10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Volker Braun  [ Deutschland ]

Biographie

Gast des ilb 2004.

Bibliographie

Provokation für mich
Mitteldeutscher Verlag
Halle, 1965
 
Wir und nicht sie
Mitteldeutscher Verlag
Halle, 1970
 
Das ungezwungene Leben Kasts
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1972
 
Gegen die symmetrische Welt
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1974
 
Es genügt nicht die einfache Wahrheit
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1976
 
Training des aufrechten Ganges
Mitteldeutscher Verlag
Halle, 1981
 
Gedichte
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1983
 
Verheerende Folgen mangelnden Anscheins innerbetrieblicher Demokratie
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1988
 
Guevara oder der Sonnenstaat
Büchergilde Gutenberg
Frankfurt/Main, 1984
 
Hinze-Kunze-Roman
Mitteldeutscher Verlag
Halle, 1985
 
Die Übergangsgesellschaft
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1987
 
Unvollendete Geschichte
Mitteldeutscher Verlag
Halle, 1990
 
Langsam knirschender Morgen
Mitteldeutscher Verlag
Halle, 1988
 
Bodenloser Satz
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1990
 
Der Stoff zum Leben. 1 – 3 Gedichte
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1990
 
Iphigenie in Freiheit
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1992
 
Böhmen am Meer
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1992
 
Das Nichtgelebte
Faber & Faber
Leipzig, 1995
 
Der Wendehals
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1995
 
Lustgarten – Preußen
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1996
 
Wir befinden uns soweit wohl. Wir sind erst einmal am Ende
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1998
 
Die unvollendete Geschichte und ihr Ende
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1998
 
Tumulus
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1999
 
Wie es gekommen ist
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2002
 
Das unbesetzte Gebiet
Suhrkamp

Frankfurt/Main, 2004

Der berüchtigte Christian Sporn. Ein anderer Woyzeck
Insel
Frankfurt/Main, 2004

Auf die schönen Possen
Suhrkamp
Frankfurt/Main 2005

Volker Braun wurde 1939 in Dresden geboren. Nach dem Abitur war er drei Jahre Druckereiarbeiter, Tiefbauarbeiter und Tagebaumaschinist, ehe er in Leipzig Philosophie studieren konnte. Wegen seiner Gedichte, die Stephan Hermlin 1962 auf der Lesung der Akademie der Künste vortrug, drohte ihm die Exmatrikulation. 1965 holte ihn Helene Weigel an das Berliner Ensemble, wo sein erstes Stück, „Die Kipper“, inszeniert (und verboten) wurde. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings schrieb er „T.“ (Trotzki) und „Lenins Tod“. 1972 bis 1977 war er Mitarbeiter des Deutschen Theaters, anschließend bis 1990 Hausautor am Berliner Ensemble. Auch viele seiner späteren Werke – die „Unvollendete Geschichte“, der „Hinze-Kunze-Roman“, die Gedichtbände „Training des aufrechten Gangs“, „Langsamer knirschender Morgen“, die Stücke „Dmitri“, „Die Übergangsgesellschaft“ oder die Essay-Sammlung „Verheerende Folgen mangelnden Anscheins innerbetrieblicher Demokratie“, mit immenser Verzögerung gedruckt bzw. aufgeführt, waren „Arbeit gegen die Deckgebirge der Verheißungen“.
Trotz der fundamentalen Kritik verstand sich Braun als Sozialist, der durch seinen ‚konspirativen Realismus’ auf Veränderung der Verhältnisse drängte. „Man sucht einen Blickwinkel zu wählen, der dem offiziellen Denken, dem beschwichtigenden und sich einrichtenden Denken nicht nachkommt – also einen Blick von unten auf die Dinge.“ Dieser Einstellung ist er auch nach der deutschen Vereinigung treu geblieben, sei es mit der abgründigen Novelle „Die vier Werkzeugmacher“, mit den Gedichtzyklen „Rot ist Marlboro“ und „Tumulus“ oder den Stücken „Der Staub von Brandenburg“ und „Limes. Mark Aurel“. Die Darmstädter Akademie verlieh den Büchner-Preis 2000 „dem Dichter, der mit Erbarmen und Witz eine lebendige Chronik seiner geschichtlichen Welt geschaffen“ und „die Sprache und die Formen der philosophischen Epoche der deutschen Literatur erneuert und verwandelt hat“. Braun wurde 2005 mit dem serbischen Poesie-Preis, dem Goldenen Schlüssel der Stadt Smederevo, ausgezeichnet. Seit 2006 ist er Direktor der Sektion Literatur der Akademie der Künste Berlin.

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