10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Rudolf Herfurtner  [ Deutschland ]

Biographie

Rudolf Herfurtner Portrait
©privat

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

Hard Rock
Benziger
Zürich, 1979

Hinter dem Paradies
Edition Pestum
München, 1983

Rita, Rita
Sauerländer
Aarau, 1984

Der Wald unterm Dach
Benziger
Zürich, 1985
Ill: Monica Rüdlinger

Das Ende der Pflaumenbäume?
Sauerländer
Aarau, 1985

Rosalinds Elefant; Rudi Rudi Wolldecke
Sauerländer
Aarau, 1988
Ill: Reinhard Michl

Das Taubenmädchen
Ueberreuter
Wien, 1992

Kleiner Kater, große Welt
Ueberreuter
Wien, 1995

Träne und Meikk: Mit wilden Schwänen durch die Nacht
Herder
Freiburg, Wien, Basel, 1997

Waldkinder
St. Gabriel
Mödling, Wien, 1997
Ill: Antoni Boratyński

Gumpert Blubb
Bertelsmann
München, 1997
Ill: Reinhard Michl

Rosa
Oetinger
Hamburg, 2001
Ill: Reinhard Michl

Milo und die Jagt nach dem grünhaarigen Mädchen
dtv
München, 2002

Der wasserdichte Willibald
dtv
München, 2002
Ill: Oliver Wenniges

Muschelkind
dtv
München, 2003
[mit Vignetten von Beate Speck-Kafkoulas]

Mensch Karnickel
dtv
München, 2004

Das Geheimnis von Burg Wolfenstein
dtv
München, 2004
[mit Vignetten von Heribert Schulmeyer]

Tims wundersame Sternenreise
Hanser
München, 2004
Ill: Julian Jusim

Pauline und der gelbe Ritter
Hanser
München, 2005

Lucia und das Drachenhalsband: Von Mäusen und Monstern
Hanser
München, 2006
Ill: Jacky Gleich

Rudolf Herfurtner wurde 1947 im bayerischen Wasserburg am Inn geboren. Nach den Anfängen seines Schreibens gefragt, erinnert er sich an seine nicht immer glückliche Internatszeit, in der er begann, in seinem Tagebuch Gedanken festzuhalten und zu erzählen, »erst nur von dem, was war, dann auch davon, wie es anders sein könnte«. So sei er, »ohne es zu merken, zum Schriftsteller geworden: Zu einem, der durch die Welt geht und etwas auffängt, das er gebrauchen kann, und dem er zu Hause am Schreibtisch Ausgedachtes hinzufügt«. Nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaften in München, volontierte er beim Fernsehen und arbeitete für eine Münchner Tageszeitung, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete.

Seine Sympathie für Kinder und Jugendliche, sein Verständnis für ihre Sorgen und Ängste, aber auch seine Vertrautheit mit ihrer Sprache und ihren Vorstellungen prägen Rudolf Herfurtners Texte. Ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit viel Witz und Einfühlungs-vermögen beschreibt er die Lebenswelt seiner jungen Protagonisten und lässt der kindlichen Perspektive seiner Figuren Raum, sich zu entfalten – in mitreißenden Abenteuererzählungen, spannenden Kriminalgeschichten und historischen Jugendromanen. So erzählt »Mensch Karnickel« (1990) die erschütternde Geschichte des sechszehnjährigen Clemens, der am Ende des Zweiten Weltkrieges nach Osten verschickt wird, um den Bombennächten in Berlin zu entgehen. In den Wirren des Kriegsendes macht er sich auf die Suche nach seiner Mutter. Einsamkeit und Unsicherheit haben »Clemens« zu »Karnickel« gemacht, einem scheuen, verängstigten Jungen auf der Flucht. Erst nach sechs Jahren findet er seine Mutter, die inzwischen mit einem neuen Mann und einem anderen Jungen lebt. In kunstvoll verschlungenen Erzählsträngen schildert Herfurtner in »Muschelkind« (2003) die sagenhafte Geschichte des Bernbaches und der Menschen, die über Jahrhunderte an ihm lebten. Als die dreizehnjährige, rothaarige Margarethe Ende des 19. Jahrhunderts bei einer alten Bernmüllerin ein geheimnisvolles Buch mit Muschelprägung entdeckt, gerät sie unversehens in den Bann des Bernbachs und seiner Geschichten. Mit leichter Hand gelingt es Herfurtner, die Nöte seiner kleinen Alltagshelden mit märchenhaften Elementen und spannenden Abenteuern zu verbinden, so in seinem Krimi »Milo und die Jagd nach dem grünhaarigen Mädchen« (2000), der mit dem »Martin«-Kinder- und Jugendkrimipreis (2001) ausgezeichnet wurde und vom unheimlichen Verschwinden von Straßenkindern erzählt.

Rudolf Herfurtner hat über 40 Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Hörspiele, Drehbücher und vier Opernlibretti für Kinder und Jugendliche vorgelegt. Sein literarisches Werk wurde mit einer Vielzahl von Auszeichnungen bedacht, u.a. mit dem 1. Deutschen Kindertheater-Preis (1996) und dem Großen Preis der Volkacher Akademie für Kinder- und Jugendliteratur (2002) für sein Gesamtwerk. Zuletzt erschienen die beiden Kinderbücher »Pauline und der gelbe Ritter« (2005) und »Lucia und das Drachenhalsband: Von Mäusen und Monstern« (2006). Rudolf Herfurtner lebt mit seiner Familie in München.

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