10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Mark Strand  [ Kanada, USA ]

Biographie

Mark Strand Portrait
© Emily Mott

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

Sleeping with One Eye Open
Stone Wall Press
Iowa City, 1964

18 Poems from the Quechua
H. Ferguson
Cambrige, 1971

The Monument
Ecco
New York, 1978

The Late Hour
Atheneum
New York, 1979

The Planet of Lost Things
Hodder & Stoughton
London, 1982
Ill: William PeÌne du Bois

Mr. and Mrs. Baby and Other Stories
Chatto & Windus
London, 1985

William Bailey
Abrams
New York, 1987

The Continuous Life
Alfred A. Knopf
New York, 1992

Selected Poems
Carcanet
Manchester, 1995

Dunkler Hafen
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1997
Übersetzung: Michael Krüger, Rainer G. Schmidt, Richard Weihe

Chicken, Shadow, Moon and More
Turtle Point
New York, 2000

The Making of a Poem [Hg.]
W.W. Norton & Company
New York, 2001

The Weather of Words
Alfred A. Knopf
New York, 2001

The Story of Our Lives
Alfred A. Knopf
New York, 2002

Reasons for Moving Darker
Alfred A. Knopf
New York, 2003~

Blizzard of One
Alfred A. Knopf
New York, 2004
Über Gemälde von Edward Hopper

Schirmer-Mosel
München, 2004
Übersetzung: Wiebke Meier

Man and Camel: Poems
Knopf
New York, 2006

New Selected Poems
Knopf
New York, 2007

Übersetzer: Michael Krüger, Wiebke Meier, Rainer G.Schmidt, Richard Weihe

Mark Strand wurde 1934 in Summerside auf der kanadischen Prinz-Edward-Insel geboren und wuchs in den Vereinigten Staaten und Südamerika auf. Er studierte am Antioch College in Ohio, an der Yale University und an der University of Iowa, wo er nach einem einjährigen Italienaufenthalt als Fulbright-Stipendiat zu unterrichten begann. 1965 war er Fulbright-Lektor an der Universidade do Brasil in Rio de Janeiro. Anschließend lehrte er in Columbia, Princeton, Harvard und den Universitäten von Utah und Chicago.

Seit seinem ersten Gedichtband, »Sleeping with One Eye Open« (1964; Ü: Mit einem Auge offen schlafen), ist die menschliche Vergänglichkeit Strands zentrales Thema. Seine Gedichte schildern mit gängiger, einfacher Sprache beiläufige Szenen, über denen eine traumhafte bis albtraumhafte Atmosphäre liegt. In der Evozierung einer unaufhebbaren Fremdheit sind sie oft unheildrohend, gleichzeitig aber auch ironisch und sogar komisch. »Ich habe immer versucht, sowohl humorvoll, als auch gleichzeitig ernsthaft zu sein«, sagt Strand, für den ein gutes Gedicht ausmacht, dass es den Leser berührt und seinen Zugang zur Welt verändert. »Ein Gedicht ist ein Ort, an dem die Bedingungen von Jenseitigkeit und Diesseitigkeit augenfällig gemacht werden; wenn sich etwas vorzustellen bedeutet: zu fühlen, wie es ist, zu sein. Es erlaubt uns, das Leben zu führen, das uns dadurch verweigert wird, dass wir zu beschäftigt mit dem Leben sind. Oder noch paradoxer: Ein Gedicht erlaubt uns, so in uns zu leben, als befänden wir uns außerhalb unserer eigenen Reichweite.«

So konstant sich Metaphorik, Stil und Qualität in Strands Werk erhalten haben, so variabel ist es formal. Es reicht von festen Formen wie der spielerischen Villanelle über freie Verse bis hin zum Prosagedicht. Seit 1997 liegt mit »Dunkler Hafen« eine Auswahl von Strands Gedichten auf Deutsch vor. Neben Lyrik veröffentlichte der Autor auch Essaybände vor allem über ästhetische und literaturtheoretische Themen, zahlreiche Übersetzungen aus dem Spanischen und Portugiesischen, Kinderbücher sowie drei Monografien über zeitgenössische amerikanische Maler. In »Hopper« (1994; dt. »Über Gemälde von Edward Hopper«, 2004) legt er klare und unprätentiöse Analysen der Bilder jenes Malers vor, der von Kritikern immer wieder als Strands Seelenverwandter beschrieben wird. Ähnliche Szenen einer befremdenden Entrücktheit, die auf einer visuellen Vorlage beruhen, evoziert Strand in den Gedichten »Two de Chiricos« über Gemälde des Malers der »pittura metafisica«. Der Band »Blizzard of One« (1998; Ü: Blizzard von Einem), in dem sie enthalten sind, wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Daneben erhielt Strand kontinuierlich Preise wie den Bollingen Prize und den Edgar Allan Poe Prize. 1990 wurde er von der Library of Congress zum Poet Laureate der Vereinigten Staaten gewählt. Von 1991 bis 2000 war Strand Chancellor der Academy of American Poets. Bis 2005 lehrte er im Committee on Social Thought an der University of Chicago. Momentan ist er an der Columbia University New York als Dozent für Komparatistik und Englisch tätig. Im Herbst 2007 wird sein neuer Gedichtband „New Selected Poems“ (Ü: Neue ausgewählte Gedichte) erscheinen.

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