10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Hester Knibbe  [ Niederlande ]

Biographie

Hester Knibbe Portrait
© privat

Gast des ilb 2002.

Bibliographie

Een hemd van Vlees
De Prom
Baarn, 1994

Een bittere navel
De Prom
Baarn, 1997

Een dunne duurzaamheit
De Prom
Baarn, 1999

Verstoorde grond
De Prom
Baarn, 2002

Lichtjaren: gedichten
Perfect Service
Schoonhoven, 2004

De buigzaamheit van steen
Arbeiderspers
Amsterdam, 2005

Twee Spaarne gedichten
Mercator Press
Santpoort, 2005

Zwerfmotief
Stichting CBK Zeeland
Middleburg, 2006

Hester Knibbe wurde 1946 in den Niederlanden geboren. Die Lyrikerin, die als Pharmazeutin arbeitet, begann erst sehr spät mit dem Schreiben. Ihr literarisches Debüt hatte sie 1982 mit der Gedichtsammlung „Tussen Gebaren en Woorden“ (Ü: Zwischen Gebärden und Worten). Seitdem veröffentlichte sie mehrere weitere Gedichtbände – zuletzt „Zwerfmotief“ (2006; Ü: Streunermotiv) – und wurde im Jahr 2001 mit dem „Anna-Blaman-Preis“ für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. Der Titel ihres Gedichtbandes „Een dunne Duurzaamkeid“ (Ü: Dünne Dauerhaftigkeit) ist bezeichnend für ihr Schreiben: Es ist Lyrik, die den Blick auf dauerhafte, beständige Dinge richtet und doch immer wieder von Themen wie Verletzbarkeit, Fragilität und Vergänglichkeit durchzogen ist. Beständigkeit, so Hester Knibbe, sei in gewisser Weise nur scheinbar, weil alle Dinge, die die Prüfungen der Zeit bestanden haben – klassische Kunst, griechische Mythologie, chinesische Tempel – dennoch niemals dieselben geblieben sind: „Veränderung ist immer/ hier.“ Diese Bewegungen des Lebens sind es, denen Knibbe in ihren Gedichten Form zu geben versucht. Andere ihrer Themen muten fremd, entfernt und zugleich höchst intim an, so zum Beispiel der Zyklus „Antidood“ (Ü: Gegen-Tod), der in rückhaltlosen Worten eine Mutter zeigt, deren Sohn ernsthaft erkrankt, ein Gegenstand, den Knibbe ganz unsentimental behandelt. Sie behält ihre Distanz und evoziert Bilder, die klar das eigentliche Geschehen und zugleich ihr persönliches Erleben widerspiegeln. Emotionen werden auf subtile, indirekte Weise ausgedrückt, das Erzählte erscheint wie ein bewegter Traum, in dem ein kleines Kind, zunächst warm umhüllt und festgehalten, langsam gefriert: „Ein Eisfilm/ bedeckte seine Augen, seinen Mund. Ich schrie.“ Hester Knibbe sagt, sie versuche „so klar wie möglich oft sehr persönliche Dinge“ zu formulieren, wissend, dass die „persönlichsten Angelegenheiten ebenso die Allgemeinsten sind“. Für „Antidood“ erhielt sie 1999 den renommierten „Herman- Gorter-Preis“.

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