10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Paulo Teixeira  [ Portugal ]

Biographie

Paulo Teixeira Portrait
© Privat

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

As Imaginações de Verdade
Caminho
Lissabon, 1985

A Região Brilhante
Caminho
Lissabon, 1988

Inventário e Despedida
Caminho
Lissabon, 1991

Arte de Memória
Caminho
Lissabon, 1992

O Rapto de Europa
Caminho
Lissabon, 1993

Patmos
Caminho
Lissabon, 1994

As Esperas e outros poemas
Caminho
Lissabon, 1997

Túmulo de Heróis Antigos
Caminho
Lissabon, 1999

Autobiografia Cautelar
Gótica
Lissabon, 2001

Execução de sentença no processo do trabalho
Atlas
São Paulo, 2005

Orbe: Poesia
Caminho
Lisboa, 2005

Übersetzer: Niki Graça

Paulo Teixeira wurde 1962 in Lourenço Marques – heute Maputo – in Mosambik geboren, das 1975 die Unabhängigkeit von Portugal erlangte. An der Neuen Universität von Lissabon studierte er Geografie und Regionalplanung. Seit 1997 ist er Herausgeber von »Relãmpago«, einer Literaturzeitung, und Vorstandsmitglied der Stiftung »Luís Miguel Nava«, die jährlich einen Literaturpreis vergibt.

Teixeira gilt als einer der bedeutendsten portugiesischsprachigen Lyriker seiner Generation. Seine Gedichte wurden in über zehn Sprachen übersetzt und in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht. Für den Band »Inventário e Despedida« (1991; Ü: Inventar und Abschied), erhielt er den Lyrik-Preis des portugiesischen PEN-Clubs, den Großen Inapa-Preis und den Eça de Queirós der Stadt Lissabon. Seine Gedichte sind kritische Bestandsaufnahmen unserer Zeit, die sich aus einem fortwährenden Dialog mit dem literarischen und kulturellen Erbe Europas speisen. Diese Geschichtsverbundenheit kommt in der häufigen Verwendung der lateinischen Sprache zum Ausdruck und zeigt sich ebenso in den Titeln seiner Lyrikbände wie »Arte da Memória« (1992; Ü: Kunst der Erinnerung) oder »O Rapto de Europa« (1993; Ü: Die Entführung der Europa). Darin hinterfragt Teixeira eindringlich den Wert der europäischen Kultur, die Möglichkeit von Fortschritt – und eröffnet einen pessimistischen Ausblick auf Zukünftiges. Elegische Verse geben einer apokalyptischen Angst vor dem Ende der abendländischen Zivilisation Ausdruck. Der häufige Gebrauch des Konjunktivs, die nahezu obsessive Betrachtung von Zeit und Zeitlichkeit und die Verwendung eines lyrischen Ich, das dezidiert nicht als der Autor gekennzeichnet ist, sind typische Stilmittel seiner Texte. 1999 erschien der Lyrikband »Túmulo de Heróis Antigos« (Ü: Grabmal alter Helden), der 32 Gedichte versammelt, die von den romantischen Gemälden Caspar David Friedrichs inspiriert sind. Zuletzt erschien der Gedichtband „Orbe: Poesia“ (2005; Ü: Kreis: Dichtung).

Sechs Jahre unterrichtete Teixeira im Rahmen eines Projekts des portugiesischen Erziehungsministeriums Kreatives Schreiben an Gymnasien. 2005 lebte er als Stipendiat des DAAD in Berlin. Lesereisen führen Teixeira immer wieder durch ganz Europa.

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