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Tanella Boni  [ Côte d'Ivoire ]

Biographie

Tanella Boni Portrait
© privat

Gast des ilb 2004.

Bibliographie

Labyrinthe
Akpagnon
Rée-sur-Seine, 1984

Un vie de crabe
Les nouvelles éd. Africaines du Sénégal [NEAS]
Dakar, 1990

De l’autre côté du soleil
Edicef-jeunesse
Paris, 1991

La fugue d’ozone
Edicef-jeunesse
Paris, 1992

Grains de sable
Éd. Le Bruit des Autres
Solignac, 1993

Il n´y a pas de Parole Heurese
Éd. Le Bruit des Autres
Solignac, 1997

Les Baigneurs du Lac Rose
Serpents à Plumes
Paris, 2002

L’atelier des génies
Acoria, Paris, 2002

Chaque jour l’espérance
L’Harmattan
Paris, 2002

Côte d'Ivoire: le pari de la diversité
L´Harmattan
Paris, 2003

Gorée île baobab
Le bruit des autres
Limoges, 2004

Matins de couvre-feu
Serpents à Plumes
Paris, 2005

Übersetzer: Ulrike Draesner

Tanella Boni wurde 1954 in Abidjan, Elfenbeinküste, geboren. Sie studierte Philosophie im französischen Toulouse und an der Sorbonne in Paris, wo sie 1987 promovierte. Sie arbeitet seit mehr als fünfzehn Jahren als Philosphieprofessorin an der Universität Cocody in Abidjan. Seit 1984 veröffentlichte sie Lyrikbände, Romane - darunter „Une vie de crabe“ (1990; Ü: Ein Krabbenleben) und „Les Baigneurs du Lac Rose“ (1995; Ü: Die Badenden des Lac Rose) - sowie Kinderbücher. Neben philosophischen Fachartikeln schreibt sie regelmäßig Literatur- und Kunstkritiken für verschiedene Magazine, unter anderem für „Africultures“ und „Mots pluriels“. Von 1991 bis 1997 war sie Präsidentin des Schriftstellerverbandes der Elfenbeinküste. Seit sie 1984 ihr lyrisches Debüt „Labyrinthe“ (1984; Ü: Labyrinth) veröffentlichte, ist sie – ebenso wie Véronique Tadjo – zum Inbegriff einer neuen Generation von Schriftstellerinnen geworden, die der männlichen Dominanz in der Literatur der Elfenbeinküste ihre weiblichen Stimmen entgegensetzt.
In „Labyrinthe“ und in ihrem zweiten Gedichtband „Grains de sable“ (1993; Ü: Sandkörner) thematisiert Boni die Suche nach dem eigenen Weg als Dichterin. Als Bild für diesen schmerzhaften Initiationsprozess, der geprägt ist von Einsamkeit, Trauer und Zweifeln, wählt sie das Labyrinth. Ausgehend vom Innersten begibt sich das lyrische Ich auf die Suche, verirrt sich unterwegs in dieser oder jener Sackgasse, um letztendlich doch einen Ausweg zu finden. Themen wie das Geschlechterverhältnis in Afrika, die Last der Traditionen, soziale Missstände sowie den starken Wunsch nach Freiheit und dem freien Wort fasst Tanella Boni in eindrucksvolle Metaphern. Wortspiele und bekräftigende Wiederholungen bestimmen den prägnanten Sprachrhythmus. Als Dichterin und Mitorganisatorin des internationalen Festivals der Poesie in Abidjan versucht sie Wege zu finden, die moderne französischsprachige Lyrik mit den theatralen mündlichen Vortragsformen der traditionellen Poesie zu verbinden. In ihrem neuesten Lyrikband „Gorée île baobab“ (2004; Ü: Gorée – Insel des Baobab) erzählt sie von der Insel Gorée, ehemals letzter Stop der Sklavenschiffe vor der Überfahrt nach Nord- und Südamerika und heute Erinnerungsort der afrikanischen Diaspora. Zugleich erinnert sie an die Greuel der jüngeren Geschichte Afrikas. „Im heutigen, von Krieg und all diesen Krankheiten zermürbten Afrika, ist es von essentieller Bedeutung, dass literarische Genres wie die Poesie eine wesentliche Rolle spielen können.“ 2005 erhielt sie für ihren Roman „Matins de couvre-feu“ (2005; Ü: Morgen der Sperrstunde) den Prix Ahmadou Kourouma. Im selben Jahr wurde ihr der LiBeratur-Förderpreis zugesprochen. Tanella Boni lebt in Abidjan.

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