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U. R. Ananthamurthy  [ Indien ]

Biographie

U. R. Ananthamurthy Portrait
© privat

Gast des ilb 2002.

Bibliographie

Das verborgene Feuer
Mangalam
Urach, 1986

Yatra
Indus
New Delhi, 1993

Samskara oder Was tun mit der Leiche des Ketzers, die uns im Weg liegt und das Leben blockiert
Waldgut
Frauenfeld, 1994
Übersetzung: Gernot Schneider

Avastai
Aam
Civacacai, 1996

Bharathipura
Macmillan India
Madras, 1996
Übersetzung: P. Sreenivasa Rao

Leben und Lehren von Shri Sai Baba von Shirdi
Sathya-Sai-Vereinigung
Dietzenbach, 1997
Übersetzung: Verena Huber

Bhava
Penguin
Neu-Delhi, New York, 1998
Übersetzung: Judith Kroll

Stallion of the Sun and other stories
Penguin
Neu-Delhi, 1999
Übersetzung: Narayan Hegde

Literature and Culture
Papyrus
Calcutta, 2002

Divya
Aksara Prakasana
Heggodu, Karnataka, 2002
Übersetzer: Gernot Schneider

U. R. Ananthamurthy ist in Indien bekannt für sein gesellschaftliches Engagement und als wichtiger Repräsentant der „Navya“-Bewegung (Die neue Bewegung) in der Literatur der Kannada-Sprache. Als Schriftsteller kennt man ihn weit über diese Sprachgrenzen hinaus: er ist einer der wichtigsten Autoren Indiens. Zu den zentralen Themen Ananthamurthys gehören die Auseinandersetzung mit dem Kastensystem, mit religiösen Vorschriften und Traditionen sowie das ambivalente Verhältnis zwischen dem überlieferten kulturellen Wertesystem und den neuen Werten einer sich verändernden Welt. Geboren 1932 in dem Dorf Melige in Karnataka, ging Ananthamurthy dort in eine traditionelle Sanskrit-Schule, wuchs, wie er selbst sagt, als „Ghandian Socialist“ auf und studierte später Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaft in Mysore und Birmingham, wo er 1966 promovierte. Er war einige Jahre Professor für englische Literatur an der Universität Mysore, später Vice-Chancellor der Mahatma Gandhi Universität in Kottayam, Vorsitzender des „National Book Trust“ und Präsident der „Sahitya Akademi“, der indischen Literaturakademie in Delhi. Zahlreiche Gastprofessuren führten ihn nach Europa und in die USA. Seine literarische Karriere begann Ananthamurthy 1955 mit dem Erzählband „Endendhigu Mugiyada Kathe“ (dt. „Eine nie endende Geschichte“). Seitdem hat er vier Romane, ein Drama, sechs Bände mit Kurzgeschichten, drei Lyrikbände und sechs Essaybände in Kannada und mehrere Aufsätze über Literatur in Englisch veröffentlicht. Seine Werke wurden in mehrere indische und europäische Sprachen übersetzt und mit bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet, so auch mit dem „Jnanpeeth Award“ (1994), dem renommiertesten indischen Literaturpreis. Als sein bedeutendster Roman gilt „Samskara oder Was tun mit der Leiche des Ketzers, die uns im Weg liegt und das Leben blockiert“ (1966, deutsch 1994). „Samskara“ bedeutet sowohl Kultur als auch Ritual, aber auch Todesritus. Erzählt wird die Geschichte eines Dorfpriesters, der sich mit den sozialen und religiösen Tabus seiner Umwelt auseinandersetzt und eine Antwort sucht auf die Frage: Was ist eigentlich „Samskara“? Wird Kultur nur dann aufrechterhalten, wenn man der Tradition mit blindem Eifer folgt? Ananthamurthy problematisiert die Diskriminierung durch das Kastenwesen, die repressive Glaubenspraxis der Brahmanen. Die Verfilmung des Romans 1970 löste eine neue Welle von Autorenfilmen in Indien aus. In dem Roman „Bharatipura“ (1973) kehrt der Brahmane und Grundbesitzer Jagannatha nach seinem Studium in England in seine sehr traditionsgebundene Heimatstadt zurück und versucht, die dortigen Gesellschaftsstrukturen zu verändern. Er will den Unberührbaren den Eintritt in den Tempel ermöglichen und stößt dabei auf den Widerstand der höheren Kasten. Sein Versuch, um sich herum ein gerechtes System zu schaffen und damit auch zu innerer Freiheit zu gelangen, scheitert. Bewusst schreibt Ananthamurty nicht auf Englisch, sondern in Kannada. Vor kurzem erschien sein neuestes Buch „Divya“.

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