10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Tomás Segovia  [ Spanien ]

Biographie

Tomás Segovia Portrait
© privat

Gast des ilb 2002.

Bibliographie

Primavera muda
Los Presentes
México, 1954

Terceto
Mortiz
México, 1972

Luz de aquí
Lumen
Barcelona, 1982

Anagnórisis
Premiá
México, 1986

Poética y profética
Fondo de Cultura Económica
Madrid, 1989

Personajes mirando una nube
Mondadori
Madrid, 1990

Noticia natural
Pre-Textos
Valencia, 1992

Antología poética: Huésped del tiempo
Consell Valencià de Cultura
Valencia, 1992

Poesía [1943–1997]
Fondo de Cultura Económica
Madrid, 1998

Misma juventud
Pre-Textos
Madrid, 2000

Cuatro ensayos sobre Gilberto Owen
Fondo de Cultura Económica
México, 2001

Otro invierno
Pre-Textos
Valencia, 2001

Übersetzerin : Petra Strien

Tomás Segovia wurde 1927 in Valencia geboren. Schon früh, während des Spanischen Bürgerkrieges, emigrierte er nach Frankreich und Marokko. Die hier geknüpften Verbindungen, besonders zur französischen Kultur und Sprache, hat Segovia bis heute aufrecht erhalten. 1940 wählte er das mexikanische Exil. In Mexiko-Stadt studierte er bis 1954 Philosophie und spanischsprachige Literatur. Tomás Segovias erste Lyrik-Veröffentlichungen aus dem Jahr 1945 fallen in eine der wichtigsten Phasen der modernen mexikanischen Literatur, in der, von Autoren wie Octavio Paz und Efraín Huerta entschieden vorangetrieben, Lyrik zur wichtigsten literarischen Ausdrucksform avancierte. Zeugnis dessen sind die zahlreichen in dieser Zeit entstandenen Lyrikzeitschriften, an denen Segovia maßgeblich beteiligt war. So arbeitete er unter anderem als Chefredakteur für die von Octavio Paz herausgegebene Zeitschrift „Plural“, war Mitbegründer der Zeitschrift „Presencia“ und Redakteur von „Hoja poética“. Nach seinem Studium lehrte Segovia nicht nur an der UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México), sondern auch am „Institut Francais d`Amerique Latine“ und der „Alliance Française“. Es folgte ein vierjähriger Aufenthalt in Uruguay, anschließend in Frankreich. 1966, im Jahr seiner Rückkehr nach Mexiko, erhielt er zunächst ein Stipendium der „Guggenheim-Stiftung“ und trat bald darauf eine Forschungsstelle am „Colegio de México“ an, wo er, nur unterbrochen durch eine Gastprofessur an der Princeton University, bis zu seiner Pensionierung 1984 als Literaturwissenschaftler tätig war. Hier übersetzte er Texte von Breton, Lacan, Derrida und Foucault und lieferte so dem zeitgenössischen mexikanischen Theoriediskurs entscheidende Impulse. Daneben hat sich Tomás Segovia auch durch die Übersetzung französischer Dichtung einen Namen gemacht. Als wichtigste Arbeit ist hier die spanischsprachige Werkausgabe von Gérard de Nerval zu nennen. Für seine Verdienste um die französisch-mexikanischen Kulturbeziehungen wurde er schließlich mehrfach gewürdigt: Zweimal erhielt er den „Alfonso-X-Preis“ für literarische Übersetzungen, und 1982 wurde er in den „Ordre de Culture Française“ aufgenommen. Tomás Segovia hat mehr als 20 Gedichtbände veröffentlicht, einige Prosatexte, ein Drama, Essays und eine Vielzahl von Artikeln. Zum zentralen Gegenstand in seiner Dichtung wurde die Erfahrung des Exils: „Das Exil hat für mich sowohl ontologische als auch historische Bedeutung. Es ist wie eine Aufnahmeprüfung, es verbannt uns, nur damit wir uns wieder neu niederlassen können. Wir werden aus der Sicherheit geworfen, um da draußen ein neues Zuhause zu finden.“ Seit 1988 lebt Tomás Segovia mit seiner Frau wieder in Spanien, in Madrid. Die positive Reaktion der spanischen Kritik auf das Erscheinen seiner von ihm selbst herausgegebenen und verlegten Werkausgabe „Poesía 1943-97“ sowie die Verleihung des hoch angesehenen „Octavio-Paz-Preises“ (2000) deutet an, dass sein Werk schließlich auch in seinem Ursprungsland große Anerkennung gefunden hat. 2005 wurde er mit dem Premio Juan Rolfo ausgezeichnet.

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