10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Francine Prose  [ USA ]

Biographie

Francine Prose Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

Die heilige Hausfrau
Goldmann
München, 1995
[Ü: Birgit Moosmüller]

Jäger und Sammler
Rowohlt
Reinbek bei Hamburg, 1996
[Ü: Thomas Gunkel]

You Never Know
Greenwillow
New York, 1998
[Ill: Mark H. Podwal]

Durchtrieben
Diana
München, Zürich, 2003
[Ü: Karen Kersten]

After
Joanna Cotler Books
New York, 2003

Das Leben der Musen
Nagel & Kimche
München, Wien, 2004
[Ü: Brigitte Jakobeit, Susanne Höbel]

A Changed Man
HarperCollins
New York, 2005

Leopold, the Liar of Leipzig
HarperCollins
New York, 2005
[Ill: Einav Aviram]

Caravaggio
HarperCollins
New York, 2005

Reading Like a Writer
HarperCollins
New York, 2007

Übersetzer: Thomas Gunkel, Susanne Höbel, Brigitte Jakobeit, Karn Kersten, Birgit Moosmüller, Mark H. Podwall, Rainer G. Schmidt

Francine Prose wurde 1947 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren. Unter ihren literarischen Werken finden sich Romane, vier Kinderbücher, ein Roman für junge Erwachsene und mehrere essayistische Studien, darunter »Gluttony« (2003; Ü: Völlerei), »Sicilian Odyssey« (2003; Ü: Sizilianische Odysee) und »The Lives of the Muses« (2002; dt. »Das Leben der Musen«, 2004). Die Verfilmung ihres Romans »Household Saints« (1981; dt. »Die heilige Hausfrau«, 1995) kam 1993 in die Kinos. Prose studierte an der Radcliffe University sowie in Harvard und ist seitdem als Schriftstellerin, Reporterin, Übersetzerin und Kritikerin tätig. Ihre wirkungsmächtigen Rezensionen, Essays und Geschichten erscheinen in Zeitungen wie der »New York Times«, dem »New Yorker«, dem »Wall Street Journal«, der »Zeit« und »Harper’s«, für die sie auch als Herausgeberin fungiert. Zudem unterrichtete sie Kreatives Schreiben an zahlreichen Universitäten und war Herausgeberin der Anthologie »Best American Voices 2005« (Ü: Die besten Stimmen Amerikas), die Kurzgeschichten aus amerikanischen Schreibschulen versammelt.

In ihrem Werk erweist sich Prose als geistreiche Kritikerin des Alltagslebens der amerikanischen Gesellschaft und ihrer Selbstgefälligkeit. »Hunters and Gatherers« (1996; dt. »Jäger und Sammler«, 1996) schildert die Probleme einer Frauengruppe, die einer Art New-Age-Feminismus als Ersatzreligion verfallen sind. Die neun biografischen Detailstudien in »The Lives of the Muses« schildern Lebensgeschichten aktiver und sehr individueller Frauen, die dem Klischee der Muse als ausgebeuteter Inspirationsquelle widersprechen. Von obsessiver Liebe und politischer Korrektheit handelt »Blue Angel« (2000; dt. »Durchtrieben«, 2001), ein Roman, der von Josef von Sternbergs Film »Der blaue Engel« inspiriert ist. Dieser Roman, der für den National Book Award nominiert war, beschreibt mit Sinn für Details und genauer Kenntnis des universitären Lebens den Niedergang eines Hochschullehrers, der in seinem Schreibkurs der fatalen Attraktivität einer Schülerin erliegt. Prose’ jüngster Roman, »A Changed Man« (2005; Ü: Ein veränderter Mann), erzählt die Geschichte eines Aussteigers aus der Neonazi-Szene, der Hilfe bei einer Stiftung eines Holocaust-Überlebenden sucht. In nuancenreichen Persönlichkeitsporträts, die sich oft des inneren Monologs bedienen, zeigen sich die komplexen Beweggründe der handelnden Personen. Ihr Roman für junge Erwachsene, »After« (2003; Ü: Danach), beschreibt eine Oberschule, die im Interesse größerer »Sicherheit« allmählich Züge eines Polizeistaats annimmt.

Unter Prose’ Auszeichnungen sind ein Guggenheimstipendium, zwei Stipendien des National Endowment for the Arts, ein Stipendium der New York Public Library und ein Fulbrightstipendium im ehemaligen Jugoslawien. Für ihre Übersetzung einer Kurzgeschichtensammlung von Ida Fink, einer Überlebenden des Holocaust, erhielt Prose den PEN Translation Prize. 1998 erhielt sie den National Jewish Book Award für ihr Kinderbuch »You Never Know: A Legend of the Lamed-Vavniks” (1998; Ü: Man kann nie wissen. Eine Legende der Lamed-Vavniks). Prose lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in New York.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.francineprose.com/]

Berlin View

Each day, I find I have less and less sympathy for religion of any sort . But in my writing space, my office, in my apartment in Manhattan, there is what I would call one religious, or devotional, object. It's a brightly colored painting, decorated with sequins, of the elephant-headed Hindu god, Ganesh. I bought it during the late 1970s, in Bombay, where it was explained to me that Ganesh is the god whose divine powers govern, among other things, the world of tiny obstacles and small daily difficulties. He is also a lover of fruit. Need to write a letter? Offer an orange to Ganesh. Need to write a novel? Something more on the order of a pineapple might be required. I have always thought of this elephant-headed being as the god of writing--made up, as it is, of so many small decisions and tiny but terrifying obstacles to be overcome. I also have a photo of the same Ganesh painting as the wallpaper, or screensaver, or whatever you call it, on my cell phone.