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Giovanna Pollarolo Giglio  [ Peru ]

Biographie

Giovanna Pollarolo Giglio Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

Entre mujeres solas
Colmillo Blanco
Lima, 1991
 
La ceremonia del adiós
Peisa
Lima, 1997
 
Atado de nervios
Alfaguara
Lima, 1999
 
Tinta roja [Drehbuch]
Tornasol
Madrid, 2000

Übersetzer: Petra Strien

Giovanna Pollarolo Giglio wurde 1952 im peruanischen Tacna als Tochter italienischer Einwanderer geboren. Nach einem Studium der Erziehungswissenschaften, das sie mit der Befähigung zum Lehramt abschloss, studierte sie an der Pontificia Universidad Católica de Lima Literatur und Geisteswissenschaften. An der Universidad Mayor in San Marcos erwarb sie einen Magistertitel.

Von 1994 bis 1998 arbeitete Pollarolo als verantwortliche Redakteurin des Kulturmagazins »Debate«, worin sie Rezensionen und Interviews veröffentlichte, bevor sie stellvertretende Herausgeberin wurde. Seit 2002 schreibt sie für die Tageszeitung »Peru.21« Kolumnen über kulturelle Themen. Zusätzlich leitete sie verschiedene Schreibwerkstätten zum Verfassen von Drehbüchern für Film und Fernsehen sowie von Poesie und Prosa. Ihr erster eigener Gedichtband, »Huerto de los olivos« (Ü: Olivenhain), erschien 1986, gefolgt von zwei weiteren: »Entre mujeres solas« (1991; Ü: Unter alleinstehenden Frauen) und »La ceremonia del adiós« (1993; Ü: Die Zeremonie des Abschieds). Ihre Werke sind von Verweisen auf ihre Heimatstadt Tacna durchdrungen. Als weitere wichtige Inspirationsquelle nennt sie den bedeutenden peruanischen Schriftsteller César Vallejo.

Den Gedichtbänden folgte Pollarolos Prosadebüt, die Kurzgeschichtensammlung »Atado de nervios« (1999; Ü: Von Nerven gebunden). Das Werk thematisiert in neun Stücken das Scheitern von Liebesbeziehungen und schildert die Verzweiflung, den Schmerz und die Selbstzerstörungswut von Frauen, die in zerrütteten Ehen leben und die Unmöglichkeit erfahren, mit ihren Liebespartnern zu kommunizieren. Pollarolo griff darin Themen auf, die schon in ihrer Lyrik angeklungen waren: spirituelle Verkümmerung, Einsamkeit in der Gemeinschaft, Verlust und Verlassenwerden. Von der Kritik wurde das Buch für seinen lyrischen Duktus, die erzählerische Reife und die einprägsamen weiblichen Charaktere gelobt.

Neben ihren kritischen und dichterischen Werken trat Pollarolo auch als Drehbuchschreiberin in Erscheinung. Für den Regisseur Francisco Lombardi, mit dem sie verheiratet war, und für andere Filmemacher verfasste sie mehrere Drehbücher. Viele ihrer Werke wurden mit Preisen ausgezeichnet, darunter der Hartley-Merrill First Prize für »Ciudad de M« (1995; Ü: Die Stadt M), der Preis für das beste Drehbuch beim Los Angeles Film Festival für ihre Filmversion von »Tinta Roja« (2000; dt. »Rote Tinte«, 2001) – nach der Vorlage des jungen chilenischen Schriftstellers Alberto Fuguet – und den ersten Preis für »Ojos que no ven« (2003; Ü: Augen, die nicht sehen) beim Internationalen Filmfestival in Biarritz. Pollarolo war Mitglied der Jury des Havana Film Festivals. Seit 1992 lehrt sie Lateinamerikanische Literatur- und Sprachwissenschaft an der Universidad del Pacífico. Die Schriftstellerin ist Mutter eines Sohnes und einer Tochter und lebt in Lima.

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