10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2005 / Hannele Huovi

Hannele Huovi  [ Finnland ]

Biographie

Hannele Huovi Portrait
©Tammi/Tiina Itkonen

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

Vauvan vaaka
Tammi
Helsinki, 1995

Lasiaurinko
Tammi
Helsinki, 1996

Die Feuergrenze
Carlsen
Hamburg, 1998
Übersetzung: Anu Pyykönen-Stohner

Matka joulun taloon
Tammi
Helsinki, 2001

Höyhenketju
Tammi
Helsinki, 2001

Urpo ja Turpo Villissä Lännessä
Tammi
Helsinki, 2003

Gepardi katsoo peiliin
Tammi
Helsinki, 2003

Wladimirs Buch
dtv
München, 2004
Übersetzung: Anu Pyykönen-Stohner und Friedbert Stohner

Maailman paras napa
Tammi
Helsinki, 2005
Ill:Kristiina Louhi

Pesula
Tammi
Helsinki, 2006
Übersetzer: Anu Pyykönen-Stohner und Friedbert Stohner

Hannele Huovi wurde 1949 im finnischen Kotka geboren und gehört zu den bedeutendsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Finnlands. Bereits als Neunzehnjährige begann sie Radioprogramme für Kinder zu schreiben, was ihrer Laufbahn als Schriftstellerin wichtige Impulse gab, wie sie selber sagt. Denn sie lernte »zu hören und zuzuhören«. Nach ihrem Studium der finnischen Literatur wurde sie als Lyrikerin und Kinderbuchautorin bekannt. Nahezu vierzig Werke hat sie seit ihrem Debüt 1979 veröffentlicht. Ihr vielseitiges Werk umfasst Märchen, Fabeln, Gedichte, Romane, Hörspiele und Drehbücher, Theaterstücke und Übersetzungen von mehr als fünfzig Kinderbüchern. Einige ihrer Werke wurden verfilmt, Übersetzungen liegen in fünf Sprachen vor.

»Wer für Kinder schreibt«, sagt sie, »steht an der Schwelle zweier Welten. Ich möchte Grenzen überwinden und eine Brücke zwischen diesen Welten sein.« Hannele Huovis literarische Neugier und künstlerische Originalität haben die finnische Literatur erfrischt und bereichert. Ob in realistischen Romanen für Jugendliche, schillernden Märchen und humorvollen Geschichten für Kinder oder impressionistischer Naturlyrik für Erwachsene, sie bewegt sich stets stilsicher in allen Genres und versteht es, sich mit großer Feinfühligkeit und lyrischer Eleganz auf ihre Leser einzustellen. Ihre Texte zeugen von einer innigen Beziehung zur Natur und unterstreichen Tugenden wie Menschlichkeit, Wärme und Toleranz. Zu Huovis beliebtesten Kinderbüchern gehören die humorvoll-turbulenten Geschichten um die Teddybären Urpo und Turpo (»Urpo ja Turpo«, 1987ff), aber auch ihre Reim- und Gedichtsammlungen für Kinder, wie »Vauvan vaaka« (1995; Ü: Die Kinderwaage), mit der sie den Zauber der Poesie in die Kinderliteratur trägt.

1988 legte sie nach »Madonna« (1986) mit »Vladimirin kirja« (dt. »Wladimirs Buch«, 1994) ihr zweites Jugendbuch vor – ausgezeichnet mit dem Anni Swan Preis (1989) und dem Finnischen Staatspreis (1989). In wunderbar poetischen Bildern erzählt sie darin von den Lehr- und Wanderjahren des Fürsten Wladimirs, der, aus den Wäldern kommend, dem Geheimnis seiner Eltern nachspürt und zum engsten Vertrauten des Zaren wird. »Wladimirs Buch« erinnert an Goethes »Wilhelm Meister« und Grimmelshausens »Simplicissimus« und ist eine spannende, bisweilen mystische und nachdenklich stimmende Erzählung über Freiheit und Wahrheit, Tod und Torheit, Liebe, Macht und Gewalt, Versäumnis und Schuld – ein eindringliches Plädoyer für die Suche nach dem eigenen Weg, angesiedelt in einem märchenhaften Russland. Der große poetische Reiz des Romans liegt in den Märchen, die Huovi behutsam in die Handlung einfließen lässt – selbst erfundene oder aus dem Samischen, Karelischen und Russischen nacherzählte Märchen.

Zu den Auszeichnungen der wandlungsfähigen Autorin gehören u.a. der Arvid-Lydecken-Preis (1986/89/96), der Topelius-Preis (2002) und der Preis der Finnischen Kulturstiftung (2003). Sie ist für den renommierten Hans Christian Andersen Award 2006 nominiert. Hannele Huovi lebt mit ihrer Familie in Keuruu, Finnland.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.saunalahti.fi/%7Ehhuovi]

Hannele Huovi
© Ali Ghandtschi

Berlin View

Ich habe einen Becher voller Zauberstäbe auf meinem Schreibtisch. Das ist beinahe alles, was ich brauche. Einer ist aus Samt, geformt wie ein Herz, hat eine Schelle und sein Griff ist aus Weidenholz. Der andere Zauberstab ist ein Herz aus Hartpapier mit einem funkelnden Edelstein. Dann habe ich noch zwei sternförmige Zauberstäbe: einer ist ziemlich gewöhnlich und der andere hat strahlende Lichter aus Las Vegas. Einer der Stäbe macht magische Geräusche, wenn ich auf einen Knopf drücke. Und dann habe einen dunklen, scharf schreibenden Stab, der furchtbar gut geht.

Wenn sie nicht funktionieren, nehme ich einen Kaffee und sehe aus meinem Fenster. Der See ist ruhig oder windig – und ganz allmählich fängt eine Geschichte an, zu entstehen…

Hannele Huovis "Kommabild"