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Krzystof Niewrzêda  [ Polen ]

Biographie

Krzystof Niewrzêda Portrait
© privat

Gast des ilb 2002.

Bibliographie

W po pr zek
Ksiaźnica Pomorska
Szczecin, 1998

Poplątanie
Ksiaźnica Pomorska
Szczecin, 1999

Poszukiwanie calości
I. W. Świadectwo
Bydgoszcz, 1999

Poploch
Ksiaźnica Pomorska
Szczecin, 2000

Czas przeprowadzki
Wydawn
Szczecin, 2005

Übersetzer: Ulrich Heiße, Wolfgang Schlott, Natasza Stelmaszyk

Krzysztof Niewrzêda ,Dichter, Romancier, Essayist und Publizist, wurde 1964 im polnischen Stettin geboren. In den achtziger Jahren studierte er an der Technischen Universität Stettin, eine Zeit, in die auch die Veröffentlichung seiner ersten Gedichte in der Zeitschrift „Morze i Ziemia” (1985) fällt. Zudem machte er mit progressiven Stettiner Undergroundbands Musik. Seit 1989 lebt er in Deutschland.

In Bremen arbeitete Niewrzêdazunächst in einem Architekturbüro und schrieb für polnischsprachige, in Deutschland erscheinende Zeitschriften. 1997 wurde er mit dem „Silbernen Pegasus“ im Europäischen Wettbewerb für polnische Gedichte im Ausland geehrt. Seit dieser Zeit erscheinen seine Gedichte und Erzählungen auch in polnischen Zeitschriften. Von 1997 bis 1999 war er Mitglied der polnischen interdisziplinären Künstlergruppe „NAS-TU“.

Noch in Bremen entstand Niewrzêdas Debütroman „Poszukiwanie calości“ (Die Suche nach dem Ganzen), der 1999 erschien. Der Roman erzählt episodisch die Geschichte eines Ehepaares, das sich auf den langen Weg der Emigration in den Westen macht. Angefangen von der beschwerlichen Reise, über verschiedene Stationen, etwa eines Auffanglagers und Wohnheims, verfolgt der Leser die allegorische Dramatik, die diesem Prozess anhaftet. Auch wenn sich erahnen lässt, dass sich die Geschichte in Deutschland abspielt, bleiben Ort und Zeit unbestimmt, konzentriert sich alles auf die konkreten Momente, in die beide Figuren verwickelt werden. Die Reise von „hier“ nach „da“, von „Ost“ nach „West“, ist kein Fallbeispiel, vielmehr vermittelt sie, was es heißt zu emigrieren. In der polnischen Kritik hieß es: „Sein Buch macht Hoffnung, dass endlich das Schema durchbrochen wird, in dem sich die polnische Literatur seit 1990 befindet...”

„Auffallend ist vor allem die spezifische Sprache des Autors. Er schreibt kompakt und schlank, doch trotzdem voller Poesie. Niewrzêda kann so konkret sein, wie es die Urheber des britischen sozialen Kinos sind. Es geht nicht um das politische Engagement, sondern um das wachsame Auge.“ (Katarzyna Szumlewicz).

Niewrzêda hat drei Gedichtbände veröffentlicht: „W Poprzek“ (1998), „Poplatanie“ (1999) und „Poploch“ (2000), die von der Kritik stilistisch mit den Werken Zbigniew Herberts oder Tadeusz Rózewiczs verglichen wurden. In ihnen wird in einer nonchalanten Sprache von Menschen im Grenzland berichtet - das sowohl geographisch als auch kulturell, politisch sowie psychisch verstanden wird: von Menschen, die unterwegs sind und nie ankommen.

Seit 2001 lebt Niewrzêda in Berlin und ist Mitarbeiter der in Polen erscheinenden Literaturzeitschrift „Pogranicza“. Regelmäßig veröffentlicht der Autor darin Essays über Berlin, kurze literarische Portraits seiner Wahlheimat.

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