10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2002 / Liliana Heker

Liliana Heker  [ Argentinien ]

Biographie

Liliana Heker Portrait
© Nicolás de Cesare

Gast des ilb 2002.

Bibliographie

Acuario
Centro Ed. De América Latina
Buenos Aires, 1972

Zona de clivaje
Legasa
Buenos Aires, 1990

El fin de la historia
Alfaguara
Buenos Aires, 1996

Las hermanas de Shakespeare
Aguilar
Buenos Aires, 1999

La crueldad de la vida
Alfaguara
Buenos Aires, 2001

Cuentos
Suma
Buenos Aires, 2004

Übersetzerin: Petra Strien

Liliana Heker wurde 1943 in Buenos Aires geboren. In Argentinien kennt man die vielseitige Autorin nicht nur durch ihre zahlreichen Romane und Erzählungen, sondern vor allem auch als engagierte Journalistin. Als Chefredakteurin der Literaturzeitschriften „El escarabajo de oro“ (1961-1974) und „El Ornitorrinco“ (1977-1986) prägt sie seit über zwanzig Jahren das literarische Leben ihres Heimatlandes. Liliana Hekers Karriere begann außergewöhnlich früh. Im Alter von nur siebzehn Jahren traf sie Abelardo Castillo, Schriftsteller und Chefredakteur der Literaturzeitschrift „El grillo de papel“, der sie als Redakteurin aufnahm. 1966 veröffentlichte sie einen ersten Erzählband, „Los que vieron la zarza“, für den sie den Preis des kubanischen „Casa de las Américas“ erhielt. In den folgenden Jahren erschienen weitere Erzählbände: „Acuario“ (1972) und „Un resplandor que se acabó en el mundo“. 1987 präsentierte sie schließlich Ihren ersten Roman „Zona de Clivaje“, für den sie mit dem Primer Premio Municipal ausgezeichnet wurde. Seit den neunziger Jahren widmet sich die Autorin verstärkt der Aufarbeitung der politischen Repressionen während der argentinischen Diktatur, einer von roher Staatsgewalt und dem ‚Verschwinden’ vieler Systemkritiker bestimmten Zeit. Mit dem 1996 erschienenen Roman „El fin de historia“ gelang ihr dazu eine komplexe Auseinandersetzung mit dem Argentinien der siebziger Jahre, in der sie verschiedene Stimmen und politische Positionen zu Wort kommen läßt. „Wie diesen Verrat erzählen, wie einen Folterer und seine eigene Wahrheit beschreiben und mit welchen anderen Wahrheiten soll man ihn konfrontieren? Ich habe mich bemüht, die Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion zu verwischen. Vor allem sollte mein Text ein literarisches Faktum sein, mit allen problematischen und doppeldeutigen Implikationen, die ein solches Vorhaben mit sich bringt.“ Mit „Las hermanas de Shakespeare“ (1999, „Shakespeares Schwestern“) legte Liliana Heker eine Sammlung von zum Teil bereits veröffentlichten Essays vor, in denen sie kritisch die Situation von Schriftstellerinnen beleuchtet. Die große Herausforderung weiblichen Schreibens sieht Heker in der Auseinandersetzung der Schriftstellerin mit sich selbst und ihrem Geschlecht. „Wenn eine Frau fähig ist, bis auf den Grund ihrer selbst zu blicken, ist sie auch in der Lage, die Männer zu erkennen und sich in andere hineinzuversetzen, wie es zum Beispiel Katherine Mansfield getan hat. Eine Erzählerin, die ihre eigenen Böswilligkeiten, ihre Widersprüche und ihr besonderes Verhältnis zu ihrem Körper akzeptiert, ist fähig, sich selbst und anderen Frauen und Männern zu begegnen.“ Liliana Heker lebt und arbeitet heute in Buenos Aires.

© internationales literaturfestival berlin