10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Eileen Myles  [ USA ]

Biographie

Eileen Myles Portrait
© Amy Steiner

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

A Fresh Young Voice from the Plains
Power Mad Press
New York, 1981

Sappho's Boat
Little Caesar Press
Los Angeles, 1982

Bread and Water
Hanuman Books
New York, 1987

1969
Hanuman Books
New York, 1989

Not Me
Semiotext[e
New York, 1991

Chelsea Girls
Black Sparrow Press
Santa Rosa, 1994

Maxfield Parrish
Black Sparrow Press
Santa Rosa, 1995

The New Fuck You: Adventures in Lesbian Reading
Semiotext(e)
New York, 1995

School of Fish
Black Sparrow Press
Santa Rosa, 1997

Cool for You
Soft Skull Press
New York, 2000

Skies
Black Sparrow Press
Santa Rosa, 2001

On My Way
Faux Press
Cambridge, 2001

Sorry, Tree
Wave Books
Seattle, 2007

Übersetzerin: Barbara Jung

Eileen Myles wurde 1949 in Cambridge, Massachusetts, geboren. Nach ihrem Schulabschluss in Boston zog sie nach New York. Dort wurde sie schnell Teil der Künstlerszene im East Village, die von Persönlichkeiten wie Andy Warhol und literarisch von der »New York School« geprägt wurde. Für einen Vertreter dieser Schule, den von ihr verehrten Dichter James Schuyler, arbeitete Myles als Assistentin. Von 1977-1979 gab sie das Lyrikmagazin »dodgems« heraus. Erste Lesungen ihrer Gedichte hielt sie in dem bekannten Punk-Club CBGB und im Kulturzentrum der St. Mark's Church, deren Schreibwerkstatt sie in den achtziger Jahren künstlerisch leitete. Sie begann dort auch, ihr Werk in Soloperformances aufzuführen, und zwei ihrer Stücke, »Feeling Blue Pts. 1, 2 & 3« (Ü: Traurig, Teil 1, 2 & 3) und »Modern Art« (Ü: Moderne Kunst), wurden 1988 und 1990 am Veranstaltungsort PS122 aufgeführt. Wie im ersten Gedicht »The Troubador« aus ihrem fünften Lyrikband, »School of Fish« (1997), versteht Myles ihre Dichterrolle als die einer postmodernen fahrenden Sängerin. So trug sie ihre Lyrik und Prosa - ihre erste Kurzgeschichtensammlung, »Chelsea Girls«, erschien 1994 - bei Performances in Nordamerika, Europa und Russland vor. 1992 führte sie eine künstlerisch-politische, feministische Präsidentschaftskampagne, die in vielerlei Hinsicht schon in ihrem Gedicht »An American Poem« aus »Not Me« (1990; Ü: Nicht ich) angelegt war. Darin verkündet sie ironisch »Ich bin ein Kennedy« und benutzt diese angeeignete Identität, um die amerikanische Kultur einer ungewöhnlichen Kritik zu unterziehen.

Im Mittelpunkt ihrer Gedichte und Geschichten steht die Kunstfigur »Eileen Myles«, die ihr »Lesbischsein« kunstverständig und selbstbewusst ausstellt und damit Weiblichkeit in vielen ihrer Erscheinungsformen und im Bewusstsein ihrer Leistung feiert. Ihr bekannter erster Roman »Cool for You« (2000; Ü: Toll für dich) wählt die Einweisung der aus Irland nach Massachusetts eingewanderten Großmutter in die Psychiatrie als Ausgangspunkt, um die Bevormundung und Unterdrückung von Frauen durch Institutionen vorzuführen. Ihre Prosa konfrontiert den Leser mit einem ruhelos mäandernden, stakkatohaften Bewusstseinsstrom, der Erzählen, Reflektieren und Kommentieren vereint; er zeigt die kühne Intelligenz der Autorin und ihre trotzige Trauer auf düstere und originelle Weise. Im deftigen Slang, der konventionelle Schönheit misstrauisch meidet, entsteht eine flapsige, fragile und denkwürdige Selbststilisierung. Die »New York Times« bezeichnete die Künstlerin als »Kultfigur für Frauen der Post-Punk-Ära, die ihre eigene literarische Avantgarde bilden«.

Myles schreibt regelmäßig in Zeitungen wie »The Nation« und »Book Forum« und veröffentlicht in den Magazinen »Index« und »Shiny«. Ihr gemeinsam mit Liz Kotz herausgegebenes Buch »The New Fuck You / adventures in lesbian reading« (1995; Ü: Das neue Fuck-You / Abenteuer des lesbischen Lesens) wurde mit dem Lambda Book Award ausgezeichnet. Myles ist seit 2002 Professorin für Kreatives Schreiben an der University of California in San Diego. Im Jahr 2006 fand die Premiere der Oper »Hell« (Ü: Hölle) statt, für die sie das Libretto schrieb. Ihr zuletzt veröffentlichter Gedichtband ist »Sorry, Tree« (2007), in dem sie erneut Politisches mit Persönlichem verbindet.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.eileenmyles.com/]

Berlin View

This Martian landscape by my friend, the painter Doug Padgett, is a good representation of my writing studio. I'm a poet instead of being an astronaut. That's about all I can say, but at best, poetry is an equivalent (to me) of flying through space and feeling awe at such remarkable access.

http://www.eileenmyles.com/gallery.html