
Köln, 2005
[Ü: Klaus Berthel]

Die Rückkehr des Dionys
ATHENA-Verlag
Oberhausen, 2006
[Ü: Klaus Berthel]

Der litauische Dichter Eugenijus Ališanka wurde 1960 im sibirischen Barnaul geboren, wohin seine Eltern verbannt worden waren. Er wuchs nach der Rückkehr der Familie in Vilnius auf und studierte dort Mathematik. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kultur und Kunst tätig. 1991 gab er den ersten Band seines dreiteiligen Almanachs »Miestelėnai« (Ü: Die Städter; Band zwei und drei 1995 und 1999) heraus und veröffentlichte im gleichen Jahr seinen ersten Gedichtband »Lygiadienis« (Ü: Äquinoktium), der mit dem Zigmas-Gėlė-Preis für das beste poetische Debüt des Jahres ausgezeichnet wurde. Nach einem Aufenthalt als Stipendiat des International Iowa Writers' Workshop wurde seine zweite Gedichtsammlung »Peleno miestas« (1995; Ü: Stadt aus Asche) ins Englische übersetzt. Inzwischen liegen Teile seiner Werke – vier Lyrikbände und zwei Bücher mit Essays – auch in französischer, deutscher, polnischer, schwedischer, russischer und finnischer Sprache vor.

Ališanka war von 1995-2002 beim Litauischen Schriftstellerverband als Direktor für internationale Beziehungen tätig und organisierte das Festival »Poetry Spring«. Seit 2003 ist er Chefredakteur der Zeitung »Vilnius Review«, die zeitgenössische litauische Literatur in englischer Übersetzung vorstellt. Daneben trat er auch als Übersetzer hervor, u.a. von Zbigniew Herbert und Wisława Szymborska aus dem Polnischen und von Aleš Debeljak aus dem Slowenischen. Seine eigenen Gedichte sind von großer Integrationskraft gegenüber fremden Einflüssen, Traditionen, Motiven und Themen, die Ališanka mit individuellen Ausdrucksmitteln souverän zu lokalen Bildern und autobiografischen Verweisen kombiniert. Aus dem Sprachfluss in freien Versen ohne Interpunktion erwächst eine gespannte bis ironische Deutungsoffenheit. Darin zeigt sich ein neuer Zug der litauischen Lyrik, die sich aus dem verschlüsselten Widerstand gegen die sowjetische Fremdbestimmung gelöst hat, sich selbstbestimmt gegenüber Europa öffnet und ihre kulturelle Eigenständigkeit neu austariert. »Die vielbeschworene postmoderne Konstellation, die Ališanka auch in seinen kulturologischen Essays reflektiert, ist mehr als eine Attitüde oder kurzlebige Modeerscheinung. Sie bündelt vielmehr die Erfahrungen von Menschen rund um den Globus. ... Was die Älteren nicht selten als Verlust und Krise erleben und deuten, bedeutet ihnen auch ein Stück Freiheit und die Chance neuer ästhetischer Entwürfe.« So Klaus Berthel über den jüngsten Gedichtband »iš neparašytų istorijų« (2002; dt. »aus ungeschriebenen geschichten«). In Deutschland erscheint in Kürze die Essaysammlung »Die Rückkehr des Dionys« (2006; OT: »Dioniso sugrįžimas«, 2001), Ališankas zweite Abhandlung über das Problem des gegenwärtigen Darstellens nach der Studie »Vaizdijantis žmogus: sacrum sklaida kultūroje« (1998; Ü: Der darstellende Mensch: Die Saat des Sakralen in der Kultur). Der Band wurde mit dem Literaturpreis des Kulturministeriums der Republik Litauen ausgezeichnet. Der Autor lebt in Vilnius und ist derzeit Gast des DAAD in Berlin.

© internationales literaturfestival berlin

Eugenijus Ališanka
© Ali Ghandtschi

Eugenijus Ališanka
© Ali Ghandtschi

Berlin View

Eugenijus Ališankas "Kommabild"