10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Bjørn Sortland  [ Norwegen ]

Biographie

Bjørn Sortland Portrait
©Britt K. Andersen, H.Aschehoug & Co.

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

Zehn Kamele für Mama
Fischer
Frankfurt/Main, 1999
Übersetzung: Christel Hildebrandt
Ill: Jutta Bücker

Den blå, blå himmelen
Samlaget
Oslo, 2000

Rot, Blau und ein bisschen Gelb
Kerle
Wien, 2
Übersetzung: Senta Kapoun
Ill: Lars Elling

12 Dinge, die ich noch erledigen muss, bevor die Welt untergeht
Oetinger
Hamburg, 2003
Übersetzung: Maike Dörries

Entführung in Luxor
Arena
Würzburg, 2003
Übersetzung: Dagmar Mißfeldt

Raub in Venedig
Arena
Würzburg, 2003
Übersetzung: Dagmar Mißfeldt

Das Rätsel der Dschungelstadt
Arena
Würzburg, 2004
Übersetzung: Dagmar Mißfeldt

For så høgt har eg elska
Gyldendal
Oslo, 2004

Kunstdetektivene 4: New York-mysteriet
Aschehoug
Oslo, 2003
Ill: Trond Bredesen

Kunstdetektivene 5: Sydney-mysteriet
Aschehoug
Oslo, 2004
Ill: Trond Bredesen

Kunstdetektivene 6: Oslo-mysteriet
Aschehoug
Oslo, 2005
Ill: Trond Bredesen

Kunstdetektivene 7: London-mysteriet
Aschehoug
Oslo, 2006
Ill: Trond Bredesen

Den gongen eg liksom-døydde
Aschehoug
Oslo, 2006
Ill:Øyvind Torseter

Triks
Lettlest
Skien, 2006

Die Minute der Wahrheit
Hanser
München, 2007
Übersetzung: Ina Kronenberger

Übersetzer: Maike Dörries, Cristel Hildebrandt, Senta Kapoun, Dagmar Mißfeldt

Bjørn Sortland wurde 1968 an der Westküste Norwegens geboren und arbeitete zunächst als Journalist, Rezensent und Autor, bis er sich 1998 auf das Schreiben für Kinder und Jugendliche konzentrierte. Nach seiner Ausbildung an der Akademie für Schreibkunst in Bergen debütierte Sortland mit dem Roman »Det er ikkje natta« (1992; Ü: Es ist nicht die Nacht). Seither hat er eine Vielzahl von Kinder- und Jugendbüchern vorgelegt, die u.a. in Schweden, Frankreich, Spanien, Italien, aber auch in Argentinien, Kanada und Südkorea publiziert wurden.

Behutsam, charmant und spannend schreibt Sortland über das nicht immer harmonische Familienleben, über die Häutungsschmerzen der Pubertät, die Sehnsucht nach Freiheit und Liebe sowie über das Bedürfnis nach Verständnis und Geborgenheit. Seine Figuren begeben sich auf Entdeckungsreisen in die Geschichte, Geografie, Kunst und Kultur Europas, bestehen Abenteuer in fernen Kontinenten und erfahren dabei viel über sich selbst und ihre Mitmenschen. Gekonnt verbindet er in seinen Erzählungen den kindlich-jugendlichen Lebensalltag mit den neuen Erfahrungswelten und dem Wissensdurst seiner jungen Helden. So gerät die kleine Oda, die mit ihrem Onkel eine berühmte Gemäldesammlung besucht, auf der Suche nach einem gewissen Örtchen unversehens in die Bilder berühmter Maler der Moderne. Nachdem sie einen geheimnisvollen roten Mantel übergestreift hat, kann sie sich mit Munch, Cézanne, Magritte, Picasso, Warhol und Pollock unterhalten. Für diese spielerische Einführung in die moderne Kunst, »Raudt, blått og litt gult« (1993; dt. »Rot, Blau und ein bisschen Gelb«, 1995), wurde Sortland zusammen mit dem Illustrator Lars Elling mit dem Prix Octogones (1994) und dem Deutschen Jugendliteraturpreis (1996) ausgezeichnet.

Kunstwerke verschiedener Epochen und Kulturen stehen im Fokus vieler Kinder- und Jugendbücher von Bjørn Sortland. In seiner Krimireihe »Kunstdetektivene 1-7« (2000ff) begleitet der Autor die Familie Bergvik in alle fünf Kontinente. Während der Vater als Reiseschriftsteller eine Serie über Ferien mit der Familie schreiben soll, geraten die Bergviks immer wieder in neue, gefährliche Abenteuer um eine internationale Kunsträuberbande, und nur den drei Kindern gelingt es, die Rätsel der Erwachsenenwelt zu lösen. Drei Folgen der beliebten Reihe wurden bereits ins Deutsche übersetzt, darunter »Entführung in Luxor« (2003; »Luxor-mysteriet«, 2001) und »Das Rätsel der Dschungelstadt« (2004; »Angkor-mysteriet«, 2002). Sortlands Jugendroman »Æerlighetsminuttet« (2005) erzählt von der siebzehnjährigen Frida, die eines Tages erfährt, dass sie ihr Augenlicht verlieren wird. Sie beschließt, aus ihrer vertrauten Umgebung auszubrechen. Auf ihrer Reise quer durch Europa trifft sie in Florenz den jungen Journalisten Jakob und beginnt mit ihm, ein erstes und vielleicht letztes Mal die großen Werke der Kunst zu entdecken. Die deutsche Übersetzung des Romans erschien 2007 unter dem Titel »Die Minute der Wahrheit«.

Bjørn Sortlands Kinder- und Jugendbücher wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Preis des Norwegischen Kultusministeriums (1997) und dem Sonja-Hagemann-Preis (2005).

Sein Jugendroman »12 ting som må gjerast rett før verda går under« (2001; dt. »Zwölf Dinge, die ich noch erledigen muss, bevor die Welt untergeht«, 2003) war für den Brage-Preis (2001) nominiert. Der Autor lebt mit seiner Familie in Bergen.

© internationales literaturfestival berlin

Berlin View

10 TING EG MÅ HA PÅ SKRIVEROMMET MITT

1. Eit vindauge. Og ein by utanfor. Eg kan skriva nesten kor som helst, berre skriverommet mitt har vindauge med ein by utanfor.

2. Ein espressomaskin. La Pavoni eller Gaggia. Og aller helst dei små espresso-koppane med Picasso-oksar på som kona mi har gitt meg. Alternativt ein kaffi-bar i under-etasjen.

3. Ei dressjakke. Den hiv eg på meg i tilfelle mor mi kjem sånn at ho ser at eg har ein verdig liv, ein skikkelig jobb.

4. Word Perfect 5.1 frå 80-talet. Det blå skjermbildet med dei knotete, gråkvite bokstavane er magisk. Dei er ein forutsetning for heile mitt skapande liv.

5. Musikk. Helst filmusikk, soundtrack frå relativt dårlige filmar eg aldri har sett. Eller Bach sine Goldberg-variasjonar.

6. Tre bøker: Bibelen, ei bok malaren Giottos samla verk, og Den lille prinsen av Exupery.

7. Flyktige kvinner. Som går forbi vindauget mitt.

8. Ein stol. Som eg kan vippa på når eg tilfeldigvis ser ei flyktig kvinne som går forbi vindauget mitt.

9. Ein kalendar. Helst med reproduksjonar av gamle reisemotiv-plakatar; dampbåtar som skal til New York, fly til Kairo, tog til Venezia.

10. Forventningane om ein god haust. Og Guds nådes lys som av og til skin inn gjennom vindauget mitt.

10 Dinge, die ich an meinem Schreibtisch brauche

1. Ein Fenster. Und draußen eine Stadt. Ich kann fast an jedem beliebigen Ort schreiben, solange mein Schreibzimmer an einem Fenster mit einer Stadt dahinter steht.

2. Eine Espresso-Maschine. La Pavoni oder Gaggia. Und am besten die kleinen Espresso-Tassen mit Picassos Ochsen darauf, die meine Frau mir geschenkt hat. Als Alternative ein Coffee-Shop im Erdgeschoss.

3. Ein Jackett. Das ich mir überwerfe, falls meine Mutter kommt, damit sie sieht, dass ich ein würdevolles Leben führe und einen ordentlichen Beruf habe.

4. Word Perfect 5.1 aus den 80er Jahren. Der blaue Bildschirm mit den unnatürlich grauweißen Buchstaben hat Magie. Sie sind eine Voraussetzung für mein gesamtes schöpferisches Leben.

5. Musik. Am besten Filmmusik, Soundtracks von relativ schlechten Filmen, die ich nie gesehen habe. Oder die Goldberg-Variationen von Bach.

6.  Drei Bücher. Die Bibel, ein Buch über das gesammelte Werk des Malers Giotto und „Der kleine Prinz“ von Exupery.

7. Flüchtige Frauen. Die an meinem Fenster vorübergehen.

8. Ein Stuhl. Auf dem ich kippeln kann, wenn ich zufällig eine flüchtige Frau sehe, die an meinem Fenster vorübergeht.

9. Ein Kalender. Am besten mit Reproduktionen alter Plakate mit Reisemotiven: Dampfschiffe unterwegs nach New York, Flugzeuge nach Kairo, Züge nach Venedig.

10. Erwartungen auf einen schönen Herbst. Und Licht von Gottes Gnaden, das hin und wieder durch mein Fenster scheint.

Aus dem Norwegischen von Dagmar Mißfeldt