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Juan Gustavo Cobo Borda  [ Kolumbien ]

Biographie

Gast des ilb 2003.

Bibliographie

Alamanaque de versos
Editorial Oveja Negra
Bogotá, 1988

Poemas orientales y bogotanos
Universidad Nacional Autónoma de México
México, 1997

Furioso amor
El Áncora
Bogotá, 1997

No sabes con cuanto gusto de disfrutó, impúdica
Consejo Nacional para la Cultura y las Artes
México, 1997

La musa inclemente
Tusquets Editores
Barcelona, 2001

Mis Pintores
Villegas Editores
Bogotá, 2002

Lengua erótica
Villegas Edictores
Bogotá,2004

Lector impenitente
Fondo de Cultura de México
Mexico, 2004

Übersetzer: Juana und Tobias Burghardt

Juan Gustavo Cobo Borda wurde 1948 in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá geboren. Nach Schulzeit und Studium veröffentlichte er 1974 sein Debüt „Consejos para sobrevivir“ („Ratschläge zum Überleben“), mit dem er seinen klangvollen Namen in der kolumbianischen Literaturszene festschrieb. Manche zählen ihn zum jüngsten Mitstreiter der Gruppe des „Nadaísmo“, das unter dem Maxime „Das Nichts oder nichts“ angetreten war, die alte Rhetorik des kolumbianischen Lyrismus durch grenzenlose Spontaneität, parodische Frivolität und radikale Negation zu entweihen. Doch er gehört eigentlich zur etwas später aufkommenden „Generación sin Nombre“ („Generation ohne Namen“). Ein Jahrzehnt lang war er Herausgeber der Poesiezeitschrift „Eco“. 1975-83 leitete er die Nationalbibliothek und das Kolumbianische Kulturinstitut. Inzwischen erschienen weitere Gedichtbände, darunter „Ofrenda en el altar del bolero“ („Opfergabe auf dem Altar des Bolero“), 1981, und „Todos los poetas son santos e irán al cielo“ („Alle Dichter sind Heilige und kommen in den Himmel“), 1983, die seine ironische Präzision ausreifen ließen. 1983 ging er für sieben Jahre als Kulturattaché nach Buenos Aires und veröffentlichte 1985 das polemische Panorama der lateinamerikanischen Lyrik „Antología de la poesía hispanoamericana“, das Museum der modernen Poesie Lateinamerikas. In Buenos Aires lernte er Jorge Luis Borges kennen, über den er kritische Essays, Glossen und andere Textsorten schrieb, zum Teil mit humoriger und poetischer Methodik, die sich in seinem ersten Borgestext „Borges en pantuflas“ („Borges in Pantoffeln“) bereits andeutete.
Der Dichter und Essayist kehrte 1990 nach Bogotá zurück und arbeitete zwei Jahre in der Kulturabteilung des Außenministeriums, bevor er 1992-94 als Kulturattaché nach Madrid ging. Seither war er Jurymitglied für bedeutende Literaturpreise in Washington, Mexiko-Stadt, Madrid, Caracas und Oklahoma. Er wurde Mitglied der Kolumbianischen Akademie für Sprache und korrespondierendes Mitglied der Königlichen Spanischen Akademie. Bei seiner Mitarbeit am neu erschienenen Wörterbuch der spanischen Sprache, bei der erstmalig annähernd 100.000 hispanoamerikanische Wörter und Begriffe des dortigen Alltags und ihrer poetischen und literarischen Kreativität~ aufgenommen wurden, stellte er zur Verwunderung seiner europäischen Kollegen fest: „Hispanoamerika ist das große Laboratorium der (spanischen) Sprache“. Danach war er für einige Jahre Kulturberater der kolumbianischen Regierung und ging als Botschafter seines Landes nach Griechenland.
Nach Bogotá zurückgekehrt, veröffentlichte er den Gedichtband „La musa inclemente“ (Ü: Die unbarmherzige Muse) in Spanien, der von Álvaro Mutis als „außergewöhnliches Abenteuer“ charakterisiert wurde, und in dem Cobo Borda seine visionäre Originalität zum unendlichen Thema der amourösen Leidenschaften zwischen Schicksal und Verhängnis, teils transzendent, teils sarkastisch, unter Beweis stellt. Neben der hispano-amerikanischen Gedichtsammlung „Lengua erotica“ (Ü: Erotische Sprache) erschien 2004 der Essayband „Lector impenitente“ (Ü: Leser ohne Reue).

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