10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Forrest Gander  [ USA ]

Biographie

Forrest Gander Portrait
© Deborah Luster; Courtesy of New Directions

Gast des ilb 2002.

Bibliographie

Rush to the Lake
Alice James Books
Farmington, 1988

Eggplants & Lotus Root
Burning Deck
Providence, 1991

Mouth to Mouth: Poems by Twelve Contemporary Mexican Women (Hg.)
Milkweed Editions
Minneapolis, 1993

Deeds of Utmost Kindness
University Press of New England
Hanover, 1994

Science & Steepleflower
New Directions
New York, 1998

Of Their Ornate Eyes 
duration press
Sausalito,  1999

Torn Awake
New Directions
New York, 2001

No Shelter: The Selected Poems of Pura López-Colomé (Hg.)
Graywolf Press
Saint Paul, Minnesota, 2002

Immanent Visitor: Selected Poems of Jamie Saenz (Hg.)
University of California Press
Berkely,  2002

A Faithful Existence: Reading, Memory, and Transcendence
Shoemaker & Hoard
Washington, 2005

Sound of Summer Running
Nazraeli Press
Tucson, 2004

The Blue Rock Collection
Salt Publishing
Cambridge, 2004

Eye Against Eye 
New Directions Pub
New York, 2005

Übersetzer: Gerd Burger, Richard Weihe

Forrest Gander , geboren 1956 in Barstow (Kalifornien) und aufgewachsen in Virgina, lebt seit 1982 mit der Dichterin C.D. Wright und ihrem gemeinsamen Sohn Brecht auf Rhode Island. Er ist Professor für Englische Literatur und Direktor des “Graduate Program in Creative Writing” an der Brown University und neben seiner literarischen Tätigkeit als Übersetzer, Herausgeber und Verleger (zusammen mit C.D. Wright “Lost Roads Publishers”) sowie als Literaturkritiker und Essayist für verschiedene Zeitschriften (u.a. “The Nation”, “The Boston Review”, “The Providence Journal”) tätig. Die Entwicklung Ganders zum Schriftsteller ist an zwei einschneidende biographische Ereignisse geknüpft. Nach seinem doppelten Abschluss in Geologie und Englischer Literatur am “College of William and Mary in Williamsburg” (Virgina) im Jahr 1978 hatte er mit einer Krebserkrankung zu kämpfen, die in ihm laut eigener Aussage das Bedürfnis nach künstlerischem Ausdruck weckte. Im Anschluß an weitere literarische Studien an der “San Francisco State University” führten ihn Reisen mit C.D. Wright u.a. nach Mexiko, wo er unter dem Eindruck der lateinamerikanischen Dichtung seine ersten poetischen Texte verfasste. Die Begegnung mit der mexikanischen Dichtung findet darüber hinaus ihren Niederschlag in Ganders reger Übersetzertätigkeit der letzten Jahre. Schon 1993 gab er mit “Mouth to Mouth: Poems by Twelve Contemporary Mexican Women” (Ü: Mund zu Mund. Gedichte von zwölf zeitgenössischen Frauen aus Mexiko) eine zweisprachige Ausgabe zeitgenössischer mexikanischer Dichtung heraus. Es folgten “Of Their Ornate Eyes of Crystalline Sand: Poems of Coral Bracho” (Ü: Von ihren kunstvollen Augen aus kristallinem Sand. Gedichte von Coral Bracho, 1999) sowie 2002 die beiden Sammlungen “No Shelter: The Selected Poems of Pura López-Colomé” (Ü: Kein Schutz. Die ausgewählten Gedichte von Pura López-Colomé) und (zusammen mit Kent Johnson) “Immanent Visitor: Selected Poems of Jaime Saenz” (Ü: Immanenter Besucher. Ausgewählte Gedichte von Jaime Saenz). Für sein dichterisches Werk, das mittlerweile sechs Gedichtbände umfasst, erhielt Gander mehrfach Auszeichnungen, so zweimal den “Gertrude Stein Award for Innovative North American Writing”, Stipendien des “National Endowment for the Arts” sowie Preise des “Fund for Poetry” und der “Writing Foundation”. Seine Gedichte sind reimlos und narrativ, zum Teil sind sie typographisch in englischer Sonettform verfasst. Kennzeichnend für die meisten Gedichte ist die kontinuierliche Auseinandersetzung eines „Sprecher-Ichs“ mit der physischen Präsenz der Außenwelt, mit Dingen, Menschen und Ereignissen. Das lyrische Ich kann seine Identität nicht mehr aus sich selbst heraus definieren, so dass die Auseinandersetzung mit äußeren Dingen zur unabdingbaren Voraussetzung seiner Selbstvergewisserung wird. Dieses Prinzip wird vor allem in seinem Band “Torn Awake” deutlich, wo es heißt: “the question you were asking - Who am I -, has become something different: What is there?”. Schon das Eröffnungsgedicht (“The Hugeness of That Which is Missing”) demonstriert das titelgebende “Zerrissene Erwachen” mit dem dieses „Ich“ auf der Suche nach sich selbst immer wieder konfrontiert wird.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.brown.edu/Departments/Literary_Arts/people/Forrest/index.html]