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K. Satchidanandan  [ Indien ]

Biographie

K. Satchidanandan Portrait
© privat

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

Summer Rain

Nirala Publications

Neu-Delhi, 1994

Übersetzung: K. Satchidanandan et al.

How to Go to the Tao Temple

Har-Anand Publications

Neu-Delhi, 1998

Übersetzung: K. Satchidanandan et al.

Indian Literature

Pencraft International

Neu-Delhi, 1999

So Many Births

Konark Publishers

Neu-Delhi, 2001

Indian Poetry

Sahitya Akademi

Neu-Delhi, 2001

Authors, Texts, Issues

Pencraft International

Neu-Delhi, 2003

Übersetzer: Annakutty V. K. Findeis

K. Satchidanandan wurde 1946 im ländlichen Pulloot im südindischen Bundesstaat Kerala geboren. Bereits im Alter von elf Jahren begann er, Gedichte zu schreiben. Er studierte zunächst Zoologie, bevor er am Maharaja's College der University of Kerala ein Englischstudium aufnahm. An der University of Calicut promovierte er schließlich über die Theorie des Poststrukturalismus und unterrichtete 25 Jahre am Christ College derselben Universität. Satchidanandan gab verschiedene literarische Avantgarde-Magazine heraus, bis er 1992 in Neu-Delhi Herausgeber von »Indian Literature« wurde, der Literaturzeitung der indischen Akademie der Künste Sahitya Akademi. Seit 1996 ist er deren Direktor.

Satchidanandan gilt als bedeutender Literat und Sprachneuerer der Landessprache Keralas, Malayalam, und ist ein wichtiger Vertreter deren »Neuer Poesie«. Er wirkte außerdem als einflussreicher Essayist, Literaturtheoretiker und Übersetzer. Am Anfang seines Werkes steht die im Zeichen eines Modernismus geführte Überwindung der orthodoxen Normen, in denen die traditionelle Malayalam-Literatur befangen war. 1971 debütierte er mit dem Lyrikband »Anchu Sooryan« (Ü: Fünf Sonnen). Im folgenden Jahrzehnt wandte er sich linken Strömungen zu, insbesondere dem Marxismus. In diese Periode fallen neben seinem bekannten Gedichtband »Ezhuthachan Ezhutumbol« (1979; Ü: Wenn der Dichter schreibt) auch Übersetzungen von Nazrul Islam, Pablo Neruda, Ho Chi Minh, Bertolt Brecht oder Mao Tse-tung. Seit Mitte der achtziger Jahre wandte sich Satchidanandan zunehmend Fragen eines säkularen Spiritualismus und der regionalen kulturellen Identität zu. Sein umfangreiches und vielfältiges Werk gilt als Spiegel der postkolonialen Entwicklung der Malayalam-Literatur. Zentral ist eine alle Phasen umfassende, tiefgreifende Besorgnis über politische und ethische Fragen. Mit einfacher, eindringlicher Sprache, charakteristischer Ironie, kraftvollen Bildern, die überwiegend aus dem Bereich der Natur stammen, und Verweisen auf komplexe theoretische Hintergründe vereinen die Gedichte Gegensätzliches wie Politik und Spiritualität, Pluralismus und Gleichheit, Globales und Regionales. So bewegt sich Satchidanandans Lyrik zwischen Affirmation und einem Widerstand, der nie in derselben Pose verharrt.

Satchidanandan hielt zahlreiche Vorträge und Lesungen im In- und Ausland und nahm an etlichen internationalen Literaturfestivals teil. Als Herausgeber von Lehrbüchern, Kulturpolitiker, Autor theoretischer Schriften, als Veranstalter von Literatur- und Kulturseminaren und vor allem als Übersetzer von afrikanischen, lateinamerikanischen, asiatischen und europäischen Autoren nimmt Satchidanandan in Indien eine einzigartige kulturvermittelnde Stellung ein. Er erhielt unter anderen die Preise der Kerala Sahitya Akademi in den Kategorien Essay, Lyrik, Drama und Reportage. Gedichtsammlungen von ihm wurden in 14 Sprachen übersetzt, darunter ins Englische, Französische und Italienische. Der Autor lebt in Neu-Delhi.

© internationales literaturfestival berlin

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