10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Rae Armantrout  [ USA ]

Biographie

Rae Armantrout Portrait
© Paul Barnett

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

Extremities
Figures
Berkeley, 1978

Precedence
Burning Deck
Providence, 1985

Necromance
Sun and Moon Press
Los Angeles, 1991

Made to Seem
Sund and Moon Press
Los Angeles, 1995

Writing the Plot About Sets
Chax Press
Tucson, Arizona, 1998

True
Atelos
Berkeley, 1998

The Pretext
Green Integer
Saint Paul, 2001

Veil: New and Selected Poems
Wesleyan University Press
Middleton, 2001

Up to Speed
Wesleyan University Press
Middleton, 2004

Übersetzer: Alexander Schmitz, Richard Weihe

Rae Armantrout wurde 1947 in Vallejo, in der Nähe von San Francisco, geboren. Während ihres Studiums in Berkeley und San Francisco war sie in der literarischen Szene aktiv, aus der die »Language Poets« hervorgingen. Sie beteiligte sich an der Etablierung verschiedener kultureller Projekte in der kalifornischen Bay Area und unterrichtet seit mehr als 20 Jahren Literatur sowie Kreatives Schreiben an der University of California, San Diego.

Die »Language Poets« gelten als prominenteste amerikanische Gruppe postmoderner Lyriker. Armantrout wird als ihre poetischste Vertreterin beschrieben. Ihre Gedichte beschäftigen sich mit der Phrasenhaftigkeit des symbolischen Systems der Sprache, dem sie mit vorsichtigem Misstrauen begegnet, weil es eine moralisch fragwürdige Wirklichkeit affirmiert und reproduziert. »Ich glaube, ich würde nicht schreiben, wenn ich nicht gegen Normen anschreiben würde«, sagt Armantrout, die ihr Werk auch als »genaue Beobachtung der Eingriffe des Kapitalismus in das Bewusstsein« beschreibt. Gleichzeitig hinterfragt die Dichterin ihre eigene Sprache und vollzieht damit einen dekonstruktiven Prozess. In ihren kurzen, sorgfältig kombinierten Gedichten vermischt sie Stilebenen, verfremdet Zitate, inszeniert provokative Zufälle sowie sprachliche Unfälle und setzt auffällige Pointen. Die so präparierten Texte werden holprig, heterogen und opak. Auch die überraschenden Umbrüche der knappen Zeilen tragen dazu bei, dass der Lesefluss gehemmt wird und die alltagssprachlichen Gedichte eine irritierende Vieldeutigkeit entfalten. Ihrem ersten Gedichtband, »Extremities« (1978; Ü: Extremitäten), folgten bislang sieben weitere, die zum Beispiel die Konstruktion von Weiblichkeit und Schönheit hinterfragen oder sich mit Zeit und Erinnerung beschäftigen. 1998 erschien der autobiografische Band »True« (Ü: Wahr), in dem sich Armantrouts erzählerisches Talent zeigt. In »Veil« (2001; Ü: Schleier) sind neue Gedichte mit ausgewählten vereint, unter anderen aus »The Invention of Hunger« (1979; Ü: Die Erfindung des Hungers), »Precedence« (1985; Ü: Vorrang), »Made to Seem« (1995; Ü: Hergestellt um zu scheinen) und »The Pretext« (2001; Ü: Der Vorwand/-text).

Armantrouts Werk wurde zwei Mal mit dem Fund for Poetry Award ausgezeichnet. Sie erhielt~ das California Arts Council Fellowship und war Writer in Residence am Bard-College und dem California College of Arts and Crafts, Oakland. Ihre Gedichte wurden in zahlreiche Anthologien aufgenommen, darunter die »Best American Poetry« der Jahrgänge 1989, 2001 und 2002, »Postmoden American Poetry. A Norton Anthology« (1994) und »Poems for the Millennium« (1998).

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