10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Carolyn Coman  [ USA ]

Biographie

Carolyn Coman Portrait
©2000 Steven Holt

Gast des ilb 2003.

Bibliographie

Bee and Jacky
Front Street
Asheville, 1998

Nur ein einziges Zeichen
Fischer Taschenbuch Verlag
Frankfurt/Main, 1998
[Ü: Bernhard Regen]

In sicherer Ferne
Sauerländer
Frankfurt/Main, 2002
[Ü: Cornelia Krutz-Arnold]

The Big House
Front Street
Asheville, North Carolina/USA, 2004

Ferne Schwester
Sauerländer
Frankfurt/Main, 2005
[Ü: Cornelia Krutz-Arnold]

Übersetzer: Cornelia Krutz-Arnold, Bernhard Regen

„Bücher zu schreiben, war genau das, was ich wirklich immer tun wollte“, sagt Carolyn Coman. Dass sie dies für Kinder und Jugendliche tut, ist eher ein Produkt des Zufalls: „Erst als ich ganz beiläufig bemerkte, dass ich Geschichten und Romane über und aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen geschrieben hatte, stellte ich fest, dass ich auch für junge Leser schreibe.“ Vor allem von ihren Lehrern beeinflusst, die sie dazu anhielten, über Gelesenes und Geschriebenes nachzudenken, schulte sie früh ihre genaue Beobachtungsgabe und ihre Fähigkeit, Gefühle behutsam in Worte zu kleiden. Coman, die 1951 in Evanston, Illinois, geboren wurde und am Hampshire College in Amherst, Massachusetts, studierte, war es schon früh ein Bedürfnis, mit Büchern umzugehen und arbeitete viele Jahre als Buchbinderin und Lektorin in einem Schulbuchverlag. 1993 schließlich machte sie mit ihrem Debütroman „Tell Me Everything“ (dt. „Nur ein einziges Zeichen, 1998) erstmals als Autorin auf sich aufmerksam. Seither schreibt sie für Jugendliche und junge Erwachsene. 1995 folgte „What Jamie Saw“ (dt. „In sicherer Ferne”, 1999), ein eindringliches Buch über Angst und das Wiederfinden von Zutrauen und Geborgenheit, erzählt aus der Perspektive des neunjährigen Jamie, dessen Mutter mit ihm und seiner kleinen Schwester vor ihrem gewaltbereiten Lebensgefährten fliehen muss.

Einfühlsam und mutig schreibt Carolyn Coman über schmerzhafte Umbrüche im jugendlichen beim Erwachsenwerden. So auch in ihrem aktuellen Jugendroman „Many Stones“ (2000), der 2004 in deutscher Übersetzung erscheinen wird; dt. „Ferne Schwester, 2005), in dem sie eine schwierige familiäre Beziehung thematisiert. Erzählt wird die mühevolle Annäherung zwischen und von der schwierigen Annäherung der sechzehnjährigen Berry Morgan und ihres ihrem Vaters erzählt. Nach der Ermordung ihrer älteren Schwester, die sich in Südafrika gegen Apartheid engagiert hatte, reisen beide gemeinsam zu ihrem Begräbnis. Auf einer ihrer gemeinsamen Reise nach Südafrika aus Anlass der Ermordung Berrys älterer Schwester, die sich dort gegen die Apartheid engagiert hatte,Dabei versuchen beide sie, ihre gemeinsame Vergangenheit aufzuarbeiten. Carolyn Coman ist Verfechterin der Zwischentöne, psychologischer Tiefe und feinfühliger Darstellung von Charakteren. In ihren Texten beschäftigt sie sich mit extremen Situationen und Grenzerfahrungen – Gewalt, Tod, Entfremdung, Sprachlosigkeit –, die auch vor dem alltäglichen (Familien-) Leben nicht Halt machen. „Mich interessiert, wie Menschen, insbesondere junge Menschen, Problemen begegnen und Lösungen suchen. Ich bin interessiert am Seelenleben junger Menschen und daran, wie sie von der Schattenseite des Lebens ins Licht zurückfinden.” Mit „The Big House“ (2004; Ü: Das große Haus) hat Coman eine unterhaltsame  Detektivgeschichte über zwei Kinder vorgelegt, die eine innige Zuneigung zueinander und ihren Eltern gegenüber verbindet. Als diese wieder einmal ins Gefängnis müssen, bleiben Ivy und Ray ausgerechnet bei der von ihren Eltern geschädigten, reichen und durchtriebenen Marietta Noland zurück. Dort beginnen die einfallsreichen Geschwister, den Geheimnisse der alten Noland nachzuforschen – in der Hoffnung, dadurch ihren Eltern zu helfen.

Comans Romane wurden mit einer Vielzahl an Auszeichnungen bedacht, so beispielsweise „What Jamie Saw“ mit dem John Newbery Honor Award (1996) und „Many Stones“ mit dem Michael L. Printz Honor Award (2001). Beide Bücher waren für den National Book Award nominiert. Neben ihrer schriftstellerischen Arbeit ist Carolyn Coman Dozentin am Vermont College im Writing for Children-Programm und freiberufliche Lektorin bei Front Street Books. Sie ist verheiratet mit dem Verleger Stephen Roxburgh und Mutter von zwei Kindern. Carolyn Coman lebt in South Hampton, New Hampshire und Ashville, North Carolina.

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