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Zsolt Láng  [ Rumänien ]

Biographie

Zsolt Láng Portrait
© privat

Gast des ilb 2002.

Bibliographie

Perényi szabadulása
JAK-Pesti Szalon
Budapest, 1993

Bestiárium Transsylvaniae. Az ég madarai
Pécs
Jelokor, 1997

Strichmännchens Leben
Mentor
Neumarkt a. M., 1999
Übersetzung: György Buda

A szomszéd nő
Koinónia
Kolozsvár, 2003

Berlinév
Koinónia
Kolozsvár, 2004

Itthonév
Koinónia
Kolozsvár, 2005

Kovács Emma születése és más elbeszélések
Koinónia
Kolozsvár, 2006

Télikert. Házi játék három felvonásban.
Bemutató: Gyergyószentmiklósi Figura
Színház, 2006

Übersetzer: György Buda, Tobias Burghardt

Zsolt Láng wurde 1958 in Satu Mare, Rumänien, geboren und gehört zur dortigen ungarischen Minderheit. Er ist zweisprachig aufgewachsen und schreibt seine Prosa, Dramatik und Essays auf ungarisch. 1984 schloss er ein Ingenieursstudium an der „Technischen Universität“ in Cluj-Kolozsvár ab und arbeitete die folgenden fünf Jahre als Lehrer. Seit 1990 ist er als Redakteur des in regelmäßigen Abständen in Rumänien erscheinenden Literaturmagazins „Látó“ tätig. Zolt Lángs Romandebüt aus dem Jahr 1993 „Perényi szabadulása“ (dt. Die Befreiung Perényis), knüpft an einen alten ungarischen Mythos an, der Geschichte der Familie Perényi, die von Láng uminterpretiert wird. 1994 erschien der Roman „Strichmännchens Leben“, der in miniaturartigen Kapiteln Schlaglichter auf verschiedene spontane Szenen wirft, in die der Protagonist ebenso schnell verwickelt wird wie er daraus wieder emportaucht, verdutzt und auf ironische Art belehrt. Die Figur steht als Typus den altklugen und tollpatschigen Figuren nahe, wie man sie etwa in der satirischen Literatur Christian Morgensterns findet. Nur ist der anonyme Held, der sich durch seine Gutmütigkeit eigene Fallen stellt, poetischer und weitaus verträumter als etwa der Morgensternsche Palmström. Wo dort der kleinbürgerliche Ansatz steht, der Palmström scheitern lässt, ist es hier die Mischung aus pragmatischer Naivität und einer dichterischen Weisheit. Nicht umsonst wird Lángs Büchern ein selbstironischer Ton zugesprochen. Nach zahlreichen Einzelveröffentlichungen arbeitet Zsolt Láng seit 1997 an seiner Trilogie „Bestiarium Transylvaniae“, in der er alle früheren Werke in einen neuen Sinnzusammenhang stellt. Dazu gehören die frühen Novellensammlungen sowie ein 1995 erschienener Essayband, in dem der Autor gesellschaftliche und tagespolitische Themen auf eine abstrakte Ebene hebt und dichterisch vereinnahmt. Angelehnt an die romantische Vorstellung der Universalpoesie, in der sich sowohl die Grenze zwischen den einzelnen Genres als auch die Grenze zwischen den einzelnen Werken auflöst, vollzieht Zolt Láng mit seiner Trilogie die Suche nach der vollständigen literarischen Einheit. Im ersten Band bettet Láng die Geschichte ins Siebenbürgen des 16. Jahrhunderts ein, basierend auf der Legende der Bestiarien, einer Sammlung furchteinflössender Vögel. Am Leitfaden der Begegnung mit diesen Vögeln wird die Geschichte der gemeinsamen Liebe zweier Männer zu einer Frau erzählt, dem mephistophelischem Baron Sapré und seinem Gegenspieler Friar Peter. Verbunden mit einer Chronik um die Eroberung Siebenbürgens und dem religiösen Konflikt, der damit verbunden ist, entfaltet sich die Geschichte in einer weit ausholenden mystischen Geste. Durch die Komposition verläuft dabei der große Kontrast zwischen den irrealen und den logisch realen Elementen, zwischen dem rein Fiktiven und den konkreten Bezügen der essayistischen Passagen. Die klassische Erzählweise wird dadurch kunstvoll von Subtexten unterbrochen. 1999 wurde das Theaterstück „A rúkmadár“ uraufgeführt. Seine Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

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