10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Aamer Hussein  [ Großbritannien, Pakistan ]

Biographie

Aamer Hussein Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2006, 2015.

Bibliographie

Mirror to the Sun
Mantra
London, 1993

Hoops of Fire [ed.]
Saqi Books
London, 1999

The Blue Direction and Other Stories
Penguin
India New Delhi, 1999

Cactus Town and Other Stories
OUP
Karachi, 2002

Turquoise
Saqi Books
London, 2002

This Other Salt
Saqi Books
London, 2005

Kahani [ed.]
Saqi Books
London, 2005

Aamer Hussein wurde 1955 in Karachi, der damaligen Hauptstadt Pakistans, geboren. Er erhielt seine Erziehung in der Sprache der ehemaligen Kolonialherren und lebte ab dem Alter von zwölf Jahren an verschiedenen Orten in Indien. 1970 zog er mit Mutter und Schwester nach England, wo bereits sein Vater lebte. Hussein unterbrach sein Studium für einen Aufenthalt in Italien und Spanien und absolvierte anschließend eine Ausbildung in einer Bank. Im Alter von 25 Jahren graduierte er schließlich an der School of Oriental and African Studies der University of London in den Fächern Urdu, Persisch und Geschichte. Nach einer kürzeren Tätigkeit für einen Filmproduzenten arbeitete Hussein seit 1985 vor allem als Dozent für Englische Literatur, Urdu und Kreatives Schreiben an verschiedenen Universitäten und als Autor. Er verfasste zahlreiche Rezensionen für Zeitungen wie »The Independent« und »Times Literary Supplement« und ist Mitglied des Herausgebergremiums beim multikulturellen Literaturmagazin »Wasafiri«. Daneben trat er auch als Übersetzer hervor, der neben Urdu-Klassikern vor allem Schriftstellerinnen entdeckte. 2000 gab er den Band »Hoops of Fire: Fifty Years of Fiction by Pakistani Women« (Ü: Feuerreifen: Fünfzig Jahre Literatur pakistanischer Frauen) heraus, fünf Jahre später folgte »Kahani: Short Stories by Pakistani Women« (Ü: Kahani: Kurzgeschichten von pakistanischen Frauen). Zurzeit übersetzt er einen Roman der Schriftstellerin Tyaba Bilgrami aus dem frühen 20. Jahrhundert. Nach der Veröffentlichung seiner ersten Kurzgeschichten in verschiedenen Magazinen erschien 1993 Husseins erste Sammlung »Mirror to the Sun« (Ü: Spiegel der Sonne). Seitdem verfasste er zwei weitere Bände mit Kurzgeschichten – »This Other Salt« (1999; Ü: Dieses andere Salz) und »Turquoise« (2002; Ü: Türkis) –, die sämtlich um die Themen Verlust, Entfremdung, Sehnsucht kreisen. Die Teilung des indischen Heimatlandes, der Zauber Karachis, die Sinnlichkeit des Ostens und das Exil in der trüben neuen Heimat klingen immer wieder als Themen an. Mit kristallinen, unprätentiösen Sätzen legt Hussein Handlungen an und entfaltet Entwicklungslinien, die in ihrer komplexen Struktur, mit Rückblenden, überraschenden Wendungen, eingestreuten Träumen und Mythen eine magische Atmosphäre schaffen, durch die ein Hauch von Melancholie weht. »Da ich in dieser harschen, aggressiven Stadt lebe, wo Freundschaft meine einzige Zuflucht ist und das Reisen von einem Ort zum anderen meine Kunst ..., schafft vielleicht mein innwendiger Kampf zwischen nördlicher Gegenwart und den subtropischen Farben meiner Kindheit die erzählerische Spannung meines Lebens; der Kontrast ist das beschwerliche Rückgrat meiner Geschichten." Hussein war Royal Literary Fund Writing Fellow am Imperial College in London und ist seit 2004 Fellow der Royal Society of Literature. 2007 erscheint seine neue Kurzgeschichtensammlung »Insomnia« (Ü: Schlaflosigkeit). Der Autor lebt in London.

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