10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Carll Cneut  [ Belgien ]

Biographie

Carll Cneut Portrait
©NP Buchverlag

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

Willy
[Text: Geert De Kockere]
De Eenhoorn
Wielsbeke, 1999

Die wundersame Liebesgeschichte des Mister Morf
Sauerländer
Düsseldorf, 2003
Übersetzung: Iris Praìl

Un secret pour grandir
[Text: Carl Norac]
L´École des Loisirs
Paris, 2003

Mijnheer Ferdinand
[Text : Agnes Guldemont]
De Eenhoorn
Wielsbeke, 2003

Rotgelbschwarzweiss
[Text: Brigitte Minne]
Sauerländer
Düsseldorf, 2004
Übersetzung: Andrea Kluitmann

Dulle Griet
[Text: Geert de Kockere]
De Eenhoorn
Wielsbeke, 2005

Antonio auf der anderen Seite der Welt
[Text: Malachi Doyle]
NP Buchverlag
St. Pölten, 2005
Übersetzung: Elisabeth Reichart

Hexenfee
[Text: Brigitte Minne]
Residenz
St. Pölten, Salzburg, 2006
Übersetzung: Mirjam Pressler

Monster, friss mich nicht!
[Text: Carl Norac]
Residenz
St. Pölten, Salzburg, 2006
Übersetzung: Pauline Katz

Übersetzer: Rolf Erdorf, Iris Prael, Mirjam Pressler, Elisabeth Reichart, Pauline Katz

»Meine Bilder setzen sich im Unsichtbaren fort. Meine Leser haben die Freiheit, sie in ihrem Kopf zu vervollständigen. Das bringt die Erwachsenen oft durcheinander, aber niemals die Kinder«, sagt Carll Cneut , Shooting-Star unter den europäischen Illustratoren, über seine gefeierten Bildkreationen. In seinem Bilderbuch »Willy« (1999) zeigt er auf der ersten Seite nur ein kleines Stück von einem Rüssel und zwei Elefantenfüße und überlässt es dem Betrachter, das Bild zu Ende zu denken. Geboren wurde der flämische Bilderbuch-Künstler 1969 an der belgisch-französischen Grenze. Nachdem er daran dachte, Konditor oder Zirkuskünstler zu werden, entschied er sich für ein Grafikdesign-Studium an der St.-Lukas-Kunsthochschule in Gent, wo er auch heute lebt. Zunächst arbeitete er in einer Werbeagentur, bevor er 1996 mit »Varkentjes van Marsepein« (Ü: Marzipanschweinchen) sein erstes Bilderbuch veröffentlichte. Seither hat Carll Cneut fast fünfzehn Bücher illustriert, die weltweit verkauft wurden. 2002 gab er mit »The Amazing Love Story of Mr. Morf « (dt. »Die wundersame Liebesgeschichte des Mister Morf«, 2003) sein Debüt als Autor. Meisterhaft inszeniert, erzählt Cneut darin von einem ganz besonderen Hund, einem Zirkushund und berühmten Seiltänzer, der beschließt, den einsamen Ruhm in der Manege hinter sich zu lassen und die Liebe zu suchen. Mit »Antonio auf der anderen Seite der Welt« (Eng. »Antonio on the Other Side of the World, getting smaller«, 2003) erschien 2005 eine entzückend schrullige Geschichte von Malachy Doyle über Antonios Besuch bei seiner Großmutter, über Meeresungeheuer, Marmelade-Sandwiches und Heimweh. Das Bilderbuch »Monstre ne me mange pas« (2006) mit einem Text von Carl Norac, das im gleichen Jahr im deutschsprachigen Raum unter dem Titel »Monster, friss mich nicht!« erschien, wurde in die Kollektion zum Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2007 aufgenommen.

Carll Cneut macht aus Bilderbüchern große Kunst. Seine detailverliebten Illustrationen bestechen durch eine besondere Patina und wecken Assoziationen zu kostbaren Stickereien, Textilien oder Wandteppichen. Sie erinnern an die Werke alter Meister und sind zugleich modern und gegenwärtig. Ihm ist es wichtig, dass seine Figuren eine sichtbare Vergangenheit haben, genauso wie ihre Kleider und ihre Umgebung. Cneut lässt seine Illustrationen aus mehreren Schichten mit Acrylfarben, Pastellkreiden, Blattgold oder Kaffee entstehen. Zuletzt erregte Cneuts Neu-Interpretation des Gemäldes »Dulle Griet« (2005) von Pieter Bruegel d.Ä. Aufsehen. Gemeinsam mit dem Autor Geert De Kockere erzählt er von der rasenden Griet, die in die Hölle hinabsteigt und den Teufel um seine Hand bittet – ein herausforderndes Bilderbuch, das weit über die Grenzen des Kinderbuchs hinausweist. Auch hier bevorzugt er Bildkompositionen von großer Spannung. »Mal schafft er betont leere Flächen als Assoziationsräume, mal drängt er seine Figuren so dicht zusammen, dass kein Zwischenraum mehr bleibt. So durchdringen sich bildnerische und emotionale Elemente auf spürbare Weise.« (»Süddeutsche Zeitung«)

Seit 2005 unterrichtet Cneut an der Academy of Fine Arts in Gent. Seine Illustrationen wurden international ausgezeichnet, u.a. mit einer Special Mention des Bologna Ragazzi Award (2001), dem Prix Octogones (2002) und der Goldenen Plakette von Bratislava (2003). »L’Express« nannte Carll Cneut »ein verrücktes Talent«.

© internationales literaturfestival berlin

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