10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2003 / Lars Saabye Christensen

Lars Saabye Christensen  [ Norwegen ]

Biographie

Lars Saabye Christensen Portrait
© Tine Harden

Gast des ilb 2003.

Bibliographie

Der Joker sticht
Pettersson
Münster, 1995
Übersetzung: Christel Hildebrandt

Yesterday
Goldmann
München, 1997
Übersetzung: Christel Hildebrandt

Der Alleinunterhalter
Knaus
München, 1997
Übersetzung: Christel Hildebrandt

Der eifersüchtige Friseur und andere Helden
Knaus
München, 1998
Übersetzung: Christel Hildebrandt

Der falsche Tote
Goldmann
München, 2002
Übersetzung: Christel Hildebrandt

Der Halbbruder
Goldmann
München, 2003
Übersetzung: Christel Hildebrandt

Waterloo
Random House
München, 2005
Übersetzung: Christel Hildebrandt

Modellen
Cappelen
Oslo, 2005

Saabyes cirkus
Cappelen
Oslo, 2006

Übersetzerin: Christel Hildebrandt

Lars Saabye Christensen wurde 1953 in Oslo, Norwegen, geboren. Seit den siebziger Jahren ist er als Dichter und Autor von Jugendbüchern, Krimis, Erzählungen, Romanen und Drehbüchern tätig. Die Begeisterung für die Rockmusik der sechziger Jahre gab ihm den Anstoß zum Schreiben. Inspiriert von seinen Idolen John Lennon und Jim Morrison verfasste er Songtexte und Lyrik. 1976 erschien seine erste Gedichtsammlung „Historien om Gly“ (Ü: Glys Geschichte), für die er den Tarjei Vesaas Debutantpris für junge Autoren erhielt. 1977 folgte sein erster Roman „Amatøren“ (Ü: Der Amateur), mit dem er den Prototyp für alle seine Figuren schuf, für die der mangelnde Überblick über ihr eigenes Leben kennzeichnend ist.

Der literarische Durchbruch gelang ihm mit „Beatles“ (1984; dt. „Yesterday“, 1989), einem Roman über vier Jugendliche in einem Vorort Oslos, der sofort zum Bestseller avancierte. Inzwischen ist Lars Saabye Christensen einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller Norwegens, dessen Bücher in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden. Sein Werk begeistert nicht nur seine Leser, sondern wurde auch mit zahlreichen Preisen, u. a. mit dem Kritikerpreis Norwegens, ausgezeichnet. 2002 erhielt er für „Halvbroren“ (2001; dt. „Der Halbbruder“, 2003) den renommierten Nordischen Literaturpreis („Nordisk Räds Litteratur Pris“).

Lars Saabye Christensens Geschichten sind kunstvoll konstruiert und in ihrer realistischen Erzählweise von einem ebenso humorvollen wie melancholischen Ton geprägt. Zwischen nordischer Lakonie, Komik und Tragik oszilliert „Jubel“ (1995; dt. „Der Alleinunterhalter“, 1997), die Geschichte eines Musikers, dem die glanzvolle Karriere als Konzertpianist versagt bleibt und den das Schicksal stattdessen als Klavierspieler in ein schäbiges Hotel auf die Lofoten geführt hat. Voller Sympathie für seine skurrilen Figuren erzählt Saabye Christensen auch in den Erzählungen „Den misunnelige frisøren“ (1997; dt. „Der eifersüchtige Friseur und andere Helden“, 1998) von Verlusten und Abschieden, von Biografien ohne Höhepunkte und vom Erkennen der eigenen Mittelmäßigkeit.

Bekannt wurde er außerdem durch seine Drehbuchadaptionen von Knut Hamsums August-Trilogie für das Fernsehen, als Förderer junger norwegischer Autoren und durch vertonte Lesungen zusammen mit der Band „Norsk Utflukt“. Lars Saabye Christensen lebt in Oslo.

© internationales literaturfestival berlin