10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Chen Jianghong  [ China, Frankreich ]

Biographie

Portrait Chen Jianghong
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2005, 2012, 2013.

Bibliographie

Zhong Kui

Ein Besuch in der Peking-Oper

Moritz

Frankfurt a. M., 2001

[Ü: Erika u. Karl A. Klewer]

Han Gan und das Wunderpferd

Moritz

Frankfurt a. M., 2004

[Ü: Erika u. Karl A. Klewer]

Der Tigerprinz

Moritz

Frankfurt a. M., 2005

[Ü: Erika u. Karl A. Klewer]

An Großvaters Hand

Meine Kindheit in China

Moritz

Frankfurt a. M., 2009

[Ü: Tobias Scheffel]

Der kleine Fischer und der Knochenmann

Moritz

Frankfurt a. M., 2014

[Ü: Tobias Scheffel]

Chen Jianghong wurde 1963 in der chinesischen Hafenstadt Tianjin geboren und wuchs während der Kulturrevolution auf. 1979 bis 1982 studierte er in seiner Geburtsstadt Malerei und schloss sein Studium 1987 in Peking an der Akademie der Schönen Künste ab. Seitdem lebt er in Frankreich und arbeitet dort als freischaffender Maler sowie als Illustrator von Bilderbüchern, die bis heute in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurden.

Vor allem seine Bilderbücher brachten Chen Jianghong internationale Bekanntheit ein. In »Zhong Kui~– La terreur des forces du mal« (2001; dt. »Zhong Kui. Ein Besuch in der Pekingoper«, 2001) überführt er die Atmosphäre einer Theatervorstellung meisterhaft in die zweidimensionale Ebene eines Buches und lässt dessen Seiten zur Bühne einer Allegorie auf Gerechtigkeit und Wahrheit werden. In »Le cheval magique de Han Gan« (2004; dt. »Han Gan und das Wunderpferd«, 2004) thematisiert Chen Jianghong die Legende des im 8. Jahrhundert lebenden chinesischen Künstlers Han Gan, dessen gemalte Pferde eines Tages lebendig werden. In farbenprächtigen Kompositionen gelingt ihm eine Parabel über Macht, die daraus resultierende Verantwortung und das Wunder der Kunst. In »Le Prince tigre« (2005; dt. »Der Tigerprinz«, 2005) entwirft Chen Jianghong mittels betörender Bilder die faszinierende Geschichte einer Mutter-Sohn-Beziehung zwischen einem kleinen Prinzen und einer Tigerin, während in »Petit Aigle« (2001; dt. »Junger Adler«, 2006) von einem kleinen Jungen erzählt wird, der von Meister Yang, einem berühmten Weisen aus dem alten China, in die Geheimnisse des Adler-Boxens eingeweiht wird. Das autobiografische Bilderbuch »Mao et moi« (2008; dt. »An Großvaters Hand. Meine Kindheit in China«, 2009) thematisiert Chen Jianghongs Kindheit, die besonders sein Großvater nachhaltig prägte. Für die »FAZ« ist das Buch »ein Geniestreich als Bilderbuch« und nichts weniger als Chen Jianghongs »Meisterwerk – das persönlichste, das spannendste und das weiseste Buch in einer ganzen Kette von Werken, die alle auch mit Recht schon so genannt werden konnten«. Mit »Le petit pêcheur et le squelette« (2013; dt. »Der kleine Fischer und der Knochenmann«, 2014) erscheint nach fünfjähriger Publikationspause das mit Spannung erwartete neue Buch von Chen Jianghong. Auch bei diesem ist neben der beeindruckenden Dynamik der Bilder vor allem die Kombination klassischer chinesischer Malkunst mit moderner westlicher Bildsprache charakteristisch.

Chen Jianghongs Bilder werden in verschiedenen Museen und Galerien in Europa, Asien und Amerika ausgestellt. Bis heute hat er elf eigene Bilderbücher geschrieben und illustriert und mehr als 20 Bücher anderer Autoren bebildert. Seine Bücher wurden mit wichtigen Preisen ausgezeichnet, darunter der Prix Sorcières (2004) und der Deutsche Jugendliteraturpreis (2005). Chen Jianghong lebt seit 1987 in Paris und betreibt seit 2011 ein Atelier in Berlin.

Berlin View

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