10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Hassan Dawud  [ Libanon ]

Biographie

Hassan Dawud Portrait
© Laurent Denimal

Gast des ilb 2004.

Bibliographie

Tata urfat n
At-Tanwr
Bairt, 1984

Rau al-ayt al-mazn
At-Tanwr
Bairt, 1985

Nuzhat al-malk
Dr al-add
Bairt, 1992

Sanat al-tmtk
Dr an-Nahr
Bairt, 1996

L’immeuble Mathilde
Actes Sud
Paris, 1998
Übersetzung: Youssef Seddik

The House of Mathilde
Granta
London, 1998
Übersetzung: Peter Theroux

Aiym zida
Dr al-add
Bairt, 2000

Der Gesang des Pinguins
Lenos
Basel, 2000
Übersetzung: Doris Kilias

Des jours en trop
Actes Sud
Paris, 2001
Übersetzung: Edwige Lambert

Tage zuviel: Roman aus dem Libanon
Lenos
Basel, 2002
Übersetzung: Hartmut Fähndrich

In al-barq
Dr an-Nahr
Bairt, 2003

Makiage khafif lihazihi Allailah
Riy ar-Raiyis li'l-Kutub wa'n-Nar
Bairt, 2003

Übersetzer: Hartmut Fähndrich, Doris Kilias, Edwige Lambert, Youssef Seddik

Hassan Dawud wurde 1950 in Beirut, Libanon, geboren. Nach dem Studium der Arabischen Literatur arbeitete er während des Bürgerkriegs als Journalist in Beirut. Von 1979 bis 1988 war er freier Autor für das Feuilleton der Tageszeitung »Alsafir Daily«. Anschließend war er elf Jahre lang als Korrespondent der internationalen arabischen Zeitung »Al-Hayat« tätig, die in London herausgegeben wird. Er schrieb u.a. Artikel über gesellschaftliche Themen sowie Buchrezensionen und Kunst- und Kulturkritiken für das Feuilleton. Derzeit ist er Chefredakteur der Kulturbeilage »Nawafez« der Beiruter Tageszeitung »Al-Mustaqbal Daily«. Seine Kommentare zu politischen und kulturellen Ereignissen im arabischen Raum erscheinen auch in europäischen Zeitungen, etwa in der »Neuen Zürcher Zeitung«. Als Schriftsteller veröffentlichte er bisher zwei Bände mit Erzählungen und vier Romane.

1983 erschien sein erster Roman »Binâyat Mathilde« (1983; engl. »The House of Mathilde«, 1999), der in einem Beiruter Apartmenthaus während des Bürgerkriegs spielt. Im Zentrum dieses sozialen Mikrokosmos aus muslimischen und christlichen Mietern steht Mathilde, die einen namenlosen Flüchtling bei sich versteckt hält. Hassan Dawud, der selbst in einem Haus aufwuchs, in dem Muslime, Drusen und Christen sowie Einwanderer aus Russland und Armenien gemeinsam lebten, macht hier eindrucksvoll anhand der Veränderungen im Alltag der Mieter die Hintergründe für die Erschütterungen der libanesischen Gesellschaft sichtbar. Auch in seinen weiteren Romanen begrenzt er das Geschehen auf einen fest definierten Raum. Häufig erzählt er aus der Perspektive von Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Dabei verzichtet er weitestgehend auf die Einbindung des Geschehens in lokale Kontexte. Statt dessen fasst er präzise Beobachtungen und subtile Details in eine reduzierte Sprache, die frei von psychologischen Deutungen ist.

In »Ayyâm zâ’ida« (1990; dt. »Tage zuviel«, 2002) entfaltet sich im fortgesetzten Monolog eines alten Mannes, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart, Erinnerungen und Träume zu einem Gedankenfluss vermischen, ein sturer Kampf gegen die Familie, die ihm gleichgültig bis ablehnend gegenübersteht, aber auch ein vergeblicher Kampf gegen zunehmende Hilflosigkeit, körperlichen Verfall und den Tod. Auch der Protagonist von »Ghinâ’ al-bitrîq« (1998; dt. »Der Gesang des Pinguins«, 2000) lebt, beeinträchtigt durch eine körperliche Missbildung, ein Leben auf Distanz zu seinen Mitmenschen. Obsessiv beobachtet und belauscht er eine junge Nachbarin. Der Roman erhielt die Auszeichnung ›Bestes Buch des Libanon 1998‹. 2003 erschien Hassan Dawuds jüngster Roman »Makiage khafif lihazihi Allailah« (Ü: Ein zartes Make-up für heute abend). Hassan Dawud lebt in Beirut.

© internationales literaturfestival berlin