10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Christoph Hein  [ Deutschland ]

Biographie

Gast des ilb 2004.

Bibliographie

Horns Ende
Luchterhand
Darmstadt, 1985

Die Ritter der Tafelrunde. Eine Komödie
Luchterhand
Frankfurt/Main, 1985

Die fünfte Grundrechenart
Luchterhand
Frankfurt/Main, 1990

Exekution eines Kalbes: Und andere Erzählungen
Aufbau-Verlag
Berlin, 1994

Bruch; In Acht und Bann; Zaungäste; Himmel auf Erden: Stücke
Aufbau-Verlag
Berlin, 1999

Willenbrock
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2001

Der fremde Freund / Drachenblut
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2002

Der Tangospieler
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2002

Mama ist gegangen
Beltz & Gelberg
Weinheim, 2003

Aber der Narr will nicht
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2004

Als Kind habe ich Stalin gesehen
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2004

Landnahme
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2004

Nachtfahrt und früher Morgen
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2004

Öffentlich arbeiten
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2004

In seiner frühen Kindheit ein Garten
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2005

Das goldene Vlies
Faber & Faber
Leipzig, 2005

Christoph Hein wurde 1944 in Heinzendorf, Schlesien, geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben, nahe Leipzig. Da ihm als Sohn eines evangelischen Pfarrers der Besuch der weiterführenden Schule verwehrt wurde, ging er 1958 nach Westberlin und wurde Internatsschüler eines humanistischen Gymnasiums. Wegen des Mauerbaus musste er die Schule 1961 ohne Abitur verlassen, das er erst drei Jahre später auf einer Abendschule nachholen konnte. Anschließend studierte er von 1967-71 Philosophie und Logik. Unter den zahlreichen Gelegenheitsarbeiten, die er in dieser Zeit übernahm, waren auch Engagements für kleinere Rollen und Tätigkeiten als Regieassistent. Nach dem Studium arbeitete er als Dramaturg unter der Leitung von Benno Besson an der Berliner Volksbühne, von der er ab 1974 als Hausautor verpflichtet wurde. Im gleichen Jahr wurde sein Stück „Schlötel oder Was solls“ uraufgeführt. 1979 verließ er, gemeinsam mit Besson, das Theater und ist seither als freier Autor tätig. Einen ersten großen Erfolg erzielte Hein in beiden deutschen Staaten mit der Novelle „Der fremde Freund“ (1982), die in Westdeutschland ein Jahr später unter dem Titel „Drachenblut“ veröffentlicht wurde. Diese Lebensbeichte ohne jeden Bekenntnischarakter, geschrieben aus der Perspektive einer Ostberliner Ärztin, bilanziert schonungslos Kälte und Entfremdung der zwischenmenschlichen Beziehungen. 1986 gelang ihm mit seinem Stück „Die Ritter der Tafelrunde“ eine Parabel auf die untergehende DDR. Die kurzfristig genehmigte Uraufführung 1989 in Dresden und die Publikation in „Sinn und Form“ waren ein Triumph über die allgegenwärtige Zensur, gegen die Hein stets klar Stellung bezog. Auch nach der Wende künden zahlreiche Stellungnahmen und Essays von seiner reflektierten Position als Intellektueller. Dem Autor, der sich selbst als „Chronist ohne Botschaft“ bezeichnet, gelingt es in seinen Romanen, Gesellschaftsanalysen von großer Dichte zu zeichnen. In geradezu sprödem Ton, vermittels prägnanter Dialoge und virtuos eingesetzter Rollenprosa werden exemplarische Biographien erzählt. Dabei changieren seine Figuren zwischen Alltagswirklichkeit und Determiniertheit durch die konkreten historischen Umstände. Christoph Heins Roman, „Landnahme“ (2004), von der Kritik hoch gelobt, und in Schauplatz, Motiven und Figuren ein Rekurs auf den Roman „Horns Ende“ (1985), bietet eine Chronik, die sich über fünfzig Jahre deutscher Geschichte erstreckt. Auch international gehört der vielfach ausgezeichnete Autor (u. a. Erich Fried-Preis, 1990, Schiller-Gedächtnis-Preis, 2004) zu den meistgelesenen deutschen Gegenwartsautoren, seine Werke sind in 35 Sprachen übersetzt. Christoph Hein lebt in Berlin.

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